Unfallkommission Rotenburg zieht Bilanz: Weniger Schwerstverletzte, aber weiterhin zwölf Verkehrstote

Unfallkommission 2025/2026

Rotenburg. Die Unfallkommission des Landkreises Rotenburg hat am 15. April 2026 eine Bilanz zum Verkehrsunfallgeschehen des Jahres 2025 gezogen. Das Ergebnis fällt gemischte aus: Während die Zahl der Unfälle und Verletzten insgesamt leicht rückläufig ist, bleibt die Zahl der Verkehrstoten unverändert bei zwölf.

Besonders erfreulich für die Verantwortlichen: Die Zahl schwerer Verkehrsunfälle und die Zahl der Schwerverletzten erreichten den niedrigsten Stand der vergangenen Jahre. Auch verletzter Kinder und schwere Baumunfälle gingen deutlich zurück. Unverändert hoch bleibt dagegen die Zahl der Verkehrsfluchtdelikte.

Bei der Sitzung in der Polizeiinspektion Rotenburg berieten Vertreterinnen und Vertreter des Landkreises, der Straßenbaubehörden, der Kommunen, des ADAC und der Verkehrswachten unter Leitung von Polizeioberrat Daniel Dohmberg und Polizeihauptkommissar Michael Holsten über Verbesserungsmöglichkeiten.

Als Hauptursachen für Unfälle identifizierten die Fachleute Wildwechsel, überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit, zu geringer Sicherheitsabstand sowie Vorfahrtsverstöße.

Fünf Unfallschwerpunkte standen besonders im Fokus: die Kreuzung L 122 / K 102 in Gnarrenburg, die Einmündung B 71 / K 130 in Zeven-Brauel, die Einmündung B 75 / L 131 in Scheeßel, die Kreuzung Bremer Straße / Otto-von-Guericke-Straße in Rotenburg sowie die Ein- und Ausfahrten einer Tankstelle an der Mühlenstraße in Rotenburg.

„Einige Unfallhäufungsstellen beschäftigen uns bereits seit mehreren Jahren. Häufig sind abgefahrene Fahrbahnmarkierungen oder Gewöhnungseffekte dafür verantwortlich, dass sich das Unfallgeschehen erneut verschlechtert“, erklärt Michael Holsten. Die Kommission vereinbarte zudem eine verstärkte Überwachung von Rotlichtverstößen und eine künftig einheitlichere Beschilderung an Unfallschwerpunkten.

Bereits Anfang Juli wurden mehrere beschlossene Maßnahmen umgesetzt. An der Kreuzung L 122 / K 102 in Gnarrenburg wurden die Radfahrerfurt rot markiert, zusätzliche Verkehrszeichen aufgestellt sowie die Einmündung durch Sperrflächen und Minibaken optisch eingeengt. An der Einmündung B 71 / K 130 in Zeven-Brauel installierte man eine großformatige Warntafel „Unfallhäufungsstelle“; die Erneuerung der Fahrbahnmarkierungen ist vorgesehen. An der Kreuzung Bremer Straße / Otto-von-Guericke-Straße in Rotenburg wurden die Fahrbahnmarkierungen erneuert und die Verkehrsführung durch eine zusätzliche Minibake verbessert.

Für die Ein- und Ausfahrten der Tankstelle an der Mühlenstraße wird derzeit gemeinsam mit der Betreiberin und dem Unternehmen an einer geeigneten Lösung gearbeitet, da sich der Bereich auf Privatgelände befindet.

Polizeioberrat Daniel Dohmberg zieht ein positives Fazit: „Die Entwicklung der Unfallzahlen zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Gleichzeitig machen insbesondere die schweren Verkehrsunfälle und die Zahl der Verkehrstoten deutlich, dass unsere Arbeit nicht nachlassen darf. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir auch künftig alles daransetzen, den Straßenverkehr im Landkreis Rotenburg für alle Verkehrsteilnehmer noch sicherer zu machen.“

Die Unfallkommission wird die Entwicklung der Unfallhäufungsstellen künftig kontinuierlich beobachten und mit den zuständigen Behörden weitere Sicherheitsmaßnahmen entwickeln und begleiten. Zusätzlich zu den offiziellen Schwerpunkten wurden auch sensible Verkehrsbereiche wie die Bergstraße in Rotenburg, der Kreisverkehr in Visselhövede und die Wörpebrücke an der K 113 betrachtet, um mögliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

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