Welt & Deutschland: Erste Bilanz der Woche 20.–25.07.2026 (KW 30)

Top-Story der Woche

Spanien ist Fußball-Weltmeister

Die Woche ist nahezu vorbei – Zeit für eine erste Bilanz. Spanien hat am Montag den Fußball-Weltmeistertitel gewonnen. La Furia Roja setzte sich im Finale gegen Argentinien mit 1:0 nach Verlängerung durch. Nach der regulären Spielzeit stand es 0:0. Lamine Yamal hatte früh eine große Chance, scheiterte aber an Argentiniens Keeper Martinez. Argentinien versuchte durch Ballbesitz zu punkten, konnte jedoch keine entscheidenden Akzente setzen.

Am Freitag wurde bekannt, dass Jürgen Klopp neuer Bundestrainer wird. Der 59-Jährige unterzeichnete einen Vierjahresvertrag und wird die Nationalmannschaft zur Europameisterschaft 2028 und zur Weltmeisterschaft 2030 führen. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung des DFB folgten einstimmig dem Vorschlag von DFB-Präsident Bernd Neuendorf.

Bundespolitik

Die Union durchläuft ein Personalkarussell. Bundeskanzler Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder nominierten am Mittwoch Thorsten Frei zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Die Wahl findet am 29. Juli in einer Sondersitzung statt. Frei folgt auf Jens Spahn, der am Samstag der Vorwoche von seinem Amt als Fraktionschef zurückgetreten war. Der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann wird voraussichtlich am kommenden Mittwoch zum Gesundheitsminister ernannt und löst Nina Warken ab, die ins Kanzleramt wechselt.

Die geplante Entlassung von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder platzte am Freitag kurzfristig. Der als Nachfolger vorgesehene CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler sagte die Übernahme des Ministerpostens direkt gegenüber Merz ab. Die SPD brachte unterdessen eine Lockerung der Schuldenbremse ins Gespräch. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sprach wegen der angespannten Haushaltslage und der Eskalation der Iran-Krise von einem möglichen Überschreitungsbeschluss.

Wirtschaft

Die Kraftstoffpreise in Deutschland stiegen diese Woche erneut. Diesel verteuerte sich um 9,8 Cent auf durchschnittlich 2,168 Euro pro Liter, Super E10 um 6,3 Cent auf 2,146 Euro pro Liter. Damit übersteigt Diesel erneut den Benzinpreis. Verantwortlich für den Anstieg sind die Eskalation im Nahen Osten und gestörte Lieferketten. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnte angesichts der angespannten Haushaltslage neue staatliche Entlastungsmaßnahmen ab.

Die Konjunkturerwartungen für Deutschland hellten sich auf. Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen im Juli um 15,8 Punkte auf 26,3 Zähler. Auch die Einschätzung der gegenwärtigen Lage verbesserte sich. Volkswagen meldete dagegen einen Gewinneinbruch im zweiten Quartal. Das Konzernergebnis nach Steuern fiel um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro. Die Personalkosten stiegen im Vergleichszeitraum um 11,3 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro. Der Konzern kündigte drastische Sparmaßnahmen an.

Deutschlands Handelsbilanz mit China verschärfte sich. In den ersten fünf Monaten 2026 importierte Deutschland Waren im Wert von 72,4 Milliarden Euro aus China – ein Anstieg von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Mai allein stiegen die Importe um 11,8 Prozent. Die deutsche Brauindustrie warnte vor einem Brauereisterben. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bunds verwies auf anhaltend hohe Produktionskosten und einen Rückgang des Bierkonsums. Der Wohnungsbau steuert auf schwierigere Zeiten zu. Nach Prognosen der Forschergruppe Euroconstruct werden 2026 bundesweit nur noch 185.000 Wohnungseinheiten fertiggestellt.

Sicherheit und Bundeswehr

Die Zahl der Sexualdelikte gegen Kinder und Jugendliche in Deutschland ist 2025 in vielen Bereichen angewachsen. Das zeigt das neue Bundeslagebild, das am Dienstag in Berlin präsentiert wurde. Die Bundesanwaltschaft klagte vier Deutsche an, die als führende Köpfe der sogenannten Reichsbürger-Gruppierung Königreich Deutschland gelten. Die Anklage richtet sich vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf gegen die Beschuldigten wegen Rädelsführerschaft in einer kriminellen Vereinigung.

Verteidigungsminister Boris Pistorius sprach sich intern nachdrücklich für die zeitnahe Einleitung eines Verbotsverfahrens gegen die AfD aus. Wie der Spiegel berichtet, warb Pistorius in der letzten Sitzung des SPD-Präsidiums vor der Sommerpause intensiv dafür, nächste Schritte einzuleiten. Deutschland wird im Herbst 2026 einen internationalen Workshop zur Bekämpfung von Linksextremismus ausrichten, an dem auch die USA teilnehmen.

USA und Trump-Administration

US-Präsident Donald Trump verhängte am Dienstag 50-Prozent-Zölle auf kanadische Importe. Begründet wird der Schritt mit einer diskriminierenden Behandlung von Alkohol- und Molkereiprodukten sowie US-Autos durch die kanadische Regierung. Am Donnerstag kündigte die US-Regierung neue Zölle auf Importe aus 60 Ländern an, die ab Freitag gelten. Die Zollsätze bewegen sich zwischen 10 und 12,5 Prozent. Am Freitag leitete Trump eine offizielle Untersuchung gegen die Europäische Union ein und warf der EU vor, amerikanische Unternehmen systematisch zu benachteiligen.

Trump kündigte an, eingefrorene iranische Vermögenswerte zur Bezahlung von Schäden an Schiffen zu nutzen. Parallel intensiviert das US-Militär seine Präsenz im Persischen Golf. Die USA und Saudi-Arabien unterzeichneten am Donnerstag ein historisches Atomabkommen, das dem Golfstaat erstmals die Entwicklung eines zivilen Atomprogramms ermöglichen soll. Der Iran soll während des Nato-Gipfels in der Türkei einen Anschlag auf Trump geplant haben. Nach Angaben der New York Times wollten mit dem Iran verbundene Kräfte Trumps Flugzeug bei der Rückreise mit einer Rakete abschießen.

Ukraine und Russland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj entließ am Dienstag den Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Oleksandr Syrskyj. Selenskyj würdigte Syrskyjis Verdienste um die Verteidigung der Hauptstadt Kiew, die Offensive in der Region Charkiw und die Kontrolle der Region Kursk. Die EU-Botschafter einigten sich am Donnerstag auf ein neues Sanktionspaket gegen Russland. Das 21. Sanktionspaket sieht vor, dass die Preisobergrenze für russisches Öl für zwölf Monate eingefroren wird. Zudem enthält das Paket eine einjährige Ausnahmegenehmigung, die den Transfer von russischen Erdgaslieferungen durch die Ukraine ermöglicht.

Ein russisches Kriegsschiff führte am Montag eine Schießübung mit echter Munition im Ärmelkanal durch. Die Fregatte Neustraschimy setzte ihre Bordgeschütze rund 40 Seemeilen südlich von Plymouth in internationalen Gewässern ein. Das britische Verteidigungsministerium teilte den Vorfall am Dienstag mit.

Weitere internationale Ereignisse

Andy Burnham ist am Montag neuer britischer Premierminister geworden. Der Labour-Chef übernahm die Amtsgeschäfte von Keir Starmer, der nach schwachen Wahlergebnissen und niedrigen Umfragewerten sein Amt aufgab. Bundeskanzler Friedrich Merz führte unmittelbar nach dessen Amtsantritt ein Telefonat mit Burnham und gratulierte ihm.

Die Europäische Kommission belegte Google am Donnerstag mit Geldbußen in Höhe von insgesamt 890 Millionen Euro. Google wird vorgeworfen, seine eigenen Dienste in der Google-Suche bevorzugt zu behandeln. Die Kommission warf TikTok am Freitag vor, die Sicherheitsstandards für Kinderkonten nicht zu erfüllen. Die Hitzewelle in Frankreich Mitte bis Ende Juni forderte über 5.700 zusätzliche Todesfälle – eine Übersterblichkeit von 36 Prozent. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen griffen am frühen Samstag Saudi-Arabien mit Raketen an und lösten Brände in der Stadt Dschisan aus. Bei einem Zusammenstoß zweier Busse in Syrien kamen am Samstag mindestens 35 Menschen ums Leben.

Polizeimeldungen der Woche

In Regensburg wurde am Donnerstag ein Mann in einer Bankfiliale mit einem Messer angegriffen und starb später im Krankenhaus. Ein 20-jähriger Deutscher sitzt wegen Mordverdachts und schwerer räuberischer Erpressung in Untersuchungshaft. In Nürnberg kam ein 45-Jähriger nach einem tödlichen Messerangriff in Untersuchungshaft, in Duisburg ein 22-Jähriger wegen versuchten Totschlags. In Kassel wurde eine Frau bei einem Straßenraub angegriffen, ein mutiger Zeuge vertrieb den Täter. In Rutesheim verfolgte ein Mann seine Ehefrau mit einem Messer, die Polizei fahndet.

Bei einem Kleinflugzeugabsturz in Ganderkesee in Niedersachsen kam am Samstagvormittag der Pilot ums Leben. Das Flugzeug krachte in das Dach eines Wohnhauses. Nach einem zweiten Insassen wird gesucht. Der Tatverdächtige des Anschlags auf eine Jugendhilfeeinrichtung in Stade starb am Dienstag in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde. Nach Mitteilung des Justizministeriums handelt es sich nach derzeitigem Stand um einen Suizid.

Timmy der Wal

Timmy der Wal ist weiterhin vor der niedersächsischen Nordseeküste gestrandet. Die Rettungsversuche laufen, der Wal ist seit Mitte April 2026 am gleichen Ort, sein Zustand wird täglich beobachtet.

Kultur und Sport

Die US-amerikanische Singer-Songwriterin Gracie Abrams hat erstmals die Nummer eins der deutschen Album-Charts erreicht. Mit ihrem neuen Album Daughter from Hell setzt sie sich an die Spitze durch. Lando Norris sicherte sich am Samstag die Pole-Position beim Großen Preis von Ungarn in Budapest. Der McLaren-Pilot setzte sich im Qualifying mit einer Zeit von 1:17.207 Minuten knapp vor Lewis Hamilton durch. Damit errang Norris die erste Pole-Position der Saison, die nicht von einem Mercedes-Fahrer erzielt wurde.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer forderte eine grundlegende Umstrukturierung der Videoplattform TikTok. Der Minister will das chinesisch dominierte Unternehmen in europäische Eigentümerstrukturen überführen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Finnlands Präsident Alexander Stubb plädierten in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung für eine neue Friedensinitiative im Nahen und Mittleren Osten nach dem Vorbild des Helsinki-Prozesses aus den Siebzigerjahren.

Weitere Stories der Woche

In Deutschland leben rund 4,6 Millionen geringqualifizierte Erwachsene ohne anerkannten Berufsabschluss. Ihre Zahl wächst kontinuierlich: Seit 2019 kommen jährlich etwa 100.000 Menschen hinzu. Der Krankenstand in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 leicht auf 5,3 Prozent zurückgegangen. Atemwegserkrankungen sanken um 21 Prozent, psychische Erkrankungen stiegen jedoch um 7,4 Prozent. Die Deutsche Bahn weitet ihr Alkoholverbot massiv aus: Künftig soll an sämtlichen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland nicht mehr getrunken werden dürfen. Die Umsetzung ist bis zum 15. Oktober 2026 geplant. Das Bundesverfassungsgericht entschied am Freitag, dass Deutschland die Aufnahmeprogramme für Afghanen nicht pauschal einstellen durfte. Bei solchen Entscheidungen müssen die individuellen Umstände jedes Einzelnen berücksichtigt werden. Verheerende Waldbrände zwingen in Frankreich und Spanien mindestens 260.000 Menschen zur Flucht.