Stand 17:00 Uhr, Mittwoch 01.07.2026: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Baden-Württemberg eine HOHE Gewittergefahr. Der Instabilitäts-Index liegt aktuell bei 8 von 10 – das ist konvektives Hochpotenzial. Einzelne Gewitter sind bereits ab dem späten Nachmittag möglich, die Hauptaktivität erwartet sich jedoch zwischen 20:00 und 23:00 Uhr, wenn die bodennahe Wärmezufuhr nachlässt und aufgestiegene Luftmassen destabilisiert entladen werden. Betroffen sind bevorzugt die mittleren und südlichen Landesteile, also der Schwarzwald, die Schwäbische Alb und das Vorland. Die Windböen erreichen tagsüber bereits 38 km/h – im Gewitterumfeld sind lokal Böen von 60 bis 70 km/h nicht auszuschließen. Hagel in kleiner Körnung ist bei dieser Instabilitätslage ebenfalls möglich.
Die meteorologische Grundlage für diese Einschätzung ist eindeutig: Die Temperatur-Taupunkt-Differenz von nur 6,6°C zeigt, dass die Atmosphäre bereits stark mit Feuchtigkeit gesättigt ist – ein Wert unter 7°C gilt als kritische Schwelle für Konvektion. Die Luftfeuchte von 72 Prozent unterstreicht diesen Befund. Kombiniert mit dem Instabilitäts-Index von 8/10 – vergleichbar mit einem hohen CAPE-Wert (konvektiv verfügbare potenzielle Energie), also der in der Atmosphäre gespeicherten Energie für aufsteigende Luftmassen – entsteht ein klassisches Hochrisikomuster. Die Windböen von 38 km/h liegen knapp unterhalb der Schwelle von 40 km/h, ab der ausgeprägte Windscherung (unterschiedliche Windgeschwindigkeiten und -richtungen in verschiedenen Höhenschichten) mesozyklonale Strukturen, also rotierende Gewitterzellen, begünstigen würde. Das Risiko für organisierte Gewitterlinien bleibt dennoch real. Der Niederschlag von 2,4 mm deutet auf bereits ablaufende kleinere Schauer hin, die als Vorläufer größerer Zellen zu werten sind.
In der Nacht zum Donnerstag schwächt die Gewitteraktivität voraussichtlich nach Mitternacht ab, wenn die Energiezufuhr durch fehlende Sonneneinstrahlung versiegt. Der Donnerstag selbst bringt dann eine markante Wetterberuhigung: Der Instabilitäts-Index fällt auf 0/10, die Luftfeuchte sinkt auf 50 Prozent und die Temperatur-Taupunkt-Differenz steigt auf 8,8°C – deutlich über der kritischen Grenze. Die Gewittergefahr ist am Donnerstag und Freitag als sehr gering einzustufen. Auch der Samstag bleibt mit einem moderaten Index von 3/10 und wenig Wind weitgehend ruhig, wenngleich die Taupunkt-Differenz am Samstag mit 3,9°C wieder auf ein auffällig feuchtes Niveau absinkt – das verdient Beobachtung.
Empfehlungen für heute Abend: Wer sich im Freien aufhält, sollte die Wetterentwicklung aktiv beobachten. Warnsignale sind rasch aufziehende dunkle Wolken im Westen und Südwesten, ein spürbarer Temperaturabfall innerhalb weniger Minuten sowie deutlich zunehmende Böen – diese Kombination zeigt eine herannahende Gewitterzelle an. Suchen Sie in diesem Fall umgehend ein festes Gebäude auf. Offene Flächen, Berggipfel, Gewässer und Einzelbäume sind bei Gewitter lebensgefährlich. Wassersportler und Camper sollten spätestens bis 19:30 Uhr sichere Positionen eingenommen haben. Autofahrer auf der Autobahn sollten bei starkem Regen und Aquaplaning-Risiko die Geschwindigkeit deutlich reduzieren. Veranstaltungen im Freien sollten Organisatoren für den Abend mit einem klaren Abbruchplan versehen.
Spezifische Risiken heute Abend: Bei einem Instabilitäts-Index von 8/10 und der gegebenen Feuchtelage sind Starkregen-Ereignisse von 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich – das reicht lokal für überflutete Unterführungen und volle Kanalisation. Kleinkornhagel bis etwa 1 cm Durchmesser ist in den aktivsten Zellen realistisch. Die Blitzaktivität wird in der Hauptgewitterphase zwischen 20:00 und 23:00 Uhr erhöht sein – halten Sie sich bis zum vollständigen Abzug der Zellen nicht im Freien auf. Nutzen Sie Warn-Apps wie NINA oder die DWD WarnWetter-App, um standortgenaue Unwetterwarnungen in Echtzeit zu erhalten.
