Stand 17:06 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden gilt in Brandenburg ein moderates Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt aktuell bei 6 von 10 – das ist die obere Grenze des moderaten Bereichs, an der einzelne Gewitter durchaus organisiert auftreten können. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit für den heutigen Abend beträgt 47 Prozent bei einem prognostizierten Niederschlagsbetrag von 3,8 Millimetern. Besonders die zweite Abendphase ab etwa 20:00 Uhr ist kritisch: Wenn sich tagsüber aufgebaute Wärme und Feuchte entladen, sind kurze, aber intensive Schauer oder Gewitter wahrscheinlich. Böen bis 39 km/h können Gewitter begleiten; ein nennenswertes Hagelpotenzial besteht bei diesen Werten nicht, jedoch sind Starkregen-Zellen lokal nicht ausgeschlossen. Besonders der Süden und die Mitte Brandenburgs sollten die Entwicklung im Blick behalten.
Warum ist das Risiko heute Abend vorhanden? Der Schlüssel liegt im Zusammenspiel dreier Faktoren. Erstens zeigt der Instabilitäts-Index 6 von 10 – ein Wert, der anzeigt, dass die Atmosphäre genug Energie gespeichert hat, um aufsteigende Luftpakete kräftig zu beschleunigen (vergleichbar mit einem hohen CAPE-Wert, also einer großen verfügbaren Auftriebsenergie). Zweitens liegt der Gradient zwischen Lufttemperatur und Taupunkt bei nur 6,3 Grad Celsius – je kleiner dieser Abstand, desto feuchter und labiler ist die Luft. Werte unter 7 Grad Celsius gelten als Warnschwelle für konvektive Aktivität, und wir befinden uns genau in dieser Zone. Drittens sorgen Böen bis 39 km/h für eine moderate Windscherung, also eine Veränderung der Windgeschwindigkeit mit der Höhe. Das reicht zwar nicht für rotierende Gewittersysteme (sogenannte Mesozyklonen), begünstigt aber das Organisieren einzelner Gewitterzellen und kann zu böigen Abstromwinden unter Gewittern führen.
In der Nacht auf Montag lässt die Gewitteraktivität voraussichtlich nach, da die solare Einstrahlung als treibender Energie-Lieferant wegfällt. Dennoch bleibt der Montag, 27. Juli, der kritischste Tag der Vorhersageperiode: Der Instabilitäts-Index springt auf 8 von 10 – das entspricht hohem Gewitterpotenzial. Gleichzeitig steigen die Böen auf 43 km/h, was die Windscherung weiter erhöht. Paradoxerweise sinkt die Luftfeuchte auf 50 Prozent, und der Temperatur-Taupunkt-Gradient wächst auf 6,9 Grad – die Luft ist also etwas trockener, aber die atmosphärische Instabilität ist deutlich größer. Das bedeutet: Gewitter am Montag können zwar etwas seltener auslösen, dann aber heftiger und böenreicher ausfallen. Ab Dienstag entspannt sich die Lage deutlich – der Index fällt auf 3, Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei nur 5 Prozent. Der Mittwoch bringt mit nahezu Windstille und einem Instabilitäts-Index von 3 stabile Verhältnisse.
Wer heute Abend noch im Freien unterwegs ist, sollte folgende Warnsignale ernst nehmen: eine plötzliche Zunahme der Böen, ein spürbarer Temperatursturz innerhalb weniger Minuten sowie rasch aufquellende dunkle Wolkentürme am Himmel – das sind klassische Zeichen für eine herannahende Gewitterzelle. Outdoor-Aktivitäten wie Radfahren, Wandern oder Grillen sollten spätestens ab 20:00 Uhr an einem festen Unterstand geplant werden. Wer noch auf dem Wasser ist – ob Kanu, SUP oder Segelboot – sollte sofort ans Ufer: Offene Wasserflächen sind bei Blitzschlag extrem gefährlich. Autofahrer sollten bei einsetzenden starken Böen die Geschwindigkeit reduzieren und Brücken oder exponierte Autobahnabschnitte mit Bedacht befahren. Für Montag gilt dieselbe Empfehlung mit erhöhter Dringlichkeit.
Da die Gewitterwahrscheinlichkeit heute Abend bei 47 Prozent liegt und für Montag auf 58 Prozent steigt, ist ein spezifischer Risikohinweis angebracht. Starkregen ist das wahrscheinlichste Begleitphänomen: Bei lokalisierten Gewitterzellen können innerhalb von 15 bis 30 Minuten mehr als 10 Millimeter Regen fallen, was in Ortschaften mit dichter Bebauung oder in Senken schnell zu Überflutungen von Unterführungen und Kellern führen kann. Blitzschlaggefahr ist bei Instabilitäts-Index 6 bis 8 als erhöht einzustufen – freie Flächen, Einzelbäume und erhöhte Standorte sind tabu. Hagel ist nach aktueller Datenlage unwahrscheinlich, kann bei den Montagswerten jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden, sollte eine besonders organisierte Gewitterzelle entstehen. Verfolgen Sie die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in der WarnWetter-App – insbesondere für den morgigen Montag.
