Ein 34-jähriger Mann ist nach einer spektakulären Verfolgungsjagd durch mehrere Berliner Bezirke festgenommen worden. Die Polizei wollte ihn eigentlich nur wegen fehlenden Abblendlichts kontrollieren – daraus wurde eine stundenlange Flucht mit einem gestohlenen Mercedes.
Die Polizei bemerkte gegen 22:30 Uhr in der Friesenstraße in Friedrichshain-Kreuzberg, dass der Mann ohne Licht fuhr. Als die Beamten zur Kontrolle an sein Fahrzeug herantraten, gab der 34-Jährige plötzlich Gas und flüchtete mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Jüterboger Straße. Die Polizisten nahmen sofort mit Blaulicht und Martinshorn die Verfolgung auf.
Während seiner Flucht missachtete der Mann mehrere rote Ampeln und fuhr in der Gneisenaustraße in den Gegenverkehr. Im Bereich der Kirche am Südstern sprühte er mehrfach mit einem Feuerlöscher aus seinem Auto, um die Sicht der verfolgenden Polizisten zu behindern. Seine Route führte über die Hasenheide zum Hermannplatz, dann in die Graefestraße. An der Kreuzung zur Urbanstraße bog er nach rechts ab – andere Autofahrer mussten stark bremsen und ausweichen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.
Erneut setzte er den Feuerlöscher ein, um die Polizei zu behindern. Die Verfolgung ging weiter über Hermannplatz, Karl-Marx-Straße und Flughafenstraße zur Hermannstraße. Dort fuhr der 34-Jährige in der Nähe eines Cafés über den Gehweg – Gäste und Fußgänger mussten zur Seite springen, um nicht überfahren zu werden.
An der Jonasstraße fuhr er wieder auf die Straße und überfuhr ein Verkehrszeichen. Auf Höhe Schierker Straße/Selkestraße krachte er wegen der viel zu hohen Geschwindigkeit gegen eine Verkehrsinsel, wobei zwei Reifen platzten. Trotzdem setzte er die Flucht fort und fuhr auf die Autobahn A113 Richtung Süden, wo er langsamer wurde und zwischen den Fahrspuren hin und her pendelte.
An der Anschlussstelle Späthstraße verließ er die Autobahn und fuhr über die Neue Späthstraße zur Buschkrugallee. Obwohl er bereits auf den Felgen fuhr, war er wieder mit deutlich erhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Bei rotem Ampellicht bog er in die Parchimer Allee ein. Seine Route führte weiter über Grüner Weg, Fritz-Erler-Allee, Kormoranweg und Rudower Straße wieder zur Fritz-Erler-Allee, wo er mehrere Gegenstände aus dem Fahrzeug warf.
Die wilde Fahrt endete auf einem Mietparkplatz in der Goldammerstraße in Gropiusstadt, wo er gegen einen Findling, den Bordstein und den Zaun eines Müllplatzes krachte. Der Mann flüchtete zu Fuß weiter, wurde aber von den Polizisten festgenommen.
Bei der Durchsuchung des Autos machten die Beamten mehrere Entdeckungen: eine Schreckschusswaffe ohne Munition, mehrere Kennzeichensätze, die zur Fahndung ausgeschrieben waren, zwei Elektrokleinstfahrzeuge, bei denen Diebstahlsverdacht besteht, sowie mögliche Werkzeuge für Einbrüche – eine Flex und einen Kuhfuß – sowie eine Sturmhaube. Alles wurde beschlagnahmt.
Die am Auto angebrachten Kennzeichen gehörten nicht zu dem Fahrzeug. Der Mercedes selbst war als gestohlen gemeldet und zur Fahndung ausgeschrieben. Der 34-Jährige konnte keinen Führerschein vorzeigen und hatte vier offene Haftbefehle, unter anderem wegen schweren Raubes und Diebstahls. Da der Verdacht bestand, dass er unter Drogeneinfluss fuhr, wurde ihm Blut abgenommen.
Das Auto wurde beschlagnahmt und der 34-Jährige der Justiz überstellt. Die Polizei ermittelt weiter.