Stand 17:00 Uhr, Freitag 06. November 2026: Gewitter sind in den kommenden 6 bis 12 Stunden für ganz Deutschland ausgeschlossen. Der Instabilitäts-Index liegt bei 7 von 10 – ein Wert, der auf den ersten Blick alarmierend klingt, in diesem Fall jedoch fast ausschließlich durch die extreme Feuchtelast der Atmosphäre zustande kommt, nicht durch konvektiven Auftrieb. Die Temperaturen bewegen sich zwischen -2 und +5 Grad Celsius, was jede Form von Gewitterkonvektion effektiv verhindert. Die eigentlichen Gefahren dieser Nacht sind Nebel mit teils unter 100 Metern Sichtweite sowie Glätte durch gefrierende Nässe – besonders in der zweiten Nachthälfte, wenn die Temperaturen in weiten Teilen unter den Gefrierpunkt fallen.
Der erhöhte Instabilitäts-Index ist meteorologisch durch die Kombination aus nahezu wassergesättigter Luft (96 Prozent relative Feuchte) und einem extrem geringen Taupunkt-Gradienten von nur 1,2 Grad Celsius zu erklären. Dieser Gradient beschreibt den Abstand zwischen Lufttemperatur und Taupunkt – je kleiner dieser Wert, desto näher ist die Luft an ihrer Sättigungsgrenze, desto dichter der Nebel. Für Gewitter fehlen jedoch zwei entscheidende Zutaten vollständig: ausreichend Wärme für konvektiven Auftrieb und eine nennenswerte Windscherung, also die Zunahme von Windgeschwindigkeit oder Windrichtung mit der Höhe, die rotierende Gewitterzellen erst ermöglicht. Die Böen von bis zu 38 km/h sind zwar spürbar, liegen aber deutlich unter dem Schwellenwert von 40 km/h, ab dem in Kombination mit hoher Feuchte ein Mesozyklonen-Potenzial – also die Gefahr von rotierenden Gewitterzellen – grundsätzlich zu bewerten wäre. Bei diesen Wintertemperaturen bleibt selbst dieses Szenario vollständig irrelevant.
Die Nacht auf Samstag bringt keine Entspannung beim Nebel, aber eine deutliche Beruhigung der Windlage. Am Samstag, 07. November, lockert sich die Situation merklich auf: Die relative Feuchte fällt auf 50 Prozent, der Wind schwächt sich auf 13 km/h ab, und der Instabilitäts-Index sinkt auf 3 von 10. Das Wochenende und der Montag präsentieren sich bei Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad trocken und ruhig – ein stabiles Hochdruckfeld baut sich durch. Konvektive Ereignisse wie Gewitter sind bis einschließlich Montag, 09. November, bei einem gleichbleibend niedrigen Instabilitäts-Index von 3 und fehlender Feuchtezufuhr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen.
Die Empfehlungen für diesen Freitagabend richten sich nicht auf Gewitterschutz, sondern auf winterliche Straßenverhältnisse. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten besonders auf Brücken, Tallagen und Waldschneisen mit Schwarzeis rechnen, wenn die Temperaturen nach 20:00 Uhr in den Frostbereich sinken. Fußgänger sollten gut beleuchtete Wege bevorzugen, da die Nebelsichtweite stellenweise unter 50 Meter fallen kann. Wer abends noch unterwegs ist, sollte Fahrzeit einplanen und Tempo deutlich reduzieren. Outdoor-Aktivitäten in der freien Natur oder auf dem Wasser sind aufgrund der Kombination aus Kälte, Nässe und Glätte bis Samstagmorgen nicht empfehlenswert.
