Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland ein HOHES Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute mit 8 von 10 im kritischen Bereich – Gewitter sind nach 20:00 Uhr wahrscheinlich, regional auch unwetterartig. Besonders gefährdet sind derzeit Regionen mit erhöhter Thermik, also Mittelgebirgslagen und der Süden. Der Wind weht bereits jetzt mit 28 km/h, Böen erreichen 44 km/h – ein Wert, der in Kombination mit der vorhandenen Feuchte erhebliche Sturmböen bei Gewitterdurchgang begünstigt. Hagel in der Größenordnung von 1 bis 2 cm Durchmesser ist punktuell nicht auszuschließen.
Warum ist das Risiko heute so hoch? Drei Faktoren spielen zusammen: Erstens liegt der Instabilitäts-Index bei 8 von 10 – das bedeutet, die Atmosphäre ist stark labil geschichtet. Vereinfacht gesagt: Warme, feuchte Luft in Bodennähe trifft auf deutlich kältere Luftmassen in der Höhe, was aufsteigende Luftpakete wie einen Aufzug nach oben beschleunigt – der Motor für Gewitterzellen. Zweitens beträgt der Taupunkt-Gradient (die Differenz zwischen Temperatur und Taupunkt) nur 6,4°C – das liegt knapp unter der kritischen 7°C-Schwelle. Das signalisiert ausreichend Feuchte in der Luftsäule als Treibstoff für Konvektion. Drittens sorgen die Böen von bis zu 44 km/h für Windscherung – also unterschiedliche Windgeschwindigkeiten und -richtungen in verschiedenen Höhen. Das ist der klassische Baustein für organisierte, langlebige Gewitterzellen, in seltenen Fällen sogar mit Mesozyklonen-Potenzial (rotierende Gewitterzellen). Die Niederschlagswahrscheinlichkeit von 33 % klingt moderat, unterschätzt aber das lokale Intensitätspotenzial: Wo Gewitter entstehen, können innerhalb von 30 Minuten mehrere Liter pro Quadratmeter fallen.
In der Nacht zum Montag schwächt das Gewitterrisiko deutlich ab. Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, die Luftfeuchte sinkt auf 50 % und die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt nur noch bei 13 %. Montag und Dienstag bleiben stabil und trocken, mit Temperaturen zwischen 10 und 22°C und schwächeren Winden ohne nennenswerte Böen-Gefahr. Mittwoch präsentiert sich mit einem auffällig engen Temperaturspektrum von nur 13°C Tages-Maximum und einem sehr niedrigen Taupunkt-Gradienten von 2,9°C – das weist auf eine stabile, möglicherweise neblig-trübe Hochdrucklage hin, Gewitter sind ausgeschlossen. Die nächsten 72 Stunden nach heute Abend sind also gewitterfrei.
Wer sich heute Abend im Freien aufhält, sollte folgende Warnsignale ernst nehmen: plötzliche Abkühlung um mehrere Grad innerhalb weniger Minuten, rasch zunehmende Böen aus wechselnden Richtungen sowie schnell aufquellende Cumulonimbus-Wolken (markante Amboss- oder Blumenkohl-Türme). Wer Outdoor-Aktivitäten plant – Wandern, Radfahren, Wassersport – sollte diese vor 20:00 Uhr abschließen oder einen sicheren Unterstand einplanen. Auf Gewässern gilt: Bei ersten Blitzen sofort ans Ufer, offenes Wasser ist lebensgefährlich. Autofahrer sollten bei Starkregen die Geschwindigkeit deutlich reduzieren und bei Aquaplaning-Gefahr anhalten. Smartphone-Warn-Apps wie NINA oder WarnWetter des DWD sollten aktiviert und Push-Benachrichtigungen eingeschaltet sein.
