Das Wetter in Deutschland: Kein Gewitterrisiko – ruhige Herbstnacht zum Nationalfeiertag

Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei lediglich 5 von 10 – das entspricht einem niedrigen konvektiven Potenzial, das für die Ausbildung von Gewittern nicht ausreicht. Bis Mitternacht bleibt es bundesweit trocken, die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei gerade einmal 5 Prozent. Der Wind weht schwach aus wechselnden Richtungen mit Böen bis maximal 13 km/h – weit entfernt von gewitterrelevanten Schwellenwerten. Hagel oder Starkregen sind heute Nacht kein Thema.

Warum bleibt es trotz vergleichsweise hoher Luftfeuchte von 88 Prozent gewittterlos? Entscheidend ist das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Die Temperaturdifferenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt beträgt heute nur 2,7 Grad Celsius – das klingt zunächst nach einer feuchten, instabilen Lage, doch bei Maximaltemperaturen von 20 Grad Celsius fehlt der thermische Antrieb, der für aufsteigende Luftmassen (Konvektion) notwendig wäre. Der Atmosphäre mangelt es an sogenannter konvektiver verfügbarer potentieller Energie (CAPE-Äquivalent): Die bodennahe Luft ist zwar feucht, aber nicht warm genug, um kräftig aufzusteigen und Gewitterzellen zu speisen. Hinzu kommt die fehlende Windscherung – also der Unterschied in Windrichtung und -stärke zwischen tiefen und hohen Luftschichten. Ohne diese Scherung können sich selbst bei leichter Instabilität keine organisierten Gewitterstrukturen entwickeln. Die Drucklage zeigt sich stabil, dynamischer Auftrieb durch ein sinkendes Druckfeld ist nicht erkennbar.

In der Nacht zum Sonntag und über den gesamten 4. Oktober hinweg entspannt sich die Lage weiter. Die Luftfeuchte fällt auf 50 Prozent, der Instabilitäts-Index sinkt auf 3 von 10, und die Niederschlagswahrscheinlichkeit bleibt bei unter 5 Prozent. Auch Montag und Dienstag setzen diesen ruhigen Herbsttrend fort: trockene Luft, schwacher Wind, kein konvektives Potenzial. Die Temperaturdifferenz zwischen Luft und Taupunkt steigt auf bis zu 3,6 Grad an, was auf eine weiter absinkende Feuchte in der freien Atmosphäre hindeutet. Gewitter sind in den nächsten 96 Stunden nach aktuellem Datenstand unwahrscheinlich.

Auch wenn heute keine Gewitterwarnung ausgesprochen werden muss, gilt wie immer: Wer den Nationalfeiertag im Freien verbringt, sollte die Böenentwicklung im Blick behalten. Böen bis 13 km/h sind harmlos, können aber in exponierten Lagen – Berggipfel, offene Seeufer – spürbar sein. Wassersportler sollten beachten, dass die herbstlichen Wassertemperaturen bei einem unerwarteten Sturz ins Wasser rasch zur Gefahr werden können, unabhängig vom Gewitterrisiko. Für Autofahrten besteht heute Nacht kein witterungsbedingtes Zusatzrisiko durch Gewitter oder Starkregen.