Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das entspricht einem niedrigen bis allenfalls grenzwertig moderaten konvektiven Potenzial, das jedoch nicht ausreicht, um organisierte Gewitterzellen zu entwickeln. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 8 und 11 °C, der Wind weht mit rund 21 km/h und Böen bis 32 km/h – zu schwach, um in Kombination mit der vorhandenen Feuchte mesozyklonale Strukturen (also rotierende Gewittersysteme) auszulösen. Niederschlag ist heute Nacht möglich, bleibt aber auf leichten Regen oder Nieselregen beschränkt. Eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von 16 % unterstreicht: Es bleibt überwiegend trocken.
Warum kein Gewitter, obwohl die Luftfeuchte mit 88 % extrem hoch ist? Ganz einfach: Feuchte allein reicht nicht. Entscheidend ist die Kombination aus Instabilität, Auftrieb und Windscherung. Der Temperaturgradient zwischen Luft und Taupunkt beträgt heute lediglich 1,9 °C – das bedeutet, die Luft ist nahezu gesättigt und Wolkenbildung ist wahrscheinlich, aber der thermische Antrieb für aufsteigende Luftmassen (vergleichbar mit dem meteorologischen CAPE-Wert, also der verfügbaren Auftriebsenergie) fehlt bei diesen herbstlichen Temperaturen fast vollständig. Dazu kommt: Die Böen erreichen maximal 32 km/h, der Schwellenwert für relevante Windscherung liegt deutlich höher. Das atmosphärische Druckfeld zeigt keine dynamischen Auftriebsprozesse, die eine Konvektion in Gang setzen könnten. Kurz: Die Zutaten für ein Gewitter – Wärme, Instabilität, Feuchte in der Höhe und Scherung – sind heute Abend nicht zusammen vorhanden.
In der Nacht und in den nächsten 24 bis 48 Stunden entspannt sich die Lage weiter. Am Montag fällt die Luftfeuchte auf 50 %, der Taupunkt-Gradient steigt auf 2,9 °C und der Instabilitäts-Index sinkt auf 3 von 10 – die Atmosphäre stabilisiert sich spürbar. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei lediglich 4 %. Am Dienstag setzt sich dieser Trend fort: weiterhin trocken, Instabilitäts-Index stabil bei 3, Temperaturen zwischen 4 und 10 °C. Der Mittwoch bringt dann nahezu Windstille (nur noch 9 km/h, Böen 17 km/h) bei einem ungewöhnlich engen Taupunkt-Gradienten von 0,9 °C – das deutet auf dichten Nebel oder Hochnebel hin, aber keinerlei konvektives Geschehen. Die Gewittergefahr ist für die gesamte Woche als nicht relevant einzustufen.
Auch wenn heute Nacht keine Gewittergefahr besteht, sollten Autofahrer und Radfahrer die hohe Luftfeuchte von 88 % im Blick behalten: Straßen können durch Reifglätte oder nasse Fahrbahnoberflächen rutschig werden, besonders in der zweiten Nachthälfte wenn die Temperaturen weiter sinken. Fußgänger und Outdoor-Sportler sollten wegen der stark bewölkten und möglicherweise nebligen Bedingungen auf gute Sichtbarkeit achten. Wer in dieser Woche plant, Freizeitaktivitäten im Freien zu unternehmen, kann das ohne Gewittersorgen tun – empfehlenswert sind vor allem die Tage Montag bis Mittwoch mit trockenem, wenn auch herbstlich kühlem Wetter.
