Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in ganz Deutschland kein Gewitterrisiko. Der Abend und die Nacht zum Donnerstag verlaufen trocken und ruhig. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 0 von 10 – das bedeutet: Die Atmosphäre ist vollständig stabil, konvektive Umlagerungen sind ausgeschlossen. Böen erreichen vereinzelt 35 km/h, bleiben damit aber weit unterhalb kritischer Schwellenwerte. Weder regional noch überregional sind Gewitter, Hagel oder Starkregen zu erwarten.
Der Grund für diese stabile Wetterlage liegt in der Kombination mehrerer hemmender Faktoren. Die Luftfeuchtigkeit beträgt heute 59 Prozent und sinkt in den kommenden Tagen weiter auf 50 Prozent – für Gewitterbildung wären Werte deutlich über 70 Prozent notwendig. Besonders aussagekräftig ist der Taupunkt-Gradient: Der Abstand zwischen Temperatur und Taupunkt liegt heute bei 11,7 Grad Celsius und steigt bis Freitag auf 15,2 Grad. Erst unterhalb von 7 Grad Celsius wird die Luft feucht genug, um aufsteigende Luftpakete bis zur Gewitterreife zu treiben. Die Windscherung – also die Veränderung von Windrichtung und Windgeschwindigkeit in verschiedenen Höhen – zeigt keine Strukturen, die rotierende Gewitterzellen begünstigen würden. Das Druckfeld ist stabil, ein dynamischer Auftrieb durch absinkenden Luftdruck fehlt vollständig. Kurz gesagt: Alle Zutaten für Gewitter sind gleichzeitig abwesend.
Auch in den nächsten 24 bis 72 Stunden ändert sich an dieser Einschätzung nichts. Donnerstag bringt Höchstwerte um 31 Grad bei weiter sinkender Feuchte und einem Instabilitäts-Index von 0. Freitag wird mit bis zu 34 Grad der heißeste Tag des Zeitraums – doch auch hier bleibt die Atmosphäre trotz starker Sonneneinstrahlung stabil. Der Taupunkt-Gradient von 15,2 Grad am Freitag ist ein deutliches Signal für extrem trockene Luftmassen, die selbst bei großer Hitze keine Gewitterzellen aufbauen können. Erst zum Samstag deutet sich eine markante Änderung an: Die Tageshöchsttemperatur fällt auf nur noch 18 Grad, der Gradient sinkt auf 8,5 Grad – ein Hinweis auf einen Luftmassenwechsel, dessen genaue Dynamik im Folge-Update bewertet wird.
Auch wenn aktuell kein Gewitterrisiko besteht, lohnt ein Blick auf den Samstag: Der deutliche Temperaturrückgang von 34 auf 18 Grad innerhalb von 24 Stunden weist auf eine durchziehende Front hin. Wer am Wochenende Outdoor-Aktivitäten, Wassersport oder längere Autofahrten plant, sollte ab Freitagabend die Warnlage im Blick behalten und Echtzeit-Warnungen des DWD über die WarnWetter-App aktivieren. Für die kommenden Tage gilt: Hitzeschutz hat Vorrang vor Gewittervorsorge. Ausreichend trinken, Mittagshitze meiden und bei Arbeiten im Freien auf frühe Morgen- oder späte Abendstunden ausweichen.
