Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden – also den Donnerstagabend und die Nacht auf Freitag – ist das Gewitterrisiko deutschlandweit als sehr niedrig einzustufen. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 0 von 10, die Atmosphäre ist stabil geschichtet, und die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt gerade einmal 4 Prozent. Böen erreichen vereinzelt bis zu 28 km/h, bleiben damit aber weit unter kritischen Schwellenwerten. Weder Hagel noch Starkregen sind in dieser Nacht ein Thema. Wer heute Abend noch draußen unterwegs ist, kann das ohne Wettersorgen tun.
Der Grund für die heutige Ruhe liegt in einer stabilen Hochdrucklage, die konvektive Prozesse – also das Aufsteigen feucht-warmer Luft, das Gewitter erst ermöglicht – effektiv unterdrückt. Die Temperaturdifferenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt beträgt heute 9,3 Grad Celsius; erst unterhalb von 7 Grad wird die Luft in Bodennähe feucht genug, um nennenswerte Energie für Gewitterzellen bereitzustellen. Zusätzlich fehlt jede relevante Windscherung – also die Zunahme von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe –, die organisierte Gewitterstrukturen erst gefährlich macht. Kurz gesagt: Heute hat die Atmosphäre keine Energie, kein Brennmaterial und keinen Zünder.
Der Blick auf Freitag und Samstag zeigt eine spürbare Trendwende. Am Freitag, dem 17. Juli, steigt der Instabilitäts-Index auf 3 von 10 – das entspricht einem niedrig-moderaten Gewitterpotenzial. Die Taupunkt-Differenz fällt auf 5,3 Grad, was auf merklich feuchtere Luftmassen hinweist, und die Niederschlagswahrscheinlichkeit klettert auf 45 Prozent bei erwarteten 5,2 mm. Gewitter sind am Freitagnachmittag regional nicht auszuschließen, bleiben aber in ihrer Intensität begrenzt. Deutlich interessanter wird Samstag, der 18. Juli: Der Instabilitäts-Index erreicht 6 von 10 – das ist die obere Grenze des moderaten Bereichs und nähert sich hohem Gewitterpotenzial. Die Böen legen auf 39 km/h zu, die Taupunkt-Differenz liegt bei 5,8 Grad, und mit erhöhter Windscherung steigt auch das Potenzial für kräftigere, organisierte Gewitterzellen. Samstag ist der meteorologisch kritischste Tag des Wochenendes – hier wird eine genaue Beobachtung der Lageentwicklung notwendig sein. Der Sonntag zeigt sich mit einem Instabilitäts-Index von 3 und einer sehr geringen Niederschlagswahrscheinlichkeit von 2 Prozent wieder deutlich ruhiger.
Auch wenn der heutige Abend keine Warnlage darstellt, lohnt es sich, die Entwicklung ab Freitag im Blick zu behalten – insbesondere für alle, die das Wochenende im Freien, auf dem Wasser oder auf langen Fahrten verbringen möchten. Warnsignale vor einem aufziehenden Gewitter sind: eine rasche Verdunkelung des westlichen oder südwestlichen Himmels, ein plötzlicher Temperatursturz um mehrere Grad innerhalb kurzer Zeit sowie stark zunehmende Böen aus wechselnden Richtungen. Wer am Samstag Outdoor-Aktivitäten plant, sollte Wetter-Apps mit Echtzeit-Radarfunktion nutzen und bei aufkommenden Warnungen konsequent Schutz in stabilen Gebäuden suchen. Wassersportler und Camper sollten für Samstag einen Plan B in der Tasche haben und spätestens bei Böen über 30 km/h das Wasser verlassen beziehungsweise Zelte sichern.
