Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei moderaten 5 von 10 – das reicht für etwas konvektives Potenzial, aber nicht für organisierte Gewitteraktivität. Einzelne schwache Schauer sind bis Mitternacht nicht völlig ausgeschlossen, die Wahrscheinlichkeit liegt bei rund 32 Prozent mit lediglich 0,3 mm erwartetem Niederschlag. Böen erreichen maximal 19 km/h – weit entfernt von kritischen Schwellenwerten. Wer heute Abend draußen unterwegs ist, kann das entspannt tun.
Der entscheidende Grund für die Gewitterfreiheit liegt im Zusammenspiel mehrerer stabilisierender Faktoren: Die Temperaturdifferenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt beträgt heute 4,7 Grad Celsius – das bedeutet, die Luft ist zwar nicht trocken, aber auch nicht feucht genug, um rasch aufsteigende Luftmassen (Konvektion) wirkungsvoll anzufachen. Unterhalb von 7 Grad Celsius Taupunkt-Gradient spricht man meteorologisch von einer potenziellen Problemzone; wir liegen knapp darüber. Hinzu kommt: Die Windscherung – also der Unterschied in Windgeschwindigkeit und -richtung zwischen Boden und höheren Luftschichten – ist bei Böen von nur 19 km/h praktisch nicht vorhanden. Ohne ausgeprägte Windscherung können sich keine rotierenden Gewitterzellen (Mesozyklonen) entwickeln. Der Instabilitäts-Index von 5/10 zeigt zwar leichte atmosphärische Unruhe, aber ohne ausreichend Feuchtenachschub und ohne dynamischen Auftrieb durch ein fallendes Druckfeld bleibt es bei harmlosen Bedingungen.
Der Blick auf die nächsten 24 bis 72 Stunden zeigt einen klaren herbstlichen Trend. Am Freitag, dem 2. Oktober, steigt die Niederschlagswahrscheinlichkeit deutlich auf 71 Prozent bei 3,5 mm erwartetem Regen – allerdings unter sinkender Instabilität (Index 3/10) und bei einer Luftfeuchte von nur 50 Prozent. Das klingt zunächst widersprüchlich, erklärt sich aber durch großräumige, stratiforme Bewölkung (flächiger Landregen ohne konvektive Energie), nicht durch Gewitter. Der enge Taupunkt-Gradient von 2,8 Grad Celsius am Freitag weist auf gesättigte Luft in der Fläche hin, nicht auf explosive vertikale Entwicklung. Das Wochenende – Samstag und Sonntag – beruhigt sich vollständig: Niederschlagswahrscheinlichkeiten unter 10 Prozent, kaum Wind, Instabilitäts-Index stabil bei 3/10. Der Herbst zeigt sich von seiner ruhigen Seite.
Auch wenn heute Abend und in der Nacht keine Gewittergefahr besteht, lohnt ein kurzer Blick auf die allgemeinen Warnsignale für kommende Tage: Achten Sie bei Freitags-Regen auf mögliche nasse Straßen und reduzierte Sichtweite – typische Herbstbedingungen, die die Fahrsicherheit beeinflussen. Wer am Freitag Outdoor-Aktivitäten plant, sollte wasserdichte Kleidung einpacken. Für Wassersportler gilt: Der Freitag bringt zwar keinen Sturm, aber anhaltenden Regen – Sichtbedingungen auf Gewässern können sich verschlechtern. Blitzgefahr besteht an keinem der kommenden Tage.
