Das Wetter in Deutschland: Unwetterwarnung – Gewitter, Böen und Starkregen zum Abend

Stand 17:00 Uhr – Die Lage ist ernst: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden gilt in weiten Teilen Deutschlands ein HOHES Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 10 von 10 – das ist der höchste mögliche Wert und entspricht einer explosiven atmosphärischen Ausgangslage. Gewitter sind nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich, bevorzugt ab den Abendstunden nach 18:00 Uhr und bis tief in die Nacht hinein. Besonders gefährdet sind Regionen mit bereits aktiven Niederschlagsfeldern, wo Böen von bis zu 55 km/h lokale Gewitterzellen zusätzlich anfachen können. Hagel kleineren Ausmaßes ist nicht ausgeschlossen, das Hauptrisiko liegt aber bei Starkregen und heftigen Sturmböen.

Warum ist die Lage heute so kritisch? Drei Faktoren treffen gleichzeitig aufeinander und verstärken sich gegenseitig. Erstens: Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 82 Prozent – weit oberhalb der kritischen Schwelle von 70 Prozent, ab der ausreichend Wasserdampf als Energiequelle für Gewitterzellen zur Verfügung steht. Zweitens: Der sogenannte Taupunkt-Gradient – also der Abstand zwischen Lufttemperatur (23°C) und Taupunkt – beträgt nur 3,1°C. Ein Wert unter 7°C signalisiert eine nahezu gesättigte Atmosphäre: Aufsteigende Luftpakete kondensieren extrem schnell, Wolkentürme bauen sich rasend schnell auf, und Gewitterzellen können sich innerhalb von Minuten entladen. Drittens verstärkt die vorhandene Windscherung – also die Veränderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe – in Kombination mit Böen bis 55 km/h das Potenzial für rotierende Gewitterzellen (sogenannte Mesozyklonen). Diese sind in der Lage, deutlich intensivere Blitz-, Hagel- und Sturmaktivität zu erzeugen als gewöhnliche Sommergewitter.

In der Nacht zum Dienstag lässt die Gewittergefahr voraussichtlich nach, da sich das aktive Niederschlagsfeld ostwärts verlagert und die energiereiche Feuchte abtransportiert wird. Der Dienstag selbst präsentiert sich mit einem Instabilitäts-Index von nur noch 3 von 10, einer auf 50 Prozent gesunkenen Luftfeuchtigkeit und einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von lediglich 17 Prozent deutlich ruhiger. Die Taupunkt-Differenz steigt auf 4,1°C – die Atmosphäre trocknet spürbar ab. Gewitter sind am Dienstag unwahrscheinlich. Mittwoch und Donnerstag setzen die Beruhigung fort: trocken, windschwach und stabil, mit Instabilitätswerten, die keine nennenswerte Konvektion mehr zulassen.

Für den heutigen Abend gilt: Nehmen Sie die Warnzeichen ernst. Typische Vorzeichen eines herannahenden Gewitters sind eine rasche Verdunkelung des Himmels von Westen, ein plötzlicher Temperatursturz um mehrere Grad innerhalb von Minuten sowie ein spürbares Auffrischen des Windes. Wer sich derzeit im Freien aufhält – ob beim Sport, Spaziergang oder Camping – sollte jetzt ein stabiles Gebäude aufsuchen und dort bleiben, bis die Gefahr vorüber ist. Bäume, offene Gewässer und erhöhte Standorte sind bei Gewitter strikt zu meiden. Autofahrer sollten mit eingeschränkter Sicht durch Starkregen und plötzlichen Aquaplaning-Gefahr rechnen – Geschwindigkeit deutlich reduzieren. Für Wassersportler gilt ab sofort: sofort an Land gehen, kein Aufschub.

Besondere Risiken für den heutigen Abend: Die Niederschlagsmenge kann lokal deutlich über den prognostizierten 5,3 mm liegen, da Gewitterzellen räumlich konzentrierte Starkregenereignisse von 20 bis 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit produzieren können – mit entsprechender Überflutungsgefahr in Unterführungen, Kellern und an Bachläufen. Blitzschlaggefahr ist bei einem Index von 10/10 und gesättigter Atmosphäre als hoch einzustufen. Vereinzelter Hagel mit Korngrößen bis ca. 1 cm ist möglich, großkörniger Hagel ist aufgrund der moderaten Windscherung eher unwahrscheinlich, aber nicht vollständig auszuschließen. Verfolgen Sie die Warnmeldungen des DWD über die WarnWetter-App in Echtzeit.