Das Wetter in Deutschland: Kein Gewitterrisiko heute Abend – aber Mittwoch bringt Regen

Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden – also bis in die Nacht zum Mittwoch – besteht in ganz Deutschland kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10, was theoretisch auf ein gewisses konvektives Potenzial hindeutet. Entscheidend dagegen spricht jedoch die Niederschlagswahrscheinlichkeit von lediglich 1 Prozent bei vollständig trockenem Wetter. Böen erreichen heute maximal 31 km/h – zu schwach, um in Kombination mit der vorhandenen Feuchte Gewitterzellen zu organisieren. Heute Abend und in der Nacht bleibt es ruhig, trocken und weitgehend windstill. Keine Gewittergefahr.

Der Grund für die ausbleibende Konvektion trotz des mittelmäßigen Instabilitäts-Index liegt im Zusammenspiel mehrerer dämpfender Faktoren. Zwar ist die Luftfeuchte mit 85 Prozent vergleichsweise hoch, und der Taupunkt-Gradient – also der Abstand zwischen Lufttemperatur und Taupunkt – beträgt nur 3,8 Grad Celsius. Ein Wert unter 7 Grad gilt als Feuchtebeladung, die Konvektion grundsätzlich begünstigt. Doch ohne dynamischen Auftrieb durch ein fallendes Druckfeld und ohne ausreichende Windscherung (d. h. die Änderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe) fehlt der entscheidende Zündmechanismus für Gewitterentstehung. Die Böen bleiben unter der kritischen Schwelle von 40 km/h, ab der in Verbindung mit hoher Feuchte Mesozyklonen-Potenzial – also rotierende Aufwinde als Vorläufer schwerer Gewitter – entstehen könnte. Das Wettersystem ist heute schlicht zu stabil organisiert.

In der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch selbst ändert sich das Bild moderat. Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, die Luftfeuchte sinkt auf 50 Prozent und der Taupunkt-Gradient wächst leicht auf 2,9 Grad – die Atmosphäre wird also trockener und stabiler. Dennoch steigt die Niederschlagswahrscheinlichkeit am Mittwoch auf 42 Prozent, bei erwarteten 3,1 mm Regen. Dabei handelt es sich aller Voraussicht nach um skaligen Niederschlag – also flächigen Landregen aus einer stabilen Schichtbewölkung – und nicht um konvektive Schauer oder Gewitter. Donnerstag und Freitag bringen bei weiter sinkender Instabilität (Index 3/10) und trockener Luft keine nennenswerte Gewittergefahr. Die Temperaturen pendeln sich auf herbstlich-moderate 12 bis 19 Grad ein. Die Gewittersaison klingt für diese Woche in Deutschland klar ab.

Auch wenn für heute Abend keine Gewitterwarnung ausgesprochen wird, gilt generell: Beobachten Sie in der Dämmerung und nach Einbruch der Dunkelheit die Wolkenentwicklung am Horizont. Plötzlich anziehende Böen, ein rapider Temperaturabfall um mehrere Grad binnen Minuten oder das Aufsteigen dunkelgrauer Quellwolken sind Frühwarnsignale für heranziehende Konvektion. Für heute Abend sind diese Signale nicht zu erwarten. Wer morgen, Mittwoch, Outdoor-Aktivitäten plant, sollte Regenschutz einplanen und auf nassem Laub oder glitschigen Wegen besonders achten – Gewitterschutz ist für Mittwoch jedoch nicht erforderlich.