Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden – also bis in den frühen Montagmorgen hinein – ist in Deutschland kein Gewitter zu erwarten. Der heutige Sonntag bleibt stabil und weitgehend trocken. Mit einem Instabilitäts-Index von lediglich 2 von 10 liegt das konvektive Potenzial im klar unkritischen Bereich. Der Wind weht mäßig aus wechselnden Richtungen mit Böen bis 38 km/h, was für sich allein kein Gewitterrisiko darstellt. Niederschlagswahrscheinlichkeit: 3 Prozent – meteorologisch irrelevant. Die Nacht wird ruhig, kühl und trocken.
Der Grund für die anhaltende Stabilität liegt im Zusammenspiel mehrerer beruhigender Faktoren: Der Instabilitäts-Index bleibt heute bei 2 von 10 – das bedeutet, die Atmosphäre ist schlicht zu stabil, um Gewitterzellen aufzubauen. Entscheidend ist außerdem der Temperatur-Taupunkt-Gradient von 8,1 Grad Celsius. Dieser Wert beschreibt vereinfacht gesagt, wie weit die Luft von Sättigung entfernt ist: Werte unter 7 Grad Celsius gelten als feucht-kritisch und begünstigen Konvektion. Mit 8,1 Grad heute liegt dieser Schwellenwert klar im sicheren Bereich. Die Luftfeuchte von 71 Prozent ist zwar spürbar, aber ohne ausreichende Instabilität und dynamischen Auftrieb aus dem Druckfeld reicht sie nicht, um konvektive Prozesse in Gang zu setzen. Kurz gesagt: Die Zutaten für ein Gewitter fehlen heute Abend vollständig.
Der Montag (03.08.) bleibt ebenfalls noch ruhig: Temperaturen klettern auf bis zu 31 Grad, der Instabilitäts-Index steigt leicht auf 3 von 10 – das liegt noch im niedrigen Bereich. Der Taupunkt-Gradient verbessert sich mit 7,8 Grad kaum, und die Niederschlagswahrscheinlichkeit bleibt bei 7 Prozent. Kein akutes Gewitterrisiko. Der entscheidende Wendepunkt kommt am Dienstag, 04.08.: Temperaturen erreichen erneut 32 Grad, der Instabilitäts-Index klettert auf 5 von 10 – damit betritt die Lage moderat-kritisches Terrain. Gleichzeitig rutscht der Temperatur-Taupunkt-Gradient auf 6,9 Grad und unterschreitet damit erstmals die 7-Grad-Schwelle. Das bedeutet: Die Luft ist feucht genug, bei ausreichend Einstrahlung und lokaler Hebung erste Schauer oder einzelne Gewitter auszulösen. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit von 18 Prozent bestätigt diesen Trend – ein Gewitterrisiko im niedrigen bis moderaten Bereich ist am Dienstagnachmittag und -abend regional möglich, insbesondere über Mittelgebirgen und im Süden Deutschlands. Der Mittwoch (05.08.) zeigt sich danach überraschend ruhig: Der Taupunkt-Gradient fällt zwar auf nur noch 2,6 Grad – was auf hohe bodennahe Feuchte hindeutet –, doch der Instabilitäts-Index liegt wieder bei lediglich 3 von 10, die Windgeschwindigkeiten sind minimal, und die Niederschlagswahrscheinlichkeit bleibt bei 3 Prozent. Die Feuchte allein reicht ohne Auftrieb nicht für Gewitter.
Für den heutigen Abend und die Nacht besteht kein Handlungsbedarf. Wer jedoch Outdoor-Aktivitäten, Veranstaltungen im Freien oder Wasserausflüge für den Dienstag plant, sollte die Wetterlage im Blick behalten und ab Dienstagmittag aktuelle Warnungen des Deutschen Wetterdienstes verfolgen – insbesondere für südliche und bergige Regionen. Typische Warnsignale für eine sich schnell entwickelnde Gewitterlage sind ein plötzlicher Temperaturrückgang um mehrere Grad innerhalb kurzer Zeit, eine rasche Zunahme von Böen sowie das Aufziehen dunkel-grauer Quellwolken (Cumulonimbus) aus westlicher oder südwestlicher Richtung. Bei ersten Anzeichen heißt es: Schutz in stabilen Gebäuden suchen, offene Gewässer und exponierte Lagen sofort verlassen und auf Überlandfahrten bei sinkender Sicht und Starkregen die Geschwindigkeit deutlich reduzieren.
