Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das entspricht einem moderaten konvektiven Potenzial – doch die entscheidenden Zutaten für organisierte Gewitter fehlen derzeit. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit bleibt mit 15 Prozent gering, und die Temperaturen gehen mit dem Sonnenuntergang zügig zurück. Böen können bis zum Abend jedoch noch Werte um 45 km/h erreichen, vor allem in exponierten Lagen und Kuppen. Hagel oder Starkregen sind heute Nacht nicht zu erwarten.
Warum bleibt es trotz des moderaten Instabilitäts-Index ruhig? Der entscheidende Faktor ist die Feuchteverteilung in der Atmosphäre. Die relative Luftfeuchte liegt bei 67 Prozent und damit knapp unter der kritischen Schwelle von 70 Prozent, ab der feuchtegetriebene Konvektion – also das explosive Aufsteigen warmer, feuchter Luftmassen – deutlich wahrscheinlicher wird. Zudem beträgt die Differenz zwischen Temperatur und Taupunkt heute 7,2 Grad Celsius. Liegt dieser sogenannte Taupunkt-Spread über 7 Grad, signalisiert das eine noch zu trockene unterste Atmosphärenschicht, in der aufsteigende Luftpakete schwer zur Wolkenbildung gelangen. Hinzu kommt: Obwohl die Böen mit bis zu 45 km/h durchaus kräftig sind, fehlt die vertikale Windscherung – also die Zunahme der Windgeschwindigkeit und Windrichtungsänderung mit der Höhe – in einem Ausmaß, das rotierende Gewitterzellen oder gar Mesozyklonen begünstigen würde. Der Drucktrend gibt keinen Hinweis auf dynamischen Auftrieb. Insgesamt ein stabiles Abendprogramm.
Der Blick auf die nächsten 24 Stunden bestätigt die beruhigende Tendenz. Am Freitag, den 3. Juli, sinkt die Luftfeuchte deutlich auf 50 Prozent, der Taupunkt-Spread verbessert sich auf 6,2 Grad, und der Instabilitäts-Index verbleibt bei 5 von 10 – bei gleichzeitig niedrigeren Höchsttemperaturen von nur 21 Grad Celsius. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit fällt auf magere 7 Prozent. Ein Gewitterrisiko besteht morgen nicht. Am Wochenende beruhigt sich die Lage weiter: Samstag bringt weniger Wind und einen Instabilitäts-Index von nur noch 3 von 10. Sonntag fällt durch eine außergewöhnlich geringe Temperaturspreizung von gerade einmal null Grad zwischen Minimum und Maximum auf – das deutet auf eine dichte, stabile Wolkendecke hin. Der Taupunkt-Spread schrumpft auf nur noch 2,2 Grad, was zwar feuchter klingt, aber bei niedrigem Instabilitäts-Index und schwachem Wind (Böen nur 15 km/h) ebenfalls kein Gewitterrisiko bedeutet. Die kommenden Tage bleiben trocken und gewitterfrei.
Auch wenn heute keine Gewittergefahr droht, lohnt ein kurzer Hinweis für alle, die den Abend draußen verbringen: Böen bis 45 km/h können im Freien unangenehm werden und besonders in Waldgebieten Äste lösen. Wer abends noch unterwegs ist – ob beim Sport, auf dem Wasser oder auf langen Autobahnfahrten – sollte die Böenentwicklung im Auge behalten. Für Wassersportler gilt die Faustformel: Bei Böen über 40 km/h auf offenen Gewässern immer an Land gehen, unabhängig vom Gewitterrisiko. Die Warnsignale für sich später entwickelnde konvektive Ereignisse – plötzlicher Temperaturabfall, rasch abdunkelnder Himmel im Westen oder ein spürbarer Druckanstieg – bleiben heute Abend aus. Genießen Sie den Sommerabend, aber behalten Sie den Wind im Blick.
