Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der heutige Mittwoch bleibt trotz vereinzelter Böen bis 38 km/h trocken und stabil. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei lediglich 9 Prozent, und es sind keine elektrischen Entladungen zu erwarten. Der Instabilitäts-Index liegt bei 5 von 10 – das klingt zunächst nach mittlerem Potenzial, wird aber durch weitere Faktoren klar gebremst: Die Luft ist zwar mit 72 Prozent relativer Feuchte spürbar schwül, doch der Abstand zwischen Temperatur und Taupunkt beträgt noch rund 7,7 Grad Celsius – ein Wert knapp oberhalb der kritischen Schwelle von 7 Grad, ab der Konvektion erfahrungsgemäß erleichtert wird. Unterm Strich: kein Gewitter heute Abend und in der Nacht.
Warum bleibt es trotz des nicht ganz niedrigen Instabilitäts-Index stabil? Der entscheidende Faktor ist die fehlende Kombination aus Feuchte und dynamischem Auftrieb. Zwar sorgt die Luftfeuchte von 72 Prozent für ein gewisses Energiereservoir in der Atmosphäre – vergleichbar mit einem aufgeladenen Akku –, doch ohne einen ausreichend engen Taupunktgradienten (also den Abstand zwischen tatsächlicher Temperatur und dem Punkt, an dem Wasserdampf kondensiert) fehlt der Zündfunke für aufsteigende Feuchteluftpakete. Hinzu kommt: Die Windscherung – also die Veränderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe – reicht bei Böen bis 38 km/h nicht aus, um rotierende Aufwinde zu organisieren, wie sie für gefährliche Gewitterzellen typisch wären. Das Druckfeld zeigt keine hinreichend dynamische Störung, die konvektiven Auftrieb erzwingen würde. Die Atmosphäre ist heute schlicht zu träge für Gewitter.
Der Donnerstag bringt eine weitere Beruhigung: Der Instabilitäts-Index fällt auf 0 von 10 – die Atmosphäre ist dann vollständig stabil, die Luftfeuchte sinkt auf 50 Prozent, und der Taupunktgradient weitet sich auf 8,3 Grad aus. Gewitter sind am Donnerstag ausgeschlossen. Der eigentliche Umschwung kündigt sich zum Freitag an: Ein Niederschlagsfeld mit über 10 Litern pro Quadratmeter und einer Wahrscheinlichkeit von 53 Prozent zieht auf, der Taupunktgradient fällt auf nur noch 4 Grad – ein Wert, der auf sehr feuchte und potentiell instabile Luft hinweist. Der Instabilitäts-Index steigt dabei auf 3 von 10. Das reicht zwar nicht für klassische Gewitterlagen, macht aber einzelne kurze Gewitter oder kräftige Schauer im Zusammenhang mit der Regenfront möglich, vor allem wenn lokale Hebungsimpulse hinzukommen. Der Samstag bleibt mit einem Taupunktgradienten von nur 1,5 Grad und einem Index von 3 weiterhin unbeständig, jedoch ohne starke Böen.
Auch wenn heute Abend keine Warnung ausgesprochen werden muss, lohnt ein Blick auf die Freitagsentwicklung – besonders für alle, die Outdoor-Aktivitäten, Wassersport oder längere Fahrten planen. Klassische Warnsignale für eine sich rasch verschlechternde Lage sind: plötzlicher Temperaturrückgang um mehrere Grad innerhalb kurzer Zeit, eine spürbare Böenzunahme aus wechselnden Richtungen sowie eine schnell dunkler werdende Wolkenbasis im Westen oder Südwesten. Wer am Freitag draußen unterwegs ist, sollte feste Unterkünfte in Reichweite haben und Wetterapp-Warnungen des DWD aktivieren. Auf Seen und Flüssen gilt: Bei aufkommenden dunklen Wolkenkonturen sofort ans Ufer – Blitzschlag auf dem Wasser ist tödlich, und ein Schauer kann sich innerhalb von Minuten zu einer gefährlichen Situation entwickeln.
