Das Wetter in Deutschland: Schwüler Freitag ohne Gewitter – Wochenende bringt Abkühlung

Stand 17:00 Uhr: Die Gewittergefahr für die kommenden 6 bis 12 Stunden bleibt in Deutschland gering. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das entspricht einem moderaten konvektiven Potenzial, das aber durch entscheidende Bremsfaktoren in Schach gehalten wird. Böen bis 28 km/h bleiben deutlich unter der kritischen Schwelle für organisierte Gewittersysteme. Lokale Schauer sind zwar nicht vollständig ausgeschlossen, klassische Sommergewitter mit Hagel oder Starkregen sind heute Abend und in der Nacht aber nicht zu erwarten. Das Gewitterrisiko stufen wir aktuell als NIEDRIG ein.

Warum bleibt es trotz eines Instabilitäts-Index von 5 ruhig? Der entscheidende Faktor ist die Taupunkt-Temperaturdifferenz von 6,6 Grad Celsius. Liegt dieser Wert unter 7 Grad, deutet das auf ausreichend Feuchte in der unteren Atmosphäre hin – klingt zunächst nach einer Warnung, muss aber im Zusammenspiel mit anderen Parametern bewertet werden. Die Luftfeuchte von 73 Prozent liefert zwar genug Wasserdampf als Energiequelle, jedoch fehlt die dynamische Zündung: Die Windscherung – also die Veränderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe, die Gewittern erst ihre gefährliche Organisation verleiht – ist bei Böen von lediglich 28 km/h nicht ausreichend ausgeprägt, um Mesozyklonen oder langlebige Gewitterzellen zu erzeugen. Ohne nennenswerten Druckabfall fehlt zudem der dynamische Auftrieb, der feuchte Luft kräftig in die Höhe pumpen würde. Der heutige Tag bleibt damit trotz schwüler Bedingungen stabil.

In der Nacht auf Samstag und über den gesamten 1. August sinkt das Gewitterrisiko weiter ab. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt zwar auf 34 Prozent – das klingt zunächst beunruhigend, ist aber auf frontale Bewölkung und leichte Schauer zurückzuführen, nicht auf konvektive Gewitter. Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, die Luftfeuchte sinkt auf 50 Prozent, und die Taupunkt-Differenz verbessert sich auf 6,1 Grad. Das Temperaturmaximum von nur noch 24 Grad am Samstag zeigt: Eine Kaltfront zieht durch und räumt die sommerliche Schwüle ab. Der Sonntag bringt mit einem Instabilitäts-Index von 0 und einer Taupunkt-Differenz von 8,6 Grad stabile, trockene Verhältnisse – die Atmosphäre ist dann nahezu konvektionsfrei. Auch der Montag bleibt mit einem Index von 3 und kaum Feuchte (50 % relative Feuchte) ruhig.

Auch wenn das heutige Gewitterrisiko niedrig ist, lohnt ein Blick auf die typischen Warnsignale des Hochsommers: Eine plötzliche Abkühlung um mehrere Grad innerhalb kurzer Zeit, rasch aufziehende dunkle Quellwolken im Westen oder Nordwesten sowie ein spürbarer Anstieg der Böen innerhalb von Minuten sind immer ernst zu nehmen – unabhängig von der aktuellen Prognose. Wer heute Abend noch im Freien ist, am Wasser oder auf Radwegen unterwegs: Beobachten Sie den Himmel in westlicher Richtung. Bei ersten Anzeichen von Aufhellungen mit Blitzen suchen Sie sofort ein festes Gebäude auf – offene Flächen, Bäume und Gewässer sind bei jedem Gewitter tabu.