Das Wetter in Deutschland: Böiger Herbstmontag – kein Gewitterrisiko, aber stürmische Böen bis Abend

Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden – also den heutigen Abend und die Nacht auf Dienstag – sind in Deutschland keine Gewitter zu erwarten. Der Instabilitäts-Index liegt aktuell bei 7 von 10, was auf den ersten Blick alarmierend klingt, doch der entscheidende Faktor fehlt: Die atmosphärische Feuchte ist mit 72 Prozent zwar erhöht, reicht aber in Kombination mit den für Oktober typisch niedrigen Temperaturen von maximal 13 Grad nicht aus, um konvektive Prozesse in Gang zu setzen. Das Gewitterrisiko für heute Abend ist daher als NIEDRIG einzustufen. Was den Abend dennoch ungemütlich macht, sind die Winde: Mit Böen von bis zu 45 km/h muss vor allem im Norden und in exponierten Mittelgebirgslagen mit kräftigen Windstößen gerechnet werden.

Warum trotz eines erhöhten Instabilitätsindex keine Gewitter? Der Schlüssel liegt in der Temperatur-Taupunkt-Differenz von 4,4 Grad Celsius. Dieser Wert beschreibt, wie weit die Luft von ihrer Sättigungsgrenze – also dem Punkt, an dem Wolken und Niederschlag entstehen – entfernt ist. Liegt dieser Abstand unter 2 Grad, ist die Luft sehr feucht und konvektiv aktiv; bei 4,4 Grad bleibt genug Puffer, um aufsteigende Luftpakete zu stabilisieren, bevor sie sich zu Gewitterzellen entwickeln können. Hinzu kommt: Der Instabilitäts-Index spiegelt zwar dynamischen Auftrieb wider, der durch das aktuell über Norddeutschland liegende Tiefdruckfeld erzeugt wird, aber ohne ausreichend warme und feuchte Luftmassen in den unteren Atmosphärenschichten – was im Oktober schlicht nicht gegeben ist – bleibt echte Konvektion aus. Die Windscherung, also die Änderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe, wäre bei Böen über 40 km/h theoretisch ein Faktor für rotierende Gewitterzellen. Da jedoch kein konvektiver Auslöser vorhanden ist, bleibt dieses Potenzial ungenutzt.

In der Nacht auf Dienstag lassen die Winde spürbar nach, und der Dienstag selbst präsentiert sich deutlich ruhiger: Die Temperaturen steigen auf bis zu 15 Grad, die Luftfeuchte fällt auf 50 Prozent, und der Instabilitäts-Index sinkt auf 3 von 10. Das Gewitterrisiko bleibt damit auch am Dienstag auf einem niedrigen Niveau. Am Mittwoch bringt ein schwaches Frontensystem mit einer Wahrscheinlichkeit von 34 Prozent etwas Regen – bis zu 1,6 mm –, die Temperatur-Taupunkt-Differenz sinkt auf nur noch 2 Grad, was auf feuchtere Luft hindeutet. Gewitter sind aber auch dann nicht zu erwarten, da der Instabilitäts-Index stabil bei 3 verbleibt und die Temperaturen weiter fallen. Der Donnerstag bringt bei praktisch identischen Höchst- und Tiefstwerten von 5 Grad, fast windstillen Verhältnissen und einer minimalen Niederschlagswahrscheinlichkeit von 1 Prozent herbstliche Ruhe – möglicherweise mit Nebel- oder Hochnebelfeldern aufgrund der sehr geringen Taupunktdifferenz von nur 0,7 Grad.

Auch wenn heute kein Gewitterrisiko besteht, sollten Autofahrerinnen und Autofahrer die kräftigen Böen von bis zu 45 km/h ernst nehmen – besonders auf Autobahnen, Brücken und in Waldgebieten, wo herabfallende Äste eine Gefahr darstellen können. Wer heute Abend noch Outdoor-Aktivitäten plant, sollte lockere Gegenstände im Garten sichern und bei stark zunehmendem Wind lieber ins Trockene wechseln. Für Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Motorradfahrer gilt besondere Vorsicht: Seitenwindböen können in exponierten Lagen unerwartet stark sein. Ein Gewitterrisiko, das besondere Schutzmaßnahmen wie das Aufsuchen von Gebäuden oder das Verlassen von Gewässern erfordern würde, besteht aktuell nicht.