Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden – also bis in die Nacht zum Samstag – ist das Gewitterrisiko in Deutschland als niedrig einzustufen. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10, was zunächst nach einem mittleren Potenzial klingt, jedoch reichen die begleitenden Parameter nicht aus, um organisierte Gewitterzellen zu erzeugen. Böen erreichen maximal 29 km/h – zu schwach, um nennenswerte Windscherung aufzubauen. Einzelne kurze Schauer sind am Abend nicht völlig ausgeschlossen, klassische Gewitter mit Hagel oder Starkregen sind aber heute Abend nicht zu erwarten. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit verbleibt bei lediglich 21 Prozent bei marginalem Niederschlag von 0,5 mm.
Die meteorologische Begründung ist schnell erklärt: Zwar zeigt die Luftfeuchte mit 74 Prozent einen erhöhten Wert, und der Temperaturgradient zwischen Luft und Taupunkt beträgt nur 5,2 Grad Celsius – was grundsätzlich eine feuchtere, konvektionsfreundlichere Atmosphäre andeutet. Doch der Instabilitäts-Index von 5/10 bleibt im moderaten Bereich, und entscheidend ist das Fehlen ausreichender Windscherung: Böen unter 30 km/h liefern nicht genug vertikale Rotationsenergie, um Gewitterzellen zu organisieren oder gar mesozyklonale Strukturen (rotierende Aufwindsysteme, die Hagel und Starkregen begünstigen) zu entwickeln. Das Druckfeld zeigt keinen dynamischen Auftrieb, der Konvektion zusätzlich anfachen würde. Kurzum: Die Zutaten für ein ernsthaftes Gewitter – starke Instabilität, hohe Feuchte und Windscherung gleichzeitig – liegen heute nicht vollständig vor.
In der Nacht und am Samstag, den 22. August, verlagert sich das Wettergeschehen deutlich: Ein Tiefdrucksystem bringt Regen und stabilere, aber feuchte Luftmassen. Der Instabilitäts-Index fällt auf 3/10, die Temperatur-Taupunkt-Differenz schrumpft auf nur 3,3 Grad Celsius – die Luft ist nahezu gesättigt. Mit Windböen bis 35 km/h und einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 66 Prozent bei erwarteten 11,6 mm Regen dominiert am Samstag stratiformer, also flächiger Landregen das Bild, kein Gewitterregen. Das Gewitterrisiko bleibt damit auch am Samstag niedrig. Der Sonntag bringt mit nur 5 Prozent Niederschlagswahrscheinlichkeit Auflockerungen, und der Montag präsentiert sich mit vollständiger Trockenheit, schwachem Wind und einem Taupunkt-Gradienten unter einem Grad Celsius als stabiler, wolkenarmer Ausklang der Woche.
Auch wenn das Gewitterrisiko heute Abend gering ist, gelten bei jeder Wetterentwicklung grundlegende Regeln: Beobachten Sie am Abend, ob sich Böen plötzlich verstärken, die Temperatur innerhalb kurzer Zeit um mehrere Grad fällt oder der Himmel im Westen schnell abdunkelt – das sind klassische Vorläufer aufziehender Unwetter. Wer am Freitagabend im Freien unterwegs ist, braucht keine akute Gewitterangst, sollte aber eine leichte Jacke einpacken: Die Böen frischen auf bis zu 29 km/h auf, und vereinzelte Schauer sind nicht völlig auszuschließen. Wassersportler sollten am Samstag die stärker auffrischenden Winde mit Böen bis 35 km/h im Blick behalten und Seen oder Küstengewässer bei Bedarf meiden.
