Das Wetter in Deutschland: Kein Gewitter – aber feuchte Nacht mit Dauerregen bis Donnerstagfrüh

Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das entspricht einem niedrigen bis allenfalls grenzwertig moderaten konvektiven Potenzial, das jedoch durch die vorherrschenden Bedingungen nicht ausgeschöpft wird. Im Vordergrund steht stattdessen anhaltender, teils kräftiger Landregen mit rund 7 Millimetern Niederschlag bis Mitternacht, dazu mäßige Winde aus West bis Nordwest mit Böen um 20 km/h. Hagel oder Blitzaktivität sind heute Nacht nicht zu erwarten.

Der Grund für die ausbleibenden Gewitter liegt in der Kombination aus niedriger Temperatur und einer stabilen, aber sehr feuchten Luftmasse. Die Temperatur-Taupunkt-Differenz beträgt heute nur 1,2 Grad Celsius – das bedeutet: Die Luft ist nahezu gesättigt (Luftfeuchte 91 %), Wolken reichen bis in niedrige Schichten, und die Atmosphäre ist schlicht zu kalt und zu gleichmäßig durchfeuchtet, um konvektive Aufwärtsbewegungen zu erzeugen. Gewitter entstehen, wenn warme, feuchte Luftpakete kräftig aufsteigen – das setzt thermischen Auftrieb voraus, der bei 7 bis 11 Grad und fehlendem Tagesgang um diese Jahreszeit kaum noch zustande kommt. Die Windscherung – also die Änderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe – ist für Mesozyklonen-Bildung (rotierende Gewitterzellen) ebenfalls nicht ausreichend ausgeprägt. Kurz: Die Atmosphäre ist heute stabil eingeschlossen, Regen ja, Gewitter nein.

In der Nacht auf Donnerstag lässt der Regen allmählich nach, und der Donnerstag selbst präsentiert sich deutlich trockener – die Niederschlagswahrscheinlichkeit sinkt auf 54 %, die tatsächlich fallende Menge dürfte bei unter 0,5 Millimetern bleiben. Die Luftfeuchte fällt auf 50 %, die Temperatur-Taupunkt-Differenz steigt auf 3,3 Grad – die Luft trocknet spürbar ab. Gleichzeitig frischt der Wind auf 20 km/h auf, Böen können bis 37 km/h erreichen. Der Instabilitäts-Index verharrt bei 6 von 10, was im Oktober jedoch weitgehend akademisch bleibt: Ohne ausreichend Feuchte und thermischen Antrieb bleibt das Gewitterpotenzial auch Donnerstag und Freitag gering. Das Wochenende bringt mit Temperaturen um 11 Grad und erneut aufkommendem Regen am Samstag keinen grundlegenden Lagewechsel – insgesamt eine typische Herbstwetterlage ohne konvektive Überraschungen.

Auch wenn heute keine Gewittergefahr besteht, sollten Sie die anhaltend nassen Straßen und die eingeschränkte Sicht durch dichten Nieselregen nicht unterschätzen. Autofahrer sollten Geschwindigkeit reduzieren und Abstand vergrößern – Aquaplaning-Gefahr besteht bei stehendem Wasser auf Fahrbahnen. Fußgänger und Radfahrer sollten wasserdichte Kleidung einplanen und auf rutschiges Laub achten, das bei Nässe zur echten Stolperfalle wird. Für Donnerstag und Freitag empfiehlt sich wegen der zunehmenden Böen bis 37 km/h besondere Vorsicht im Freien: Lose Gegenstände auf Balkonen und in Gärten sichern, Fahrradfahrer sollten Seitenwind einkalkulieren. Ein Gewitterrisiko, das spezifische Schutzmaßnahmen wie das Aufsuchen von Gebäuden erfordern würde, besteht im gesamten Vorhersagezeitraum bis einschließlich Samstag nicht.