Die Polizeidirektion Bad Segeberg reagiert auf Bürgerbeschwerden über den Verfall der Innenstädte mit einer neuen Strategie. Ab sofort soll die Besondere Aufbau Organisation „SuSi“ (Subjektive Sicherheit) das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in den Kreisen Segeberg und Pinneberg stärken.
Bei den Polizeirevieren beider Kreise gingen in der Vergangenheit mehrfach Beschwerden aus der Bevölkerung über den empfundenen Verfall der Innenstädte ein. Häufig meldeten Bürger Graffiti, Sachbeschädigungen oder illegale Müllentsorgung. Aber auch Diebstähle, Körperverletzungen, Raubtaten sowie Drogenhandel wurden den Polizisten regelmäßig gemeldet. Diese Meldungen enthielten nicht selten den Wunsch nach mehr polizeilicher Präsenz.
„Zur Stärkung des Sicherheitsgefühls planen wir eine Reihe gezielter Maßnahmen. Hierzu zählen insbesondere die genaue Analyse und Erstellung eines Lagebilds, eine bessere Vernetzung von Ermittlungsarbeit, die Erhöhung der sichtbaren polizeilichen Präsenz im öffentlichen Raum sowie die Durchführung verstärkter Kontrollmaßnahmen an besonders relevanten Orten und Objekten“, erklärt Sven Adomat, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg.
Zusätzlich will die Polizei die Zusammenarbeit mit anderen Behörden und Institutionen intensivieren, um einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen. Ergänzend arbeitet sie an präventiven Konzepten, um der Entstehung von Brennpunkten entgegenzuwirken, die das Sicherheitsempfinden beeinträchtigen können.
Eine Sicherheitsbefragung der Städte Bad Segeberg und Norderstedt aus den Jahren 2024 und 2025 bekräftigte die polizeilichen Feststellungen. Aus der Befragung ließ sich für beide Städte eine Beeinträchtigung des subjektiven Sicherheitsgefühls ableiten. Die Befragten gaben an, die durch sie als unsicher empfundenen Orte grundsätzlich oder zu bestimmten Zeiten zu meiden.
Die Häufigkeitszahl der Polizeilichen Kriminalstatistik bestätigt diese empfundene Unsicherheit zumindest teilweise. Sie beschreibt die Anzahl der polizeilich registrierten Straftaten pro 100.000 Einwohner innerhalb eines Jahres. Für das Jahr 2025 weisen die Städte Elmshorn, Pinneberg, Wedel und Uetersen sowie Bad Segeberg, Kaltenkirchen und Bad Bramstedt eine Häufigkeitszahl auf, die zum Teil deutlich oberhalb des Landesschnitts von 6.046 liegt.
Die Polizeidirektion Bad Segeberg will in unregelmäßigen Abständen über die getroffenen Maßnahmen und die Entwicklung der BAO „SuSi“ berichten.