Mit großer Spannung haben die Wähler in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern am Sonntagmorgen ihre Landesparlamente gewählt. In beiden Bundesländern zeichnen sich knappe Rennen ab, die auch Auswirkungen auf die Bundespolitik haben dürften.
In der Hauptstadt sind rund 2,5 Millionen Menschen zur Wahl des 20. Abgeordnetenhauses aufgerufen. Wahlberechtigt sind deutsche Staatsangehörige ab 16 Jahren, die seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnen. Regulär werden 130 Sitze vergeben, die sich durch Überhang- und Ausgleichsmandate erhöhen können. Parallel finden auch Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen statt.
Aktuelle Umfragen deuten auf einen Dreikampf zwischen CDU, Linke und AfD hin. Da alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen, gelten Stefan Evers (CDU) und Elif Eralp (Linke) als aussichtsreichste Kandidaten für die Nachfolge des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU). Wegner hatte nach zunehmender Kritik an seinem Umgang mit dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz seinen Verzicht auf die Spitzenkandidatur erklärt.
In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 1,3 Millionen Personen wahlberechtigt für die Wahl zum neunten Landtag. Das Parlament besteht aus mindestens 71 Abgeordneten. Wählen darf jeder Deutsche, der das 16. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens 37 Tagen im Land wohnt.
Hier zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und AfD ab. Die AfD hatte in Umfragen lange nach einem Erdrutschsieg ausgesehen und wird ihr Ergebnis von vor fünf Jahren wohl massiv steigern. Allerdings hat die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in den vergangenen Monaten massiv aufgeholt und überholt die AfD sogar im ZDF-Politbarometer. Schwesig hat sehr gute Aussichten, Regierungschefin zu bleiben. Eng wird es dagegen für CDU, Grüne und BSW, die in Umfragen alle im Bereich der Fünf-Prozent-Hürde stehen.
Die beiden Landtagswahlen dürften erhebliche Auswirkungen auf die Bundespolitik haben. Ein schwaches Abschneiden der CDU dürfte Kanzler Friedrich Merz, der ohnehin unter Druck steht, weiter belasten. In einem ungewöhnlichen Schritt hat er das komplette CDU-Parteipräsidium für Sonntagnachmittag zu einer formellen Sitzung in die Partei-Zentrale in Berlin eingeladen, um über die Wahlergebnisse zu beraten.
Die Wahllokale schließen um 18 Uhr. Kurz darauf werden Nachwahlbefragungen und Hochrechnungen erwartet.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.
Autor: dts Nachrichtenagentur