Bodenfeuchte Deutschland: Süden in schwerer Dürre, Norden mit Regen

Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors vom 24. Juli 2026 zeigt ein stark differenziertes Bild der Bodenfeuchte in Deutschland. Der Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe ist im Süden und der Mitte deutlich trockener als im Norden. Während große Teile Bayerns, Baden-Württembergs und der südlichen Mitte rot (schwere Dürre) oder dunkelrot (extreme Dürre) gekennzeichnet sind, weisen der Norden und Nordosten teilweise grüne und blaue Bereiche auf, die normale bis feuchte Bedingungen anzeigen.

Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süden und Mitte am stärksten betroffen

Bayern und Baden-Württemberg zeigen überwiegend rote Flächen, die schwere Dürre gemäß UFZ-Definition anzeigen. In Bayern treten zudem dunkelrote Zonen auf, die auf extreme Dürrebedingungen hindeuten. Rheinland-Pfalz, das Saarland und Hessen sind vorwiegend orange bis rot gefärbt und befinden sich damit in moderater bis schwerer Dürre. In Nordrhein-Westfalen dominiert orange mit deutlichen roten Flecken im Süden des Landes. Baden-Württemberg verzeichnet flächenhaft schwere Dürrebedinungen mit einzelnen dunkelroten Arealen. Dagegen zeigt der Norden ein anderes Bild: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen weisen teilweise grüne und blaue Färbungen auf und deuten auf normal bis feuchte Bodenfeuchte hin. Brandenburg und Berlin liegen überwiegend in der orange-roten Übergangszone. Sachsen und Thüringen sind ebenfalls orange bis rot gefärbt.

Aktuelle Niederschläge verstärken Nord-Süd-Divide

Die Wetterdaten der letzten sieben Tage verdeutlichen die regionale Spaltung: Während der Norden teilweise bedeutsame Niederschläge verzeichnet hat – Mecklenburg-Vorpommern 13,4 mm, Brandenburg 9 mm, Bremen 9,2 mm – blieben südliche Bundesländer deutlich trockener. Baden-Württemberg erhielt nur 4,2 mm, Rheinland-Pfalz und Saarland gar 0 mm. Die 14-Tage-Gleitende des UFZ-Monitors reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge, da sie den Gesamtboden bis 1,80 Meter abbildet; trotzdem zeigen die aktuellen Wettermuster die Ursachen der Kartenverteilung. In den nächsten drei Tagen erwarten Meteorologen weiteren Regen vor allem im Norden: Schleswig-Holstein soll 24,4 mm erhalten, Hamburg 16,3 mm, Bremen 11,6 mm. Der Süden bleibt mit 0 bis 0,4 mm weitgehend niederschlagsfrei.

Folgen für Landwirtschaft und Wasserwirtschaft

Die schwere Dürre in großen Teilen Süd- und Mitteldeutschlands beeinträchtigt die Bodenverfügbarkeit für Pflanzenaufnahme. Im Bereich der roten und dunkelroten Klassen ist die Bodenfeuchte für die Vegetationsperiode kritisch herabgesetzt. Dies wirkt sich auf Ackerfrüchte, Grünlandproduktion und Waldbestände aus. Für die Wasserwirtschaft stellt die tragierende Trockenheit in diesen Regionen eine Herausforderung dar, da Grund- und Oberflächenwasser ebenfalls unterdurchschnittlich gespeist werden. Im Norden wiederum ermöglichen die feuchteren Bedingungen bessere Pflanzenbedingungen, und die anstehenden Niederschläge dürften die Bodenfeuchte dort weiter stabilisieren.

Die Daten stammen vom UFZ-Duerremonitor des Helmholtz-Zentrums fuer Umweltforschung, das die Bodenfeuchte wöchentlich aktualisiert. Die Karte zeigt ein 14-Tage-Gleitendes Mittel.

Den aktuellen Wetterbericht für Deutschland finden Sie hier.

Dürreberichte nach Bundesland