Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors vom 30. Juli 2026 zeigt Deutschland in einer differenzierten Trockenheitslage. Während der Norden und Nordwesten überwiegend normale bis leicht erhöhte Bodenfeuchte aufweisen, dominieren in Süd- und Mitteldeutschland moderate bis schwere Trockenheitsklassen. Die Karte bildet ein 14-Tage-Gleitendes Mittel des Bodenfeuchtevergleichs (SMI) bis 1,80 m Tiefe ab und wird wöchentlich vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung aktualisiert.

Süden und Mitte am stärksten betroffen
Süddeutschland, insbesondere Bayern, Baden-Württemberg und große Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz und des Saarlandes zeigen überwiegend rote bis dunkelrote Färbungen, was einer schweren bis extremen Dürre entspricht. Der Gesamtboden in diesen Regionen hat deutlich reduzierte Feuchtevorräte in der kompletten Profiltiefe. Der östliche Teil Deutschlands – Sachsen, Sachsen-Anhalt und Teile Brandenburgs – weist orange bis rote Flecken auf (moderate bis schwere Trockenheit). Der Norden und Nordwesten hingegen präsentieren sich vergleichsweise entspannt: Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind überwiegend grün bis hellgelb gefärbt, ein Zeichen normaler bis ungewöhnlich trockener Bedingungen. Teile Berlins und Mecklenburg-Vorpommerns zeigen ebenfalls noch Grüntöne.
Regenjahr endet mit Defizit – Oberboden erholt sich kurzfristig
In der abgelaufenen Woche fielen bundesweit durchschnittlich 12,3 mm Niederschlag – ein Wert unter dem klimatologischen Normalmaß. Regional zeigen sich erhebliche Unterschiede: Niedersachsen verzeichnete mit 39,3 mm die höchsten Mengen, während das Saarland mit nur 0,7 mm deutlich unterversorgt blieb. Bayern und Sachsen erhielten ebenfalls unter 6 mm. Obwohl diese Niederschläge den Oberboden kurzfristig etwas auffrischen konnten, reagiert der Gesamtboden träge – besonders in tieferen Schichten. Die kommenden drei Tage bringen mit erwarteten 1,6 mm Niederschlag im Bundesschnitt keine Entspannung. Sachsen und Sachsen-Anhalt erhalten mit bis zu 6,7 mm etwas mehr, Bayern und Nordrhein-Westfalen hingegen praktisch kein Wasser. Die Temperaturen bleiben mit durchschnittlich 21,5 °C in der normalen Sommerspanne, unterstützen aber die Verdunstung in den trockenen Regionen.
Landwirtschaft und Wasserspeicher unter Druck
Für die Landwirtschaft in Süd- und Mitteldeutschland bedeutet die schwere bis extreme Trockenheit des Gesamtbodens eine angespannte Situation. Pflanzen mit tieferen Wurzelsystemen erreichen nur noch teilweise ausreichend Wasser aus den untereren Bodenschichten. Der Grundwasserneubildung wird durch das anhaltende Niederschlagsdefizit gebremst – besonders kritisch in Regionen mit bereits vorbelasteten Grundwasserständen. In Nord- und Nordwestdeutschland erlaubt die normale Bodenfeuchte derzeit noch uneingeschränkte Bewässerungszuständigkeiten. Für den kommenden Monat bleibt es entscheidend, ob größere Niederschlagsereignisse eintreffen oder ob die Trockenheit in Süden und Mitte anhalten wird.
Den aktuellen Wetterbericht für Deutschland finden Sie hier.
Dürreberichte nach Bundesland
- Bodenfeuchte Bayern: Schwere Trockenheit dominiert flächendeckend
- Bodenfeuchte Berlin: Orange und Rot dominieren großflächig
- Bodenfeuchte Brandenburg: Orange und Rot dominieren – Norden und Westen weniger trocken
- Bodenfeuchte Bremen: Orange und Rot dominieren im Süden
- Bodenfeuchte Hamburg: Orange und Gelb dominieren im Süden
- Bodenfeuchte Hessen: Schwere Dürre prägt Gesamtboden
- Bodenfeuchte Mecklenburg-Vorpommern: Osten und Südosten zeigen moderate Trockenheit
- Bodenfeuchte Niedersachsen: Orange und Rot dominieren im Süden und der Mitte
- Bodenfeuchte Nordrhein-Westfalen: Süden und Mitte mit moderater bis schwerer Trockenheit
- Bodenfeuchte Rheinland-Pfalz: Schwere Trockenheit dominiert flächendeckend
- Bodenfeuchte Saarland: Schwere Trockenheit dominiert flächendeckend
- Bodenfeuchte Sachsen-Anhalt: Orange und Rot dominieren den Süden
- Bodenfeuchte Sachsen: Orange und Rot dominieren – Norden erholt sich
- Bodenfeuchte Schleswig-Holstein: Osten und Süden trocken, Norden stabil
- Bodenfeuchte Thüringen: Orange und Rot dominieren Ende Juli
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