Bodenfeuchte Deutschland: Süden und Mitte mit deutlicher Trockenheit

[Trockenheit]

Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors zeigt für Deutschland ein differenziertes Bild der Bodenfeuchte im Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe. Der Süden und die Mitteldeutsche Region sind geprägt von roten und dunkelroten Flächenanteilen (schwere bis extreme Dürre), während der Norden überwiegend gelbe bis orange Töne aufweist (ungewöhnlich trocken bis moderate Dürre). Kleinere Bereiche mit normaleren Feuchtigkeitswerten finden sich zerstreut, insbesondere in Teilen des Nordens und Ostens.

Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süden und Mitteldeutschland am stärksten betroffen

Die UFZ-Karte vom 1. August 2026 dokumentiert eine räumlich differenzierte Trockenheitssituation. Bayern und Baden-Württemberg zeigen flächenhaft rote Färbung (schwere Dürre, statistisch alle 20 Jahre). Südliche und mittlere Teile von Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz weisen dunkelrote Areale auf (extreme Dürre, alle 30 Jahre). Das Rheinland-Pfalz und das Saarland sind nahezu flächenhaft dunkelrot gefärbt. Nordrhein-Westfalen und die westlichen Mittelgebirgsregionen zeigen orange bis rote Töne (moderate bis schwere Dürre). Der Westen und Osten sind gemischter: während Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Teile Brandenburgs gelbliche Färbung aufweisen (ungewöhnlich trocken), prägen orange und rote Flecken auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der unmittelbare Norden und Nordwesten zeigen teilweise gelbliche bis grünliche Übergangsbereiche, was auf weniger extreme Bedingungen hindeutet.

Niederschlag der letzten Woche bleibt deutlich unter dem Bedarf

Die Wetterdaten der letzten sieben Tage deuten auf eine Fortsetzung der Trockenphase hin. Deutschland verzeichnete im Flächenmittel nur 10,3 Millimeter Niederschlag – deutlich unter dem klimatologischen Normalwert für August. Besonders kritisch ist die Lage in den südlichen Bundesländern: Baden-Württemberg erhielt 14,2 Millimeter, Bayern nur 7,1 Millimeter. Nordrhein-Westfalen und das Saarland meldeten praktisch keinen Regen (0,7 bzw. 0 Millimeter). Sachsen-Anhalt bildet mit 29,4 Millimeter eine Ausnahme, ebenso Berlin mit 24,5 Millimeter – diese lokalen Niederschläge spiegeln sich aber noch nicht flächig in der Gesamtboden-Karte wider, da der Duerremonitor ein 14-Tage-Gleitendes Mittel darstellt und der tiefere Bodenhorizont träge auf kurzfristige Wässerung reagiert. Die kommenden drei Tage versprechen kaum Entlastung: bundesweit erwartet der Wetterdienst nur durchschnittlich 1,6 Millimeter Niederschlag. Lediglich Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen können mit etwas Regen rechnen (4 bis 11,8 Millimeter).

Folgen für Landwirtschaft und Wasserwirtschaft

Die Kombination aus schwerer bis extremer Bodentrocknung im Süden und Mitte Deutschlands sowie dem anhaltend niedrigen Niederschlagsangebot verschärft die Lage für Landwirtschaft und Wasserwirtschaft. Im Bereich der dunkelroten Flächenanteile (Südwest und Mitteldeutschland) liegen die Bodenfeuchten im unteren Bereich historischer Vergleichswerte – Feldfrüchte und oberflächennahe Grundwässer erleben deutlich erschwerte Bedingungen. Die roten Flächenanteile in Bayern, Baden-Württemberg und Teilen der Mitte zeigen ebenfalls spürbare Trockenheit, erfordern aber noch nicht flächendeckend außergewöhnliche Gegenmaßnahmen. In den gelblich gefärbten Regionen des Nordens und Nordostens ist die Situation gemäßigter und bedarf laufender Beobachtung. Die Tatsache, dass die nächste Woche wenig Niederschlag bringt, bedeutet, dass eine wesentliche Entspannung in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist – insbesondere die bereits extremen oder schwer belasteten Regionen werden ihre Defizite vorerst nicht ausgleichen können.

Quelle: UFZ-Duerremonitor (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung). Die Karte wird wöchentlich aktualisiert und zeigt ein 14-Tage-Gleitendes Mittel des Bodenfeuchte-Index für den Gesamtboden.

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