Die Bundesanwaltschaft hat am 15. September 2026 zwei Männer festnehmen lassen, die der Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung dringend verdächtig sind. Bei den Festgenommenen handelt es sich um den eritreischen Staatsangehörigen Merhawi A. und den deutschen Staatsangehörigen Shimangus T. Beamte des Bundeskriminalamts und der Bundespolizei vollzogen die Haftbefehle des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 17. August 2026 in der Nähe von Saarbrücken sowie in Stuttgart.
Gegen Merhawi A. wird zudem in zwei Fällen Landfriedensbruch vorgeworfen. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft sollen beide Männer maßgeblich beim Aufbau und der Organisierung der „Brigade N’Hamedu Deutschland“ beteiligt gewesen sein.
Die terroristische Vereinigung
Die „Brigade N’Hamedu Deutschland“ wurde den Ermittlungen zufolge im August 2022 gegründet. Es handelte sich um eine international vernetzte Gruppierung, die das erklärte Ziel verfolgte, die Regierung in Eritrea zu stürzen. Dabei setzten die Mitglieder der Vereinigung auch Gewaltaktionen gegen hiesige Veranstaltungen von Anhängern der eritreischen Regierung ein. Sie erachteten Gewalt gegen deutsche staatliche Institutionen und Polizeikräfte als legitimes Mittel zur Verfolgung ihrer Ziele.
Gewalttätige Anschläge auf Versammlungen
Bei regimetreuen Veranstaltungen der eritreischen Diaspora griffen zahlreiche Mitglieder der Vereinigung an – am 20. August 2022 und am 8. Juli 2023 in Gießen sowie am 16. September 2023 in Stuttgart. Nach Darstellung der Bundesanwaltschaft würden Führungskräfte der Brigade diese Aktionen koordiniert haben und zum Einsatz potentiell tödlicher Gewalt aufgerufen haben. Die Angreifer setzten Wurf- und Schlaggegenstände gezielt gegen den Kopfbereich der Geschädigten ein. Bei den Vorgängen wurden zahlreiche Polizeibamte und einige Veranstaltungsteilnehmer zum Teil erheblich verletzt.
Rollen der Beschuldigten
Merhawi A. war ab August 2022 Mitglied der Vereinigung und übernahm Anfang 2023 das Amt des Generalsekretärs. Shimangus T. gehörte der Vereinigung ab November 2022 an und wurde wenig später erster Vorsitzender. Merhawi A. wirkte den Ermittlungen zufolge auch aktiv vor Ort bei den Ausschreitungen in Gießen mit und führte in einem Fall eine Gruppe von Angreifern an.
Kursänderung im Sommer 2024
Im Sommer 2024 verkündete die „Brigade N’Hamedu Deutschland“, künftig von gewaltsamen Ausschreitungen außerhalb Eritreas abzusehen.
Die beiden Beschuldigten werden dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihnen die Haftbefehle eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird.
Die Bundesanwaltschaft hatte bereits am 26. März 2025 Durchsuchungen bei den Beschuldigten angeordnet.
Quelle: Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft vom 15. September 2026. Original beim Generalbundesanwalt.
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