Der Gemeinderat Freiburg hat sich in seiner Sitzung vom 18. Mai 2020 mit den finanziellen Folgen der Corona-Pandemie für das Haushaltsjahr 2020 befasst. Die Stadtkämmerei legte eine Informationsvorlage vor, die auf einer Abfrage der städtischen Ämter, Eigenbetriebe und Gesellschaften vom 15. April 2020 basiert.
Nach den damaligen Erhebungen bezifferte die Stadt die voraussichtlichen Nettobelastungen auf rund 29,2 Millionen Euro. Dieser Wert erhöhte sich später auf etwa 34,6 Millionen Euro, nachdem zusätzliche Informationen berücksichtigt wurden. Die Belastungen verteilen sich auf Eigenbetriebe und städtische Gesellschaften (etwa 18,4 Millionen Euro) sowie den Kernhaushalt der Stadt (etwa 10,8 Millionen Euro).
Besonders betroffen waren Einnahmeausfälle bei Eintrittsgeldern im Stadttheater, beim Fahrscheinverkauf der VAG (Verkehrsbetriebe), bei Veranstaltungen der Messe und des Konzerthauses sowie angepasste Ertragserwartungen bei der badenova. Auch in Bereichen wie Gewerbesteuer, Bußgeldern und Verwaltungsgebühren entstanden erhebliche Mindereinnahmen.
Die Stadt erhielt allerdings auch Soforthilfen: Das Land Baden-Württemberg zahlte etwa 2,6 Millionen Euro aus einem 100-Millionen-Euro-Soforthilfeprogramm zur Erstattung von Elternbeiträgen für geschlossene Kindertagesstätten und zum teilweisen Ausgleich bei Volkshochschulen und Musikschulen.
Die Stadtkämmerei betonte, dass die Zahlen nur eine Momentaufnahme darstellten und kontinuierlich fortgeschrieben würden. Aufgrund der dynamischen Situation kündigte die Verwaltung an, dass sich die negative finanzielle Entwicklung noch steigern könnte.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg