Die Stadt Freiburg hat im Jahr 2019 erste Ergebnisse bei der Umsetzung ihres Aktionsplans Biodiversität vorgelegt. Der Gemeinderat hatte 2018 neue Ziele zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt bis 2025 beschlossen – mit Fokus auf Insekten und Vögel. Im Frühjahr 2019 folgte die Beschlussfassung zum Aktionsplan selbst.
Für die Umsetzung wurden der Stadtverwaltung rund 200.000 Euro zusätzlich im Doppelhaushalt 2019/2020 bereitgestellt. Innerhalb von 10 Monaten wurden alle hochpriorisierten Maßnahmen und ein Teil der mittelprioritären Maßnahmen in sieben Handlungsfeldern umgesetzt oder begonnen. Beispiele: Im Naturschutzgebiet Schauinsland beweiden Rinder und Ziegen seit 2019 insgesamt 20 Hektar städtische Flächen. Im Bereich Landwirtschaft entwickelte die Stadt ein freiwilliges Pestizidverzicht-Programm – acht Pächter haben bereits Vereinbarungen abgeschlossen, was 20 Hektar konventioneller Ackerfläche pestizidfreier machte. Das Forstamt gestaltete Waldränder und Übergangsbereiche ökologisch vielfältiger. Beim Gewässerschutz setzte das Garten- und Tiefbauamt insektenfreundliche Pflegeverfahren um, statt Gewässerränder flächig zu mulchen. Im Seepark wurden Magertrasensoden mit artenreichem Pflanzenspektrum angebracht. Das Stadtplanungsamt beauftragte ein Biodiversitäts-Gutachten zur Bestandserfassung und Förderung biologischer Vielfalt in städtischen Freiräumen.
Gesamtbudget 2019: 330.000 Euro. Neben den 200.000 Euro Haushaltsmittel kamen 45.000 Euro aus einem Landesprogramm, 32.000 Euro für Straßenbegleitgrün sowie 53.000 Euro durch Umschichtung hinzu. Die Verwaltung kündigte an, den Aktionsplan 2020 fortzusetzen und erneut Landesmittel einzuwerben.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg