Zeit für eine erste Bilanz der Woche: Zwischen dem 24. und 30. August 2026 beschäftigten die Berliner Polizei ein Tötungsdelikt, mehrere Messerangriffe, eine Schießerei mit Sprengstoff-Fund sowie Razzien gegen organisierte Waffenkriminalität. Die schwersten Vorfälle reichen von einem Mord in Prenzlauer Berg bis zu einem bewaffneten Überfall auf einen Rentner in Mariendorf.
Den Auftakt bildete ein Tötungsdelikt, das bereits am 21. August bekannt wurde, dessen Ermittlungsergebnisse jedoch in die Berichtswoche fallen: In einem Gebüsch unweit des Zeiss-Großplanetariums an der Prenzlauer Allee fand ein Spaziergänger gegen 11:30 Uhr die Leiche einer 46-jährigen Frau. Der Leichnam hatte ersten Erkenntnissen zufolge bereits längere Zeit dort gelegen. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Frau, Ilse Hartmann, getötet worden ist. Die genaue Todesursache sollte eine Obduktion klären, deren Ergebnisse zwischenzeitlich vorliegen. Die 4. Mordkommission des Landeskriminalamtes hat noch am Freitagnachmittag im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin die Ermittlungen zu dem Tötungsdelikt aufgenommen. Mordkommission und Staatsanwaltschaft bitten die Öffentlichkeit um Mithilfe — Zeugenhinweise nimmt die 4. Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin, Keithstraße 30, entgegen. Mehr dazu
Ebenfalls mit Waffengewalt: In der Nacht zum Mittwoch, 26. August, kam es in Berlin-Lichterfelde zu Schussabgaben auf ein Geschäft in der Osdorfer Straße. Anwohner hörten gegen 3:55 Uhr Knallgeräusche und alarmierten die Polizei. Die eintreffenden Beamten stellten Einschusslöcher in den Schaufensterscheiben fest und machten eine weitere beunruhigende Entdeckung: Sie fanden einen Sprengsatz, der jedoch nicht gezündet worden war. Das Kriminaltechnische Institut des Landeskriminalamts sicherte die Spuren und beschlagnahmte den Gegenstand. Die BAO Ferrum des Landeskriminalamts hat die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat übernommen. Mehr dazu
Einen Tag zuvor, am 26. August, durchsuchte die Spezialeinheit BAO Ferrum des Landeskriminalamts vier Objekte in Kreuzberg und Neukölln. Anlass war ein Verstoß gegen das Waffengesetz, der im Rahmen polizeilicher Objektschutzmaßnahmen bekannt geworden war. An der Operation waren rund 80 Beamtinnen und Beamte beteiligt — Ermittler der BAO Ferrum, Spezialkräfte und eine Einsatzhundertschaft. Die Ermittlungen richten sich gegen vier Beschuldigte im Alter von 19 bis 35 Jahren. Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten eine versteckt aufbewahrte scharfe Pistole, diverse Patronen sowie eine Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffe sicher; mehrere Datenträger wurden beschlagnahmt. In einem mit den Ermittlungen in Zusammenhang stehenden Fahrzeug wurden weitere Gegenstände gefunden. Mehr dazu
Einen Messerangriff mit lebensgefährlichem Ausgang gab es in der Nacht zum Donnerstag in Schöneberg: In der vergangenen Nacht ist ein 53-Jähriger in Schöneberg Opfer eines Messerangriffs geworden. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde der Mann gegen Mitternacht in der Bülowstraße von einem Täter mit einem Messer angegriffen und im Brustbereich verletzt. Der 53-Jährige erlitt eine Stichverletzung und wurde von alarmierten Rettungskräften mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Dort musste er notoperiert werden und wurde anschließend stationär aufgenommen. Der Täter flüchtete anschließend in unbekannte Richtung. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Ein Fachkommissariat der Polizeidirektion 4 (Süd) hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Mehr dazu
In Berlin-Mariendorf wurde ein 73-Jähriger in seiner eigenen Wohnung in der Kurfürstenstraße überfallen. Zwei maskierte Täter drangen am Abend des 19. August gegen 19 Uhr in die Wohnung ein, nachdem dieser die Tür geöffnet hatte. Die Eindringlinge forderten die Herausgabe von Wertgegenständen und waren nach Angaben der Polizei mit Schusswaffen bewaffnet. Sie zwangen den 73-Jährigen auf einen Sessel und durchsuchten dann die Wohnung. Anschließend flüchteten die beiden in unbekannte Richtung. Der Mann blieb bei dem Überfall unverletzt. Ein Fachkommissariat der Kriminalpolizei der Direktion 4 (Süd) ermittelt; die Täter sind bislang nicht gefasst. Mehr dazu
In der Nacht zum Donnerstag, 28. August, nahm die Polizei in Charlottenburg-Wilmersdorf einen 37-Jährigen fest, der sich einer Verkehrskontrolle entzogen hatte. Kurz vor 23 Uhr wollten Beamte einer Einsatzhundertschaft den Mercedes-Fahrer auf dem Kurfürstendamm/Nestorstraße kontrollieren. Der Mann ignorierte die Anhaltesignale und beschleunigte sein Fahrzeug. Unter Missachtung der Verkehrsregeln raste er über mehrere Straßen bis zur Gerviusstraße, wo eine Baustelle ihm den Weg versperrte. Er sprang aus dem Auto, nahm eine Tasche aus dem Kofferraum und flüchtete zu Fuß — warf die Tasche jedoch während der Verfolgung weg. Auf der Sybelstraße griffen die Beamten den Mann schließlich; dabei wehrte er sich. Die sichergestellte Tasche wird untersucht. Mehr dazu
Am 25. August zerschlug die Berliner Polizei eine mutmaßliche Bande von Trickdieben. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft führten Beamte des Landeskriminalamts sowie der 14. und 36. Einsatzhundertschaft fünf Durchsuchungen im Stadtgebiet durch. Zivilfahnder beobachteten gegen 14:30 Uhr zwei Männer im Alter von 22 und 23 Jahren, wie sie in die Wohnung einer 83-jährigen Frau in der Straße Prenzlauer Berg eindrangen — unter dem Vorwand eines angeblichen Wasserschadens. Ein dritter Mann, 25 Jahre alt, wartete an einem Fluchtfahrzeug. Im Fokus der Ermittlungen stand ein 22-jähriger Hauptbeschuldigter, der von Januar bis August 2026 zusammen mit wechselnden Komplizen zahlreiche Trickdiebstähle in Wohnungen begangen haben soll. Mehr dazu
In Berlin-Rudow wurden zwei Männer festgenommen, die einen 91-Jährigen mit einem Schockanruf um Geld bringen wollten. Ein Täter hatte den Senior am 12. August gegen 14 Uhr angerufen und behauptet, dessen Tochter habe einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Kind tödlich verletzt worden sei. Um eine Inhaftierung der Tochter zu verhindern, forderte er eine Kaution im sechsstelligen Bereich. Der Anrufer verstärkte seinen Druck durch eine Drohung: Die Familie des vermeintlich verstorbenen Kindes werde die Tochter des Seniors töten, falls er das Geld nicht zahle. Das Landeskriminalamt beobachtete die Übergabe und nahm gegen 16 Uhr die Tatverdächtigen fest. Mehr dazu
In der Nacht zum Donnerstag nahm die Polizei in Schöneberg zwei mutmaßliche Einbrecher in einem Mehrfamilienhaus an der Potsdamer Straße fest. Ein Anwohner hatte gegen 2:50 Uhr zwei maskierte Personen im Hausflur beobachtet und die Polizei alarmiert. Die Beamten trafen die beiden Männer im Alter von 19 und 20 Jahren im Aufzug an. An einer Wohnungstür entdeckten sie frische Einbruchsspuren sowie abgelegtes mutmaßliches Einbruchswerkzeug und Markierungsmittel. Nach Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden die Tatverdächtigen nach Abschluss der erkennungsdienstlichen Maßnahmen entlassen. Mehr dazu
In Hellersdorf kam es in der Nacht zum Donnerstag zu einer Schlägerei vor einem Imbiss in der Stollberger Straße. Ein 26-jähriger Mitarbeiter wollte gegen 0:15 Uhr das Geschäft schließen, woraufhin ein 31-jähriger Mann ihm mit einer Flasche gegen den Kopf schlug. Zwei weitere Männer im Alter von 36 und 39 Jahren schlugen nach Polizeiangaben ebenfalls auf den Mitarbeiter ein; ein hinzukommender Passant wurde ebenfalls in die Auseinandersetzung verwickelt. Alle drei Tatverdächtigen wurden festgenommen. Mehr dazu
In der Nacht zum Mittwoch verletzte ein 17-Jähriger in Kreuzberg an der Lohmühlenstraße/Kiefholzstraße einen 28-jährigen Mann und eine 28-jährige Frau mit Pfefferspray. Im weiteren Verlauf verletzte er den Mann mit einem spitzen Gegenstand im Kopf- und Armbereich; die Frau wurde an der Hand verletzt. Der Mann wurde stationär aufgenommen, die Frau ambulant behandelt. Einsatzkräfte nahmen den Jugendlichen kurze Zeit später fest. Mehr dazu
Am Montagabend ereignete sich in Wilmersdorf ein Verkehrsunfall, bei dem ein 24-jähriger Motorradfahrer verletzt und stationär behandelt werden musste. Ein 48-jähriger Autofahrer hatte beim Abbiegen von der Berliner Straße in die Landhausstraße den Motorradfahrer übersehen, der mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein soll. Bei der Unfallaufnahme stellten die Beamten fest, dass der 24-Jährige keine gültige Fahrerlaubnis besaß und das Motorrad als gestohlen gemeldet war. Mehr dazu
In der Nacht zu Donnerstag wurden außerdem mehrere Personen wegen Sachbeschädigungen an Wahlplakaten in Tempelhof-Schöneberg und Mitte festgenommen. Gegen 0:45 Uhr beobachtete ein Zeuge am Wittenbergplatz in Schöneberg einen Mann, der Wahlplakate abriss und zerstörte, und hielt ihn bis zum Eintreffen der Polizei. Rund 35 Minuten später meldete ein Zeuge in Mitte, dass ein 27-jähriger Mann und eine 28-jährige Frau Wahlplakate beschädigten und mit Farbe beschmierten. Mehr dazu
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
Die Woche verzeichnete mehrere Messerangriffe sowie den Einsatz von Schusswaffen durch Täter. Den schwersten Vorfall stellt der Messerangriff in Schöneberg dar: In der vergangenen Nacht ist ein 53-Jähriger in Schöneberg Opfer eines Messerangriffs geworden. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde der Mann gegen Mitternacht in der Bülowstraße von einem Täter mit einem Messer angegriffen und im Brustbereich verletzt. Der 53-Jährige erlitt eine Stichverletzung und wurde von alarmierten Rettungskräften mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Dort musste er notoperiert werden und wurde anschließend stationär aufgenommen. Der Täter flüchtete anschließend in unbekannte Richtung. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Ein Fachkommissariat der Polizeidirektion 4 (Süd) hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Mehr dazu — In Hellersdorf wurde in der Nacht zum Donnerstag eine 21-jährige Frau verletzt: Ein unbekannter Mann verfolgte sie nach ihrer Ankunft am U-Bahnhof Hellersdorf gegen 0:50 Uhr am Fritz-Lang-Platz, zog plötzlich ein Messer und verletzte die Frau, die schützend ihre Hände hob, an der linken Hand. Der Angreifer flüchtete in Richtung Zossener Straße/Stendaler Straße. Mehr dazu — In Kreuzberg verletzte der 17-Jährige sein Opfer mit einem spitzen Gegenstand; der Fall ist im Hauptteil beschrieben. Mehr dazu — Die Schussabgaben auf das Geschäft in Lichterfelde in der Nacht zum Mittwoch sowie der bewaffnete Wohnungsraub in Mariendorf, bei dem die Täter mit Schusswaffen bewaffnet waren, sind ebenfalls im Hauptteil beschrieben. Mehr dazu — Mehr dazu
Bemerkenswert ist diese Woche die Häufung von Vorfällen, mit denen die BAO Ferrum des Landeskriminalamts befasst war: Die Spezialeinheit ermittelt sowohl nach der Razzia gegen Waffenkriminalität in Kreuzberg und Neukölln als auch nach den Schussabgaben auf das Lichterfelder Geschäft, bei denen zusätzlich ein ungezündeter Sprengsatz sichergestellt wurde. Dass dieselbe Sondereinheit innerhalb weniger Tage in zwei voneinander unabhängigen Schwerpunktlagen eingesetzt wurde, unterstreicht die Belastung der auf organisierte Gewalt- und Waffenkriminalität spezialisierten Ermittler.
Auf der Habenseite der Woche steht die Zerschlagung einer mutmaßlichen Trickdieb-Bande am 25. August: Nach monatelangen Ermittlungen fassten Zivilfahnder die Tatverdächtigen auf frischer Tat, als diese in die Wohnung einer 83-Jährigen eindrangen. Fünf Durchsuchungen und mehrere Festnahmen folgten. Mehr dazu
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