Die gestern zu Ende gegangene Handelswoche hat dem DAX einen deutlichen Dämpfer versetzt. Der deutsche Leitindex startete am Montag bei 25.811,90 Punkten in die Woche und schloss gestern, Freitag, bei 25.067,09 Punkten – ein Wochenminus von 2,89 Prozent. Im Wochenverlauf tastete sich der Index zwischenzeitlich bis auf das Wochenhoch von 25.900,10 Punkten vor, ehe der Verkaufsdruck die Oberhand gewann und der DAX bis auf ein Wochentief von 24.830,17 Punkten absackte. Unterm Strich war es eine bewegte Woche mit einer klar negativen Tendenz, in der Verkäufer das Geschehen dominierten.
Als stärkste Einzelwerte der Woche stachen QIAGEN mit einem Plus von 4,34 Prozent auf 36,405 €, die Deutsche Telekom mit 3,65 Prozent auf 26,12 € sowie die Commerzbank mit 2,22 Prozent auf 38,64 € heraus. Auf der Verliererseite dominierten Industrietitel: Siemens Energy brach um 9,88 Prozent auf 152,12 € ein, Rheinmetall verlor 8,79 Prozent auf 992,00 € und HOCHTIEF gab 8,37 Prozent auf 455,20 € nach. Erkennbar ist ein Muster, das defensivere Werte aus dem Gesundheits-, Telekommunikations- und Versicherungsbereich begünstigte, während zyklische Industrie- und Rüstungswerte sowie der Bausektor unter deutlichem Abgabedruck standen.
Energieintensive Werte außer Automotive
Die energieintensiven DAX-Schwergewichte BASF, Heidelberg Materials und Airbus konnten sich dem schwachen Marktumfeld nicht vollständig entziehen, entwickelten sich aber teils besser als der Gesamtindex. BASF schloss die Woche praktisch unverändert mit einem minimalen Minus von 0,31 Prozent auf 47,55 € – damit deutlich besser als der DAX mit seinem Minus von 2,89 Prozent. Heidelberg Materials verlor 2,12 Prozent auf 171,10 € und lag damit ebenfalls noch besser als der Gesamtindex. Airbus dagegen gab 4,29 Prozent auf 197,12 € nach und schnitt damit schwächer ab als der DAX. In der Gruppe spiegelt sich eine gespaltene Entwicklung wider: Chemie und Baustoffwerte hielten sich relativ gut, während der europäische Luftfahrtkonzern stärker unter Druck geriet.
Automobilwerte in dieser Woche
Im DAX40 stehen mit BMW, Mercedes-Benz Group, Volkswagen, Porsche Automobil Holding, Continental und Daimler Truck sechs Werte mit Bezug zur Automobilbranche. Die Gruppe gehörte in dieser Woche zu den klaren Schlusslichtern im deutschen Leitindex: BMW verlor 5,03 Prozent auf 58,14 €, Mercedes-Benz Group gab 3,48 Prozent auf 43,99 € nach, Volkswagen büßte 5,36 Prozent auf 70,98 € ein, Continental verlor 3,19 Prozent auf 72,86 € und Daimler Truck gab 5,06 Prozent auf 41,87 € ab. Alle sechs Werte schlossen die Woche im negativen Terrain und schnitten damit durchweg schlechter ab als der DAX mit seinem Wochenminus von 2,89 Prozent – ein Zeichen, dass die Automobilbranche derzeit einem besonderen Verkaufsdruck ausgesetzt ist.
Der jüngste Rücksetzer reiht sich in eine seit einigen Wochen zu beobachtende Konsolidierungsphase des DAX ein. Nach der starken Aufwärtsbewegung im Frühjahr sendet der Index nun technische Warnsignale, die auf eine ausgeprägtere Korrektur hindeuten könnten. Der Bruch unter die 25.000-Punkte-Marke im Wochenverlauf – auch wenn der Schluss gestern knapp darüber lag – verdeutlicht, dass die Bullen um wichtige Unterstützungsbereiche kämpfen müssen. Auf Jahressicht bleibt die Bilanz dennoch deutlich positiv, was die Bedeutung der aktuellen Korrektur relativiert.
Die kommende Handelswoche
In der kommenden Woche stehen mehrere marktbewegende Termine im Fokus. Aus den USA dürfte vor allem die Veröffentlichung der Inflationsdaten (CPI) Aufmerksamkeit auf sich ziehen, da Marktbeobachter die Zahlen im Hinblick auf den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed genau auswerten werden. In Europa rücken Konjunkturbarometer wie der ZEW-Index in den Blick, der Aufschluss über die Stimmung unter Finanzanalysten geben könnte. Darüber hinaus beginnt in den USA die Berichtssaison an Fahrt aufzunehmen, weshalb erste Quartalszahlen bedeutender US-Konzerne im Fokus stehen dürften. An der Wall Street schloss die abgelaufene Handelswoche mit einer gespaltenen Entwicklung: Der S&P 500 legte auf Wochensicht 0,91 Prozent auf 7.575,39 Punkte zu, während der Dow Jones 0,36 Prozent auf 52.637,01 Punkte abgab.
