Der Gemeinderat Freiburg befasst sich mit der Fortschreibung der Kindergartenplanung. Hintergrund ist ein 1000-Plätze-Programm, das der Rat bereits 1992 gebilligt hatte. Zwischenzeitlich ist eine neue gesetzliche Situation entstanden: Das Schwangeren- und Familienhilfegesetz führte zum 1. Januar 1996 einen individuellen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ein.
Bei der Umsetzung des Prioritätenprogramms gibt es Fortschritte: Der Kindergarten Hochdorf nahm Anfang Oktober in Betrieb, Boelckestraße folgt im Januar 1994. Für andere Projekte laufen Planungen – etwa in Littenweiler, Waltershofen und Opfingen. Im Stadtteil Haslach wird ein zweistöckiger Neubau geplant, nachdem Standortalternativen ausfielen. In Herdern wird ein Kindergarten auf der Rotlaubgarage angestrebt.
Die Bedarfsentwicklung zeigt: Die Zahl der Kinder, die einen Kindergartenplatz suchen, ist seit 1988 kontinuierlich gestiegen. Im Kindergartenjahr 1993/94 wurden 6.202 Kinder gezählt, 5.644 Plätze standen zur Verfügung – eine Bedarfsdeckungsquote von 91 Prozent. Prognosen für 1996/97 rechnen mit 6.541 Kindern und 6.169 Plätzen (94 Prozent).
Der Gemeinderat soll mehrere Beschlüsse fassen: Die Verwaltung erhält Auftrag, eine umfassende Prognose zur Entwicklung der Kinderzahlen zu erstellen und eine neue Prioritätenfolge vorzuschlagen. Ab dem Kindergartenjahr 1994/95 sollen Kindergarteneinrichtungen Komplementärzuschüsse von 30 Prozent zu den Personalkosten erhalten. Das Zuschusssystem soll bis 1996 vereinfacht werden.
Besondere Aufmerksamkeit brauchen künftig die Stadtteile Herdern, Littenweiler und Wiehre, wo erhebliche rechnerische Fehlbedarfe verbleiben werden.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg