Der Gemeinderat Freiburg befasst sich mit einer Beschluss-Vorlage zur Erweiterung der Haupttribüne des Dreisamstadions. Der Sport-Club Freiburg ist 1993 in die Erste Fußball-Bundesliga aufgestiegen und trägt seine Heimspiele im Dreisamstadion aus, das mit 15.000 Plätzen das kleinste Stadion der Ersten Bundesliga ist.
Nach Angaben der Vorlage hat das geringe Fassungsvermögen zu einem großen Zuschauer-Boom geführt. Alle Heimspiele in der Vorrunde waren ausverkauft. Die Vorlage warnt, dass die begrenzte Kapazität die wirtschaftlichen Überlebenschancen des SC in der Bundesliga gefährden könnte, da der Verein gegenüber anderen Clubs benachteiligt ist.
Der SC Freiburg plant einen Ausbau in zwei Bauabschnitten. Im ersten Bauabschnitt soll die Haupttribüne auf der Westseite um etwa 3.000 Plätze erweitert werden. Die Gesamtkosten für diesen Abschnitt betragen etwa 7 Millionen DM. Die Stadt soll sich mit maximal 3,5 Millionen DM beteiligen. Das Land Baden-Württemberg hat einen Zuschuss von maximal 50 Prozent der Gesamtkosten zugesagt, begrenzt auf 5 Millionen DM.
Die erforderliche Finanzierung soll zunächst durch Einsparungen bei Grundstückskäufen erfolgen. Eine sogenannte Sperre (Haushaltsrechtliche Maßnahme zur Sperrung von Mitteln) soll aufgehoben werden, sobald Erlöse aus dem Verkauf eines stadteigenen Sportgeländes eingehen. Die Tribünenerweiterung soll bis August 1994 fertiggestellt sein, um die Spielpause zur Fußball-Weltmeisterschaft zu nutzen.
Ein zweiter Bauabschnitt mit weiteren Umbauten ist geplant, erfordert aber die Aufstellung eines Bebauungsplans und kann daher später realisiert werden.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg