Der Gemeinderat Freiburg hat sich für die Vorschlagstrasse II beim viergleisigen Ausbau der Rheintalbahn ausgesprochen. Diese Variante sieht vor, den Personenverkehr auf der vorhandenen Hauptbahntrasse zu führen, während der Güterverkehr die Stadt ostseitig entlang der Autobahn umfährt.
Hintergrund ist ein Raumordnungsverfahren (ein Verfahren zur Prüfung raumbedeutsamer Planungen), das das Regierungspräsidium Freiburg im September 1993 eingeleitet hatte. Der Abschnitt Offenburg-Freiburg-Müllheim ist als „vordringlicher Bedarf“ in den Bundesverkehrswegeplan 1992 aufgenommen worden.
Im Variantenvergleich wurden zwei Vorschlagstrassen untersucht: Variante I sieht zwei zusätzliche Gleise parallel zu den vorhandenen Gleisen nördlich und südlich Freiburgs vor. Variante II ist die neue Konzeption mit Güterverkehrsumfahrung. Die Umweltverträglichkeitsstudie bewertete Variante I als „voraussichtlich günstigste Alternative“. Die Deutsche Bahn AG empfiehlt jedoch Variante II, da diese 400 Millionen DM Minderkosten, verringerte städtebauliche Eingriffe und Vorteile beim Schutzgut Wohnen bietet.
Der Gemeinderat stimmt der Stellungnahme der Stadt zu, die Optimierungsvorschläge zur Variante II enthält. Besonders wichtig waren dem Gemeinderat: der ICE-Halt am Hauptbahnhof Freiburg, die Güterverkehrsumfahrung, ausreichende Kapazität für den Schienennahverkehr und Minimierung von Umweltbeeinträchtigungen. Die Stadt fordert zudem optimale Lärmabschirmung und flächenschonende Trassierung der neuen Güterbahntrasse.
Die Beschlussvorlage war zuvor mit den Ortschaftsräten von Hochdorf, Lehen, Munzingen, Opfingen, Tiengen und Waltershofen abgestimmt worden.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg