Ein massiver Brand in einer Industriehalle hat die Feuerwehr Dresden am Mittwochabend zu einem Großeinsatz geführt. Seit 19:52 Uhr bekämpfen rund 120 Einsatzkräfte das Feuer in der Maxener Straße im Stadtteil Lockwitz.
Bereits auf der Anfahrt war eine massive schwarze Rauchsäule über weiten Teilen der Landeshauptstadt Dresden sichtbar. Die Rauchentwicklung war bis in die umliegenden Städte Heidenau und Pirna deutlich zu erkennen. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand ein Hallenteil eines Industriebetriebes, in dem Kunststoffflocken gelagert werden, in Vollbrand. Mehrere Trupps unter Atemschutz griffen mit zahlreichen Strahlrohren von verschiedenen Seiten an. Durch eine sogenannte Riegelstellung gelang es den Feuerwehrleuten, eine Ausbreitung auf angrenzende Hallenbereiche und benachbarte Gebäude zu verhindern.
Die starke Rauchentwicklung machte eine Warnung der Bevölkerung notwendig. Im Umkreis von 1.000 Metern wurden Anwohnerinnen und Anwohner über das Modulare Warnsystem (MoWaS), die Warn-App NINA sowie die Social-Media-Kanäle der Feuerwehr Dresden informiert. Sie wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.
Parallel führten Messtrupps umfangreiche Luftmessungen im Warnbereich, im angrenzenden Stadtgebiet und in der Gemeinde Heidenau durch. Dabei konnten keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffkonzentrationen festgestellt werden. Die Warnung konnte daher um 21:57 Uhr aufgehoben werden. In der unmittelbaren Umgebung der Einsatzstelle kann es jedoch weiterhin zu Geruchsbelästigungen kommen.
Der Brand ist inzwischen gelöscht. Allerdings hat die erhebliche Hitzeentwicklung und massive Brandeinwirkung die Statik der betroffenen Halle erheblich beeinträchtigt. Ein Betreten des Gebäudes durch Einsatzkräfte ist deshalb derzeit nicht möglich.
Um die Restlöscharbeiten dennoch fortzuführen, wird Spezialtechnik eingesetzt. Das ferngesteuerte Löschunterstützungsfahrzeug LUF 60 der Feuer- und Rettungswache Striesen übernimmt die Brandbekämpfung im Inneren der Halle. Das Kettenfahrzeug kann Bereiche erreichen, die für Einsatzkräfte aufgrund der Einsturzgefahr nicht sicher zugänglich sind, und dort gezielt Löschmaßnahmen durchführen.
Zur Sicherstellung einer ausreichenden Löschwasserversorgung wurden mehrere Tanklöschfahrzeuge der Dresdner Stadtteilfeuerwehren nachalarmiert. Im Einsatz sind die Stadtteilfeuerwehren Niedersedlitz, Weißig, Lockwitz, Kaitz, Langebrück, Klotzsche und Wilschdorf sowie Einsatzkräfte der Wachen Übigau, Striesen, Löbtau und Altstadt. Sie werden unterstützt durch die Feuerwehr der Gemeinde Bannewitz und die Flughafenfeuerwehr Dresden.
Die Brandursache ist derzeit noch unklar. Angaben zur Schadenshöhe können gegenwärtig nicht gemacht werden. Die Ermittlungen zur Brandursache werden nach Abschluss der Löscharbeiten durch die Polizei aufgenommen. Die Einsatzmaßnahmen werden voraussichtlich noch bis in die Nacht andauern.