Organisierte Kriminalität wird brutaler – fast 8.000 Verdächtige 2025

Das Bundeskriminalamt hat alarmierende Zahlen zur Organisierten Kriminalität vorgelegt: Im Jahr 2025 wurden bundesweit 683 Ermittlungsverfahren gegen Organisierte Kriminalität geführt. Dabei wurden knapp 8.000 Tatverdächtige erfasst – ein Höchststand der vergangenen fünf Jahre. Rund 69 Prozent der Verfahren wiesen einen internationalen Bezug auf.

Das Erscheinungsbild der Organisierten Kriminalität verändert sich grundlegend. Während Abschottung lange ein Kennzeichen war, inszenieren jüngere kriminelle Akteure – die sogenannte „Gen-Z-Mafia“ – Macht, Status und Gewalt zunehmend in sozialen Medien. Im Sinne von „Crime-as-a-Service“ werden kriminelle Dienstleistungen gezielt angeboten und vermittelt: von Logistik und Waffenbeschaffung über Geldwäsche bis zur Rekrutierung von – oft jugendlichen – Tatverdächtigen für Gewalttaten. Auftraggeber können aus dem mutmaßlich sicheren Ausland agieren und Täter in Deutschland rekrutieren, ohne ihnen jemals persönlich zu begegnen.

Die Anwendung von Gewalt nimmt weiter zu und betrifft verstärkt den öffentlichen Raum. Kennzeichnend sind Schutzgelderpressungen und eine niedrige Hemmschwelle beim Schusswaffengebrauch. Seit Jahren werden vermehrt illegale Schusswaffen – insbesondere sogenannte „totalgefälschte Schusswaffen“ – in Deutschland festgestellt. Diese werden außerhalb legaler Produktionsstätten illegal hergestellt und täuschend echt nachempfunden. Sie gelangen auf dem Landweg aus der Türkei nach Deutschland und werden hier von kriminellen Gruppen weiterverbreitet. Die steigende Verfügbarkeit erhöht das Gefahrenpotenzial, besonders weil Gewalt auch im öffentlichen Raum ausgetragen wird.

Rauschgiftkriminalität bleibt mit rund 37 Prozent der Verfahren das Hauptbetätigungsfeld der Organisierten Kriminalität. Bei Kokain und Crack wurden 2025 insgesamt 39.414 Straftaten festgestellt (2024: 38.671). Die Ermittler sicherten 10,1 Tonnen Kokain, davon 6,5 Tonnen in deutschen Häfen. Große Mengen gelangen mit legalen Warenströmen über Seehäfen nach Europa; kriminelle Netzwerke nutzen dabei zunehmend schnelle „Go-Fast-Boote“. Die Milliardengewinne aus dem Kokainhandel werden auch für Bestechung und Einflussnahme verwendet; das gewaschene Geld fließt in den legalen Wirtschaftskreislauf.

Im Bereich Cannabis verdreifachten sich die Sicherstellungen von Marihuana 2025 im Vergleich zum Vorjahr. Cannabis wird in Deutschland weiterhin illegal angebaut. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 567 Cannabis-Plantagen mit einer Anbaukapazität ab 20 Pflanzen sichergestellt – ein Anstieg um rund 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte: „Organisierte Kriminalität ist eine wachsende Gefahr für unsere innere Sicherheit. Kriminelle Banden werden professioneller, brutaler und skrupelloser.“ Das Bundeslagebilder Organisierte Kriminalität und Rauschgiftkriminalität 2025 sind auf der Website des Bundeskriminalamts verfügbar.

Quelle: Pressemitteilung des Bundeskriminalamts vom 15. September 2026. Original beim Bundeskriminalamt.

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