Petition gegen Waldverkauf am Cottaweg eingereicht

Eine Petition fordert den Leipziger Stadtrat auf, den geplanten Verkauf von Wald- und Sukzessionsflächen am Cottaweg abzulehnen. Der Petent Jürgen Kasek wendet sich gegen die Beschlussvorlage VIII-DS-02491, die ein Waldgebiet an der Capastraße an die Red Bull Betriebsanlagen GmbH verkaufen soll.

Laut Petition sind mehr als 57.000 Quadratmeter Waldfläche betroffen. Der Petent argumentiert jedoch, dass der tatsächlich betroffene Naturraum deutlich größer ist und neben Waldflächen auch Sukzessionsflächen (Flächen in natürlicher Entwicklung) umfasst, die sich über Jahrzehnte entwickelt haben.

Die Petition bringt mehrere Argumente vor: Das Waldgebiet entstand als behördlich festgesetzte Ausgleichsfläche für frühere Eingriffe in Natur und Landschaft. Es liegt an einer ökologisch sensiblen Stelle zwischen dem nördlichen und südlichen Leipziger Auwald und dient als Verbindungsraum für Tierarten. Der Petent warnt vor einer Schwächung des Biotopverbunds des Auwaldes.

Zudem listet die Petition Funktionen des Naturraums auf: Kühlung des Stadtklimas, CO₂-Speicherung, Filterung von Feinstaub und Luftschadstoffen, Wasserspeicherung und Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Ein neu angepflanzter Wald könne diese Funktionen eines seit Jahrzehnten gewachsenen Naturraums auf absehbare Zeit nicht ersetzen.

Die Petition verweist zudem auf städtische Planungen und Leitbilder, die sich zur Stärkung des Grünzugs am Cottaweg bekennen. Der geplante Verkauf würde diesem Ziel zuwiderlaufen. Abschließend argumentiert die Petition, dass Naturflächen keine Reserveposition im städtischen Haushalt sein dürfen.

Carsten Müller, Politikredaktion Sachsen