Rathaus-Toiletten geschlossen: Einwohner fragen nach Gründen

Ein Leipziger Einwohner hat die Ratsversammlung befragt, warum die öffentlich zugänglichen Toilettenanlagen im Neuen Rathaus geschlossen wurden. Die Anfrage (ein Instrument, mit dem Bürgerinnen und Bürger Fragen an die Stadtverwaltung richten können) wurde unter der Referenznummer VIII-EF-03195 eingereicht und soll schriftlich beantwortet werden.

Nach Aussage des Einwohners waren diese Toiletten bislang zu üblichen Arbeitszeiten der Stadtverwaltung für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Ausnahme: Die Toiletten in der Unteren Wandelhalle bleiben zugänglich. Der Fragesteller betont, dass diese Schließung besonders problematisch sei, da in der gesamten Leipziger Innenstadt insgesamt nur noch drei öffentliche Toilettenanlagen zur Verfügung stehen – und diese sind nicht immer funktionsfähig.

Die Einwohneranfrage hebt hervor, dass von der Schließung verschiedene Bevölkerungsgruppen betroffen sind: ältere Menschen, Familien, Touristen, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Wohnungslose. Der Einwohner sieht darin eine erhebliche Barriere im öffentlichen Raum.

In der Anfrage werden drei konkrete Fragen gestellt: Welche baulichen, organisatorischen oder sicherheitsrelevanten Gründe führten zur Schließung und wann können diese Toiletten wieder öffnen? Wie bewertet die Stadtverwaltung diesen Schritt angesichts der ohnehin angespannten Situation im Stadtzentrum? Welche kurzfristigen Ersatzlösungen werden geschaffen und welche Maßnahmen des städtischen Toilettenkonzepts werden prioritär umgesetzt?

Die Ratsversammlung wird sich am 2. September 2026 mit der Anfrage befassen.

Carsten Müller, Politikredaktion Sachsen