Bodenfeuchte-Bericht Deutschland: Süden und Osten in moderater bis schwerer Trockenheit

Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors vom 15. Juli 2026 zeigt ein differenziertes Bild der Bodenfeuchte in Deutschland. Während der Norden und Westen überwiegend normal bis leicht trocken sind, weisen der Süden und Osten des Landes ausgeprägte Trockenheitssignale auf. Die Karte stellt ein 14-Tage-gleitendes Mittel dar und wird vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung wöchentlich aktualisiert.

Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Regionale Verteilung der Trockenheit
Der Südosten Deutschlands, insbesondere Bayern und Baden-Württemberg sowie Teile Österreichs, zeigen überwiegend rote und dunkelrote Flächenanteile, was einer schweren bis extremen Dürre entspricht. Der östliche Landesteil von Sachsen über Sachsen-Anhalt bis Brandenburg ist mehrheitlich orange bis rot gefärbt und weist damit moderate bis schwere Trockenheit auf. Einzelne Flecken dunkelroter Färbung deuten auf regional extreme Bedingungen hin.

Im Gegensatz dazu präsentiert sich der Norden deutlich entspannter: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg zeigen gelbe bis orange Töne mit Anteilen an normalen Bedingungen. Niedersachsen und Bremen sind überwiegend gelb gefärbt, was ungewöhnlicher Trockenheit entspricht. Auch der Westen – Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland – sind mit Gelb und Orange dominiert, vermischen sich aber mit Bereichen normaler Feuchte.

Wetterlage und ihre Auswirkung auf die Bodenfeuchte
Die vergangenen sieben Tage brachten bundesweit durchschnittlich 5,3 Millimeter Niederschlag – eine geringe Menge. Lokal zeigen sich jedoch Unterschiede: Schleswig-Holstein verzeichnete 20,8 Millimeter, Baden-Württemberg 26,2 Millimeter und Rheinland-Pfalz 17,3 Millimeter. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen hingegen hatten praktisch keine Niederschläge.

Da die UFZ-Karte den Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe abbildet und auf einem 14-Tage-Mittel basiert, wirken sich kurzfristige Regenfälle nur begrenzt aus. Der Oberboden kann sich durch lokale Niederschläge teilweise kurzfristig erholen, der Gesamtboden reagiert hingegen träge. Im Süden und Osten deuten die roten und dunkelroten Färbungen auf ein Niederschlagsdefizit hin, das sich über einen längeren Zeitraum aufgebaut hat.

Für die kommenden drei Tage prognostizieren die Wetterdienste ungleich verteilte Niederschläge: Hamburg wird mit 13,1 Millimetern rechnen können, Brandenburg und Bremen mit 8 beziehungsweise 8,6 Millimetern. Berlin erwartet 6,9 Millimeter, während Hessen und Sachsen-Anhalt mit Niederschlagsarmut oder Trockenheit rechnen müssen. Die Durchschnittstemperatur der vergangenen Woche lag bei 22 Grad Celsius und wird sich in den nächsten Tagen fortsetzten.

Bedeutung für Landwirtschaft und Wasserwirtschaft
Die moderaten bis schweren Trockenheitslagen im Süden und Osten erfordern eine aufmerksame Beobachtung. Im Bereich schwerer Dürre können Feldfrüchte unter Stress geraten, Bewässerung wird relevant, und die Grundwasserneubildung ist beeinträchtigt. Der Norden und Westen Deutschlands mit ungewöhnlicher bis moderater Trockenheit befinden sich derzeit in einem weniger kritischen Zustand.

Für Forstbetriebe in betroffenen Regionen bleibt die Waldbrandgefahr ein Aspekt, der verfolgt werden sollte. Während die nordwestlichen Bundesländer in den nächsten Tagen von zusätzlichem Niederschlag profitieren könnten, wird der Süden und Osten zunächst mit ausbleibenden Niederschlägen rechnen müssen.

Hinweis zur Datenquelle
Die Daten stammen vom UFZ-Duerremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung. Der Soil Moisture Index (SMI) bildet die Bodenfeuchte des Gesamtbodens bis 1,80 Meter Tiefe ab und wird wöchentlich aktualisiert.

Dürreberichte nach Bundesland