Bodenfeuchte Deutschland: Süden in schwerer Dürre, Norden gering belastet

[Trockenheit]

Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung) zeigt zum 22. Juli 2026 ein stark differenziertes Bild der Bodenfeuchte in Deutschland. Der Süden und die Mitte des Landes sind überwiegend von schwerer Dürre (Klasse 3, rot) bis extreme Dürre (Klasse 4, dunkelrot) betroffen, während der Norden moderate bis leicht erhöhte Trockenheit aufweist. Gesamthaft dominieren die Klassen 3 und 4 das Bild; normale bis feuchte Verhältnisse sind auf kleine Areale begrenzt.

Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süden und Mitte mit deutlicher Trockenheit

Bayern, Baden-Württemberg und große Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zeigen überwiegend schwere Dürre (rot). Der Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe ist in diesen Regionen deutlich ausgetrocknet. Besonders kritisch ist die Situation im südlichen Bayern und in der Rhein-Main-Region, wo flächig dunkelrote Zonen (extreme Dürre) sichtbar sind. Auch große Teile von Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt liegen im roten Bereich. Der Nordosten Deutschlands, insbesondere Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, zeigt orange bis gelbe Färbung (moderate Dürre bis ungewöhnlich trocken), bleibt damit aber unter dem Süden zurück.

Nur 9,4 mm Regen — Gesamtboden reagiert träge

Die Wetterdaten der letzten sieben Tage zeigen bundesweit nur 9,4 mm Niederschlag im Durchschnitt. Regional fiel zwar teilweise mehr — Baden-Württemberg verzeichnete 26,2 mm, Sachsen 18,4 mm, Berlin und Brandenburg je über 14 mm — doch diese Niederschläge wirken sich auf den Gesamtboden nur verzögert aus. Die UFZ-Karte ist ein 14-Tages-Gleitendes Mittel; der Oberboden kann sich kurzfristig regenerieren, der tiefere Untergrund aber reagiert träge. Für die kommenden drei Tage wird bundesweit nur 7,1 mm erwartet. Bayern und Rheinland-Pfalz erhalten weniger als 4 mm, was die bestehende Trockenheit nicht wesentlich entspannen wird.

Folgen für Landwirtschaft und Waldvitalität

Die schwere Dürre im Süden und der Mitte beeinträchtigt Feldkulturen in der kritischen Entwicklungsphase sowie Waldbestände dauerhaft. Grundwasserneubildung findet unter diesen Bedingungen kaum statt. In den moderat trockenen Regionen des Nordens besteht noch kein akuter Handlungsbedarf, doch die anhaltende Trockenheit erfordert Beobachtung. Der Gesamtboden wird durch das Fehlen stärkerer Niederschläge weiter austrocknen, sofern nicht kurzfristig 30–50 mm Regen folgen. Das UFZ aktualisiert den Duerremonitor wöchentlich; die nächste Karte wird zeigen, ob die vorhergesagten Regenfälle eine Stabilisierung bringen.

Den aktuellen Wetterbericht für Deutschland finden Sie hier.

Dürreberichte nach Bundesland