Bodenfeuchte Deutschland: Süden in schwerer Dürre, Norden mit Entspannung

Der UFZ-Duerremonitor zeigt zum 29. Juli 2026 ein stark differenziertes Bild der Bodenfeuchte in Deutschland. Die aktuelle Karte, die ein 14-Tage-Mittel des Gesamtbodens bis 1,80 Meter Tiefe darstellt, dokumentiert andauernde Trockenheit in großen Teilen des Südens und der Mitte, während der Norden überwiegend normale bis feuchte Bedingungen aufweist. Rund 65 bis 70 Prozent der Bundesrepublik sind von erhöhter Trockenheit betroffen, mit deutlichen regionalen Unterschieden in der Intensität.

Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süden und Mitte mit schwerem Wassermangel

Baden-Württemberg, Bayern und große Teile des südlichen Mittelgebirgs-Bereichs zeigen überwiegend dunkelrote Färbung, was einer extremen Dürre entspricht. Flächig sind auch Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland und Sachsen-Anhalt mit rot (schwere Dürre) bis orange (moderate Dürre) markiert. Diese Regionen verzeichnen Bodenfeuchte-Defizite, die statistisch etwa alle 20 bis 30 Jahre auftreten. Besonders das südwestliche Deutschland ist durchgehend in den höheren Trockenheitsklassen eingeordnet. Der Osten zeigt ein gemischtes Bild: Während Sachsen und Thüringen rot bis orange gefärbt sind, deutet sich im nordöstlichen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern allmählich eine Entspannung an.

Norden mit Niederschlag und stabilen Bedingungen

Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen präsentieren sich auf der Karte überwiegend gelb bis orange – also deutlich besser als der Süden. In den letzten sieben Tagen fielen im Norden zwischen 8,5 und 23,9 Millimetern Niederschlag, mit Niedersachsen an der Spitze. Die Oberflächenbodenfeuchte hat sich damit kurzfristig erholt, doch der Gesamtboden reagiert träge auf aktuelle Niederschläge. Für die nächsten drei Tage sind im Norden minimale Niederschlagsmengen bis 0,7 Millimetern prognostiziert; eine merkliche Verbesserung ist kurzfristig nicht zu erwarten.

Wetterdynamik verstärkt Trockentrend

Die deutschlandweite Niederschlagsbilanz der vergangenen sieben Tage (Durchschnitt 9,2 Millimeter) bleibt deutlich unter dem klimatologischen Sollwert. Im Südwesten – den am stärksten betroffenen Regionen – fielen teils nur 0,7 bis 4,1 Millimeter. Die Temperaturen lagen im Landesmittel bei 20,7 Grad Celsius; für die nächsten drei Tage werden ähnliche oder höhere Werte erwartet, ohne nennenswerte Niederschläge. Diese Kombination aus Wärmeeintrag und Niederschlagsarmut wird die Bodentrocknung in den bereits defizitären Südregionen weiter beschleunigen, während der Gesamtboden aufgrund seiner Trägheit erst verzögert reagiert.

Für Landwirtschaft und Waldwirtschaft bedeutet die Klasse-3- und Klasse-4-Situation in Bayern, Baden-Württemberg sowie Teilen Hessens spürbare Wasserstressbelastung bei Kulturen. Grundwasserspeicher in den betroffenen Regionen zeigen Auffüllungsdefizite. Der Norden verfügt zwar über bessere Voraussetzungen, kann die Trockenheit im Rest Deutschlands aber nicht kompensieren.

Quelle: UFZ-Duerremonitor (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung). Die Karte wird wöchentlich aktualisiert und zeigt ein 14-Tage-Mittel.

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