Die Woche vom 05.10. bis 11.10.2026 hielt die Hamburger Polizei mit einer Reihe schwerer Vorfälle in Atem. Im Mittelpunkt standen ein abgeschlossener Mordfall aus dem Februar, eine Schießerei in Billstedt mit Haftbefehl, eine Großrazzia gegen einen Millionen-Betrugsring sowie ein Sexualdelikt an einem Kind in Bramfeld.
Mordfall Marienthal: Tatverdächtiger aus der Türkei überstellt
Ein 37-jähriger Iraker ist in der Türkei festgenommen und nach Deutschland überstellt worden. Er steht unter Verdacht, im Februar einen 41-Jährigen in Hamburg-Marienthal mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Der Mann befindet sich nun in Untersuchungshaft. Die Tat ereignete sich am 12. Februar gegen 20:45 Uhr in der Hammer Straße im Stadtteil Marienthal. Der 41-Jährige wurde durch die Messerstiche tödlich verletzt. Nach umfangreichen Ermittlungen der Mordkommission (LKA 41) und der Staatsanwaltschaft Hamburg — gestützt auf Aussagen von Tatzeugen und die Auswertung von Videoaufnahmen — verdichtete sich der Verdacht gegen den 37-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft erwirkte einen internationalen Haftbefehl. Türkische Behörden nahmen den Mann im Rahmen einer Kontrolle fest, stellten seine Aufenthaltsbestimmungen fest und schoben ihn am vergangenen Freitag nach Deutschland ab. Aufgrund des bestehenden Haftbefehls wurde er dem Untersuchungsgefängnis Hamburg zugeführt. Die Ermittlungen der Mordkommission und der Abteilung für Kapitaldelikte der Staatsanwaltschaft Hamburg dauern an. Mehr dazu
Schießerei in Billstedt: Haftbefehl wegen versuchten Tötungsdelikts
In der Nacht zum Samstag kam es auf dem Hinterhof eines Mehrfamilienhauses am Schiffbeker Weg in Hamburg-Billstedt gegen 2:45 Uhr zu einem Streit zwischen mehreren Männern. Ein 28-jähriger türkischer Staatsangehöriger zog eine Schusswaffe und schoss auf einen gleichaltrigen Mann, der dadurch an einem Bein verletzt wurde. Beim anschließenden Gerangel löste sich ein weiterer Schuss, der den 28-Jährigen selbst an einem Bein traf. Beide Verletzten wurden von Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus wurde der 28-jährige Beschuldigte dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Eine Richterin erließ Haftbefehl wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes. Die Mordkommission ermittelt nun in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft weiter. Die Polizei Hamburg bittet Zeuginnen und Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise zu weiteren Beteiligten geben können, sich zu melden. Mehr dazu
Großrazzia: 50-Millionen-Betrugsring zerschlagen
Am Mittwochmorgen haben Beamtinnen und Beamte des Landeskriminalamtes Hamburg (LKA 51) mit Unterstützung von Polizeikräften aus Schleswig-Holstein und der Bundespolizei einen großangelegten Betrugsring zerschlagen. Sie vollstreckten diverse Durchsuchungs- und Arrestbeschlüsse sowie drei Haftbefehle. Sieben Tatverdächtige im Alter von 32 bis 64 Jahren sollen ein Finanzunternehmen gegründet und arbeitsteilig über soziale Medien Kapitalanlageprodukte vertrieben haben, die in Wirklichkeit gar nicht existierten. Mit hohen Gewinnversprechungen lockten sie demnach mindestens 2.700 Geschädigte an und bewegten diese, rund 50 Millionen Euro sowie 3,4 Millionen in einer Kryptowährung zu investieren. Mehr dazu
Sexualdelikt an Neunjähriger in Bramfeld
In Hamburg-Bramfeld ist es zu einem Sexualdelikt gegen ein neunjähriges Mädchen gekommen. Den bisherigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei zufolge fuhr das Kind nachmittags mit seinem Fahrrad durch eine Grünanlage im Bereich der Ecke Haldesdorfer Straße und Steilshooper Allee auf dem Heimweg. Ein Unbekannter auf einem blau-orangefarbenen E-Scooter versperrte ihr den Weg, ergriff mit einer Hand den Fahrradlenker und nahm mit der anderen Hand sexuelle Handlungen an sich vor. Als das Kind lautstark um Hilfe rief, ließ der Mann von ihr ab und flüchtete auf seinem E-Scooter in Richtung der Straße Weidkoppel. Die Polizei sucht nun nach Zeugenhinweisen. Mehr dazu
97-Jähriger in Eimsbüttel überfallen
Am Donnerstag gegen 17:35 Uhr haben mehrere Unbekannte einen 97-jährigen Mann in seiner Wohnung in der Waterloostraße in Hamburg-Eimsbüttel überfallen. Nach den Erkenntnissen des Raubdezernats klingelten zwei augenscheinlich jugendliche Männer an seiner Tür und drängten ihn nach dem Öffnen unvermittelt in die Wohnung, wodurch er stürzte. Während der Senior um Hilfe rief, durchsuchten die Eindringlinge die Wohnung nach Wertgegenständen. Erst als ein Nachbar auf die Situation aufmerksam wurde, flüchteten die zwei Männer gemeinsam mit einem im Hausflur wartenden Komplizen in Richtung Eimsbüttler Straße und mutmaßlich weiter zum U-Bahnhof Emilienstraße. Die Polizei sucht nach Zeugen. Mehr dazu
Angriff auf DB-Sicherheitsmitarbeiter am S-Bahnhof Landungsbrücken
Am 07.10.2026 gegen 09:20 Uhr kam es im S-Bahnhof Landungsbrücken zu einer Körperverletzung zum Nachteil von drei Mitarbeitenden der DB Sicherheit. Ein 24-jähriger algerischer Staatsangehöriger soll die Mitarbeiter mit Schlägen und Tritten attackiert haben. Laut Ermittlungen der Bundespolizeiinspektion Hamburg hatte die DB Sicherheit den Mann in der S1 auf der Fahrt in Richtung Landungsbrücken wegen seines Fahrausweises kontrolliert. Da er kein Ticket vorweisen konnte, forderten die Mitarbeiter ihn auf, die S-Bahn zu verlassen. Der Mann weigerte sich verbal aggressiv. Als die Sicherheitsdienstmitarbeiter ihn aus der Bahn begleiten wollten, soll er am Bahnsteig körperlich auf sie eingewirkt haben. Er attackierte sie mit Schlägen und Tritten und biss einem Mitarbeiter in den Oberschenkel, wodurch dieser verletzt wurde. Mehr dazu
Schüsse auf Gebäude in Rotherbaum und Barmbek-Nord
Unbekannte haben am vergangenen Wochenende in zwei Hamburger Stadtteilen Gebäude durch Schussabgaben beschädigt. In der Nacht zum Sonntag, etwa um 4:49 Uhr, schossen Täter mehrere Fenster eines Lokals in der Grindelallee in Hamburg-Rotherbaum kaputt. In den betroffenen Räumen wurde niemand verletzt. Am selben Wochenende beschädigten Täter auch das Schaufenster und die Fassade eines Geschäftsobjektes in der Bramfelder Straße in Hamburg-Barmbek-Nord durch mehrere Schüsse. Dieser Fall wurde gegen 13:35 Uhr festgestellt. Auch hier wurde niemand in den betroffenen Räumen verletzt. Ein Anrufer hatte die Polizei am Sonntag gegen 05:05 Uhr über Schussgeräusche informiert, die er etwa einen Kilometer vom später festgestellten Tatort in der Bramfelder Straße wahrnahm. Die Polizei prüft, ob diese Geräusche den Schüssen in der Bramfelder Straße zuzuordnen sind. Der Hintergrund der Schussabgaben ist noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Mehr dazu
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
Die Woche verzeichnete mehrere Messervorfälle und Fälle mit Schusswaffen-Einsatz durch Tatverdächtige. Der schwerste Messerfall ist der bereits im Februar begangene Mord in Hamburg-Marienthal, in dem der 41-Jährige durch mehrere Messerstiche getötet wurde — der Tatverdächtige wurde diese Woche überstellt und kam in Untersuchungshaft (Mehr dazu). Daneben meldeten Medien für den 06.10.2026, den 08.10.2026, den 09.10.2026 (zwei separate Vorfälle) sowie den 11.10.2026 in Hamburg-Altona jeweils den Einsatz eines Messers; offizielle Polizeimitteilungen zu diesen Vorfällen lagen zum Redaktionsschluss noch nicht vor (Mehr dazu | Mehr dazu | Mehr dazu | Mehr dazu | Mehr dazu). Beim Schusswaffeneinsatz stechen zwei Fälle hervor: die Schießerei in Hamburg-Billstedt in der Nacht zum Samstag, bei der ein 28-Jähriger eine Schusswaffe zog und auf einen gleichaltrigen Mann schoss (Mehr dazu), sowie die Schussabgaben auf Gebäude in Hamburg-Rotherbaum und Hamburg-Barmbek-Nord am vorangegangenen Wochenende, deren Hintergründe noch ermittelt werden (Mehr dazu).
Auffällig in dieser Woche war die Häufung von Messervorfällen: Innerhalb von sechs Tagen wurden allein fünf Messerangriffe oder -einsätze durch Medien gemeldet — vom 06.10. bis zum 11.10.2026. Hinzu kamen zwei separate Schusswaffenvorfälle mit unterschiedlichem Hintergrund. Ob zwischen den gemeldeten Messervorfällen ein Zusammenhang besteht, ist nicht bekannt; die Polizei hat zu den meisten dieser Fälle noch keine eigenen Mitteilungen herausgegeben.
Einen anderen Ausgang nahm eine Festnahme am 09.10.2026 im Bahnhof Hamburg-Harburg: Zwei rumänische Staatsangehörige im Alter von 27 und 28 Jahren waren ohne gültige Fahrkarte mit dem ICE 514 von Bremen nach Hamburg-Harburg gefahren. Als der Zugbegleiter die Bundespolizei hinzuzog und die Personalien überprüft wurden, stellte sich heraus, dass gegen beide Männer Haftbefehle der Staatsanwaltschaft Ulm vorlagen — sie waren gesucht, weil sie jeweils eine Geldstrafe von 1.000 Euro wegen versuchten Diebstahls nicht vollständig bezahlt hatten. Beide wurden festgenommen. Mehr dazu
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
» Weitere Polizeimeldungen aus Hamburg Blaulicht
Auch aus Hamburg: