Der Gemeinderat Freiburg hat die Aufstellung eines Änderungsbebauungsplans für das Industriegebiet Nord beschlossen. Das Verfahren betrifft mehrere Flurstücke im Stadtteil Brühl zwischen der Hans-Bunte und der Zinkmattenstraße.
Hintergrund ist der Ansiedlungswunsch der Firma Stinnes Baumarkt AG auf dem Gelände des ehemaligen Zentrallagers der Firma Gottlieb. Das Vorhaben erfordert eine Änderung des bestehenden Bebauungsplans, um das erforderliche Baurecht zu schaffen. Parallel dazu wird das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans eingeleitet.
Das Industriegebiet Nord hat eine lange Geschichte. Mit dem Bau der Güterbahnlinie von 1901 bis 1905 begannen erste Ansiedlungen von Industriebetrieben. Die Hauptentwicklung erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute sind im Gebiet insgesamt 314 Betriebe mit etwa 12.499 Arbeitnehmern ansässig. Die Beschäftigten verteilen sich überwiegend auf kleinere und mittlere Unternehmen.
In den vergangenen Jahren hat sich das Industriegebiet strukturell gewandelt. Neben produzierenden Großbetrieben haben sich Forschungsinstitute, darunter das Fraunhofer-Institut für Festkörperphysik und das Max-Planck-Institut für Immunbiologie, angesiedelt. Zugleich zeigt sich: In den letzten 30 Jahren ist der Anteil der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe kontinuierlich gesunken – von 38 Prozent im Jahr 1961 auf 21,2 Prozent im Jahr 1987.
Die Verwaltung begründet die Planänderung damit, dass der Verlust von Industrieflächen durch andere verfügbare Grundstücke ausgeglichen werden kann. Nach geplanter Verlagerung des Betriebshofes sollen etwa 2,8 Hektar sowie zwei weitere Hektar als unbewirtschaftete Industriefläche zur Verfügung stehen.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg