Der Gemeinderat Freiburg hat sich mit einem Konzept für den Weihnachtsmarkt 2020 befasst, das aufgrund der Coronapandemie grundlegend anders ausfallen soll als in den Vorjahren. Die Vorlage (eine Vorlage ist ein Beschlussantrag der Verwaltung an die politische Vertretung) sieht einen dezentralen Markt vor, der sich über mehrere innerstädtische Plätze verteilt.
Ein wesentlicher Punkt: Der Markt soll ohne den Verkauf von alkoholhaltigen weihnachtstypischen Getränken wie Glühwein durchgeführt werden. Von 156 ursprüglich angemeldeten Beschickern (Standplatzbetreibern) haben 121 ihre Teilnahme zugesagt. Bei einer Befragung zur Teilnahme an einem alkoholfreien Markt erklärten sich etwa 88 Prozent bereit mitzumachen – darunter 52 Kunsthandwerksstände, 19 Imbissstände und 9 Stände mit Süß- und Backwaren.
Räumlich wird der Markt deutlich entzerrt: Zusätzlich zu den sieben bisherigen Standorten sollen der Colombi-Park und der Fahnenbergplatz genutzt werden, um die erforderlichen Abstände von 1,5 Metern einzuhalten. Etwa 14 Stände verlagern sich in den Colombi-Park, 6 weitere auf den Fahnenbergplatz.
Wirtschaftlich bedeutet das Konzept Einbußen: Der Gemeinderat beschloss eine einmalige Reduktion der Standgebühren um 50 Prozent für alle Branchen. Zusammen mit Mindereinnahmen durch fehlende Beschicker rechnet die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH mit Ausfällen von etwa 585.000 Euro. Hintergrund: 2020 konnten Frühjahrs- und Herbstmesse nicht stattfinden – der Weihnachtsmarkt bietet vielen Schaustellern die einzige Chance, in diesem Jahr Umsätze zu erwirtschaften.
Die Durchführung ist an Bedingungen geknüpft: Eine stabile Infektionslage in Freiburg und den benachbarten Landkreisen, eine entsprechende Verordnung des Landes für Spezialmärkte und die Einhaltung coronabedingter Hygienevorgaben.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg