Der Gemeinderat Freiburg befasst sich mit der geplanten Ausweisung eines Natur- und Landschaftsschutzgebietes im Gewann Mühlmatten in Freiburg-Hochdorf. Das Regierungspräsidium hat der Stadt einen Verordnungsentwurf mit Abgrenzungsvorschlag vorgelegt.
Nach fachlicher Bewertung handelt es sich dabei um die größte noch zusammenhängende feuchte Wiesenniederung in der Freiburger Bucht. Das Gebiet bietet Lebensraum für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Die Vegetation umfasst artenreiche Feuchtwiesen, Großseggenriede, feuchte Hochstaudenfluren, Schilfröhricht und Feuchtwälder.
Eine Herausforderung liegt in der bestehenden Bauleitplanung: Der Flächennutzungsplan weist Wohnbauflächen im Bereich aus, und der Bebauungsplan sieht eine Erschließungsstraße vor. Das Regierungspräsidium warnt, dass beide Planungen den Wasserhaushalt des Schutzgebietes gefährden würden.
Die Stadt Freiburg beantragt nun, die Einleitung des förmlichen Verfahrens zurückzustellen – bis zum Abschluss des Offenlageverfahrens für den neuen Flächennutzungsplan. Dies soll Klarheit über die künftige Flächennutzung schaffen. Der Ortschaftsrat Hochdorf hat sich der geplanten Schutzgebietsausweisung nicht widersetzt. Die Gemeinde March hingegen erhob Bedenken: Sie fordert die Realisierung der Erschließungsstraße und Änderungen bei der Gebietsabgrenzung auf ihrer Gemarkung.
Ein Naturschutzgebiet (Vorlage zur Entscheidung durch die Gemeinde) würde Wohnbebauung und Infrastrukturmaßnahmen in Konflikt mit naturschutzrechtlichen Vorgaben bringen. Landschaftsschutzmaßnahmen könnten durch Extensivierungsverträge gefördert werden.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg