Großbrand in Bremer Altstadt: Vier Tage Einsatz für Feuerwehr

(Symbolbild)

Ein Büro- und Geschäftsgebäude in der Martinistraße in der Bremer Altstadt ist bei einem verheerenden Dachstuhlbrand erheblich beschädigt worden. Das Feuer brach am Montag, 22. Juni 2026, kurz nach 12 Uhr aus und band Rettungskräfte bis einschließlich Donnerstag, 25. Juni, in Atem.

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften rückte sofort an. Da keine Personen in Gefahr waren, konzentrierten sich die Maßnahmen vollständig auf die Brandbekämpfung. Mit drei Drehleitern, dem Teleskopmast der Werkfeuerwehr Mercedes und Atemschutzkräften im direkten Angriff bekämpfte die Feuerwehr die Flammen. Am Montag waren bis zu 120 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr vor Ort.

Ein kritisches Problem stellte sich schnell: Eine auf dem Dach verbaute Photovoltaikanlage behinderte die Löscharbeiten erheblich. Das Feuer flammte immer wieder auf. Wirksame Löschmaßnahmen waren nur möglich, wenn die Anlagenteile demontiert wurden. Die Flammen fraßen sich so tief in das Dämmmaterial, dass in Absprache mit dem Gebäudeeigentümer entschieden wurde, den kompletten Dachstuhl durch ein Abrissunternehmen abtragen zu lassen.

Eine weitere Herausforderung entstand durch Löschwasser, das in den obersten Geschoss eindrang und einen Serverraum bedrohte. Die Fachgruppe Elektro der Freiwilligen Feuerwehr Bremen-Strom handelte schnell: Sie versorgten den Serverraum mit Strom, bis eine Abschaltung ohne Datenverlust möglich war. Im Anschluss konnten Feuerwehrleute Teile der IT-Ausstattung aus dem Gebäude retten.

Der Abbau des Dachmaterials und die Beseitigung von Glutnestern, sowohl im Dachbereich als auch in Schuttcontainern, zog sich bis Donnerstagmorgen hin. Zwei Mobilkräne unterstützten diese Arbeiten. Am Donnerstagmorgen konnten die Maßnahmen weitgehend abgeschlossen und die letzten Sicherungsarbeiten am Gebäude eingeleitet werden.

Im weiteren Einsatzverlauf waren fast alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren und sämtliche Feuer- und Rettungswachen Bremens eingebunden. Am Dienstag verstärkte die Freiwillige Feuerwehr Lilienthal aus Niedersachsen die Rettungskräfte mit ihrer Drohnen- und Führungsunterstützungskomponente.

Die extreme Hitzebelastung erforderte ein ständiges Rotieren des eingesetzten Personals, um die körperlichen Belastungen der Einsatzkräfte zu steuern. Innensenatorin Dr. Eva Högl besuchte die Einsatzstelle und würdigte die Zusammenarbeit: „Allen Frauen und Männern der Feuerwehr, der Polizei und allen Beteiligten, die in diesen Tagen in der Martinistraße im Einsatz waren, danke ich sehr herzlich!“ Sie hob hervor, dass unter diesen schwierigen Bedingungen Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr Hand in Hand gearbeitet hätten und dass auch eine Werksfeuerwehr sowie Einsatzkräfte aus Niedersachsen angepackt hätten. „Dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist, das ist ihr Verdienst.“

In den kommenden Tagen werden noch Kontrolleinsätze am Gebäude durchgeführt.

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