Die Stadtverordnetenversammlung Potsdam hat einen Dringlichkeitsantrag zur Stärkung von Qualität und Transparenz im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) beraten. Der ASD ist die Abteilung des Jugendamtes, die Fälle von möglicher Kindeswohlgefährdung bearbeitet.
Die Oberbürgermeisterin wurde beauftragt, mehrere Maßnahmen umzusetzen: Bis November 2026 soll ein Prozess- und Qualitätshandbuch für die ASD-Arbeit vorliegen und regelmäßig überprüft werden. Besonderer Fokus liegt auf den Prozessen bei Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen. Eine externe Fachstelle prüft das Handbuch bis Ende 2026.
Das Jugendamt beauftragt ein fachlich geeignetes Institut mit einer Fall- und Strukturanalyse nach bundesrechtlichen Vorgaben. Diese Analyse soll bis Ende des ersten Halbjahres 2027 durchgeführt werden. Der Jugendhilfeausschuss (Gremium zur Jugendhilfeplanung) entwickelt gemeinsam mit dem Jugendamt die genaue Aufgabenstellung. Wissenschaftliche Kriterien bestimmen, welche und wie viele Akten untersucht werden — auch abgeschlossene Verfahren sollen einbezogen sein.
Unverzüglich soll ein Befragungsinstrument entwickelt werden, um Familien, die mit dem ASD in Kontakt kommen, niedrigschwellig zu befragen. Dies ermöglicht, ihre Perspektiven in die Qualitätsentwicklung einzubeziehen. Externe Fachleute unterstützen die methodisch sichere Gestaltung.
Der Jugendhilfeausschuss wird mindestens quartalsweise über die Umsetzung der Aufträge im ASD informiert.
Jana Hoffmann, Lokalredaktion Brandenburg