Bodenfeuchte Deutschland: Süden in schwerer Dürre, Norden deutlich feuchter

Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors vom 9. August 2026 zeigt ein stark differenziertes Bild der Bodenfeuchte in Deutschland. Der Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe ist im Süden und in der Mitte deutlich trockener, während der Norden und Nordosten teilweise normale bis feuchte Bedingungen aufweisen. Das 14-Tage-Mittel der Duerremonitor-Karte spiegelt die traege Reaktion des Gesamtbodens wider — kuerzliche Niederschlaege sind darin nur teilweise sichtbar.

Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süden und Mitte deutlich trockener

Die Karte zeigt in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz überwiegend Klassen der schweren Dürre (rot) bis hin zu extremer Dürre (dunkelrot). Besonders ausgeprägt ist die Situation in Südbayern, dem Oberrheintal und der Pfalz, wo dunkelrote Flaechen (extreme Dürre, statistisch alle 30 Jahre) dominant sind. Der Süwesten liegt insgesamt in der Klasse der schweren bis extremen Dürre. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zeichnet sich ein Mosaik aus orangen (moderate Dürre) und roten (schwere Dürre) Bereichen ab. Hessen und Thüringen zeigen gemischte Bedingungen mit roten Flaechen.

Norden und Nordosten weniger betroffen

Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern weisen nach der Karte grössere Areale mit gelb bis orange auf — das ist ungewoehnlich trocken bis moderat trocken. Brandenburg und Sachsen zeigen orange bis rote Zonen. Im Gegensatz zum Süden sind die dunkelroten extremen Duerre-Flaechen hier seltener. Der Norden ist somit zwar nicht feucht, aber deutlich weniger von schwerer Dürre betroffen als die Regionen südlich des Mains.

Regen bleibt aus, Gesamtboden reagiert träge

Die Wetterdaten der letzten 7 Tage zeigen bundesweit geringe Niederschlaege: Durchschnittlich nur 9 Millimeter fielen im landesweiten Mittel. Einzelne Bundeslaender wie Bayern (31,2 mm) und Mecklenburg-Vorpommern (30 mm) erlebten lokale Niederschlaege, doch Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen verzeichneten faktisch keinen Regen. Die kommenden 3 Tage bringen flächendeckend keine Niederschlaege — die Wettervorhersage zeigt überall trockene Bedingungen. Der Gesamtboden bis 1,80 Meter reagiert auf solche kurzfristigen Schwankungen träge. Die aktuellen Trockenheitswerte auf der UFZ-Karte sind daher ein robustes Abbild der längerfristigen Feuchte-Situation und nicht durch wenige Regentage zu entschärfen.

Folgen für Landwirtschaft und Waldbestände

Für die Landwirtschaft im Süden und in der Mitte Deutschlands bedeutet die schwere bis extreme Dürre einen erheblichen Wasserstress für Feldfrüchte und Grünland. Die Wurzeln müssen in tiefere Bodenschichten vordringen; bei Pflanzen mit flacherem Wurzelsystem steigt der Erntedruck. In Waldbestaenden verschärft sich die Gefahr von Insektenbefall und Trockenschäden, besonders bei Fichten. Der Grundwasserspiegel ist durch die anhaltende Trockenheit längerfristig belastet. Im Norden und Nordosten ist die Situation weniger kritisch, bleibt aber unter Beobachtung.

Der UFZ-Duerremonitor wird wöchentlich aktualisiert. Die nächste Karten-Aktion wird das 14-Tage-Mittel erneut abbilden und zeigen, ob die trockene Phase nachhält oder Niederschlaege Entspannung bringen.

Den aktuellen Wetterbericht für Deutschland finden Sie hier.

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