Bodenfeuchte Deutschland: Süden in schwerer Dürre, Norden mit Ausnahmen

Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung) zeigt für Deutschland zum 26. Juli 2026 ein deutlich differenziertes Bild: Während große Teile des Südens und der Mitte unter schwerer Dürre leiden, weisen einzelne Regionen des Nordens und Nordwestens normale bis leicht erhöhte Bodenfeuchte auf. Das 14-Tage-Gleitende Mittel bildet die Gesamtbodenfeuchte bis 1,80 Meter Tiefe ab.

Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süden und Südwesten durchgehend trocken

Bayern, Baden-Württemberg, das Saarland und Rheinland-Pfalz zeigen überwiegend rote und dunkelrote Färbung — Klasse 3 (schwere Dürre) und Klasse 4 (extreme Dürre) dominieren großflächig. Besonders der südliche Teil Bayerns und der Kraichgau-Bereich sind intensiv betroffen. Im Südwesten verzeichnen diese Regionen der letzten sieben Tage nur minimal Niederschlag: Baden-Württemberg 3,6 mm, Bayern 5,7 mm, Saarland nur 0,7 mm. Die kommenden drei Tage bringen keinen nennenswerten Regen — die Trockenheit wird sich kurzfristig nicht entspannen.

Mitteldeutschland und Osten in moderater bis schwerer Dürre

Großflächig prägen orange und rote Töne Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Teile Brandenburgs. Hier zeigt sich Klasse 2 (moderate Dürre) bis Klasse 3 (schwere Dürre). Besonders im Osten treten flächig rote Zonen auf. Die Niederschlagsbilanzen sind auch hier schwach: Sachsen-Anhalt 3,8 mm, Thüringen 3,7 mm, Hessen 3,2 mm in den letzten sieben Tagen. Brandenburg mit 16,8 mm und Berlin mit 17,7 mm bilden hier relative Ausnahmen — zeigen aber ebenfalls überwiegend orange bis rote Färbung, was auf die Trägheit der Gesamtbodenreaktion hinweist.

Norden mit heterogenem Feuchteverteilung

Der Norden präsentiert sich uneinheitlich. Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg zeigen teilweise gelbe bis orange Bereiche (Klasse 1–2), während Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern stärker orange gefärbt sind (Klasse 2). Niedersachsen erhielt mit 24 mm in sieben Tagen die höchste Niederschlagsmenge bundesweit — dennoch zeigt die Karte noch überwiegend moderate Trockenheit, da der Gesamtboden träge auf kurzfristige Regenfälle reagiert und der 14-Tage-Mittelwert älteren, trockeneren Perioden noch Gewicht beimisst.

Blau- und Grüntöne — Indikatoren normaler bis feuchter Bodenfeuchte — erscheinen auf der Karte nur kleinflächig und fragmentarisch. Sie spielen flächenmäßig keine dominante Rolle.

Klasse 4 (extreme Dürre) in großflächigen Südregionen

Bemerkenswert ist die deutliche Präsenz von dunkelrot gefärbten Arealen im süddeutschen Raum, insbesondere in Bayern, Baden-Württemberg und dem südlichen Rheinland-Pfalz. Diese Klasse 4 (extreme Dürre, statistisch alle 30 Jahre) ist flächig vertreten und unterstreicht die Schwere der Situation in diesen Regionen. Im südlichen Bayern nimmt die dunkelrote Färbung sogar großflächig zu.

Wetterdynamik und Gesamtbodenreaktion

Das aktuelle Wetter verschärft die auf der Karte abgebildete Situation. Die kommenden drei Tage bringen bundesweit keinen messbaren Niederschlag — alle Bundesländer zeigen Vorhersagen von 0 mm. Die Durchschnittstemperatur der letzten Woche (17,8 °C) liegt im normalen Sommersegment; in Baden-Württemberg und Bayern waren es deutlich wärmer (20,4 °C bzw. 18,6 °C), was die Verdunstung erhöht. Da die UFZ-Karte den Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe abbildet, reagiert dieser träge auf kurzfristige Niederschlagschwankungen — die Werte der nächsten zwei Wochen werden primär durch die anhaltende Trockenphase geprägt sein.

Landwirtschaft und Wasserwirtschaft unter Druck

Die flächige Klasse-2- bis Klasse-3-Situation (moderate bis schwere Dürre) in Süd- und Mitteldeutschland hat konkrete Folgen. Die Bodenfeuchte im Meter-Bereich ist deutlich reduziert, was Getreideanbau, Grünlandertrag und Grundwasserneubildung beeinträchtigt. Besonders in den dunkelrot gefärbten Zonen Bayerns und Baden-Württembergs können Bewässerung und Wasserversorgung unter Druck geraten. Der Norden mit relativer besserer Niederschlagsbilanz puffert die Situation teilweise ab, zeigt aber auch noch keine Entspannung auf der 14-Tage-Skala.

Das UFZ aktualisiert seinen Duerremonitor wöchentlich. Die nächste Karten-Version wird zeigen, ob die anhaltende Niederschlagsarmut die Gesamtbodensituation weiter verschärft.

Den aktuellen Wetterbericht für Deutschland finden Sie hier.

Dürreberichte nach Bundesland