Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors vom 28. Juli 2026 zeigt Deutschland in einer differenzierten Trocknungslage. Während der Norden und Nordosten überwiegend grüne bis gelbe Bereiche aufweisen, dominieren in der Südhälfte und Mitteldeutschland orange bis dunkelrote Farbwerte. Das 14-Tage-Gleitende Mittel des Bodenfeuchtemonitors für den Gesamtboden (bis 1,80 m Tiefe) signalisiert damit regionale Spannungsunterschiede: Der Süden und die südwestliche Mitte sind deutlich trockener als Norddeutschland.

Süddeutschland und Mitteldeutschland am stärksten betroffenen
Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zeigen auf der Karte überwiegend orange Färbung (moderate Duerre). Besonders die südwestliche Mitte, Teile Frankreichs und das Rheintal weisen rot bis dunkelrot gefärbte Flecken auf, was auf schwere Duerre hindeutet. Brandenburg und Sachsen-Anhalt im Osten zeigen ebenfalls orange Anteile, wirken aber insgesamt weniger kritisch. Der Nordwesten (Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen) und Berlin präsentieren sich gelblich bis grün, was auf deutlich bessere Bodenfeuchte hindeutet. Mecklenburg-Vorpommern und der äußerste Norden bleiben grün geprägt.
Wenig Niederschlag verstärkt die Trockenheit im Gesamtboden
Die Wetterdaten der letzten sieben Tage verschärfen das Bild. Deutschlandweit fielen nur 9,9 mm Niederschlag im Durchschnitt, wobei die regionalen Unterschiede erheblich sind: Baden-Württemberg verzeichnete nur 3,6 mm, Bayern 9,1 mm, das Saarland gar 0,7 mm. Lediglich Niedersachsen (23,4 mm) und Berlin (23,6 mm) kamen auf nennenswertere Mengen. Die Durchschnittstemperatur betrug 19,3°C. Obwohl der Oberboden bei lokalen Regenfällen schnell reagiert, puffert der Gesamtboden solche kurzfristigen Ereignisse ab — die Karte zeigt daher die träge Entspannung durch vereinzelte Niederschläge nicht unmittelbar ab. Die Vorhersage für die kommenden drei Tage deutet auf weitere Trockenheit hin: Im Bundesschnitt werden nur 1,1 mm Regen erwartet, ohne signifikante Niederschlagsmengen in den südlichen Bundesländern.
Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser
In den orange bis rot gefärbten Regionen (moderate bis schwere Duerre) erleben Pflanzen messbar eingeschränkte Wasserverfügbarkeit im Boden. Für die Landwirtschaft bedeutet dies erhöhten Bewässerungsdruck und bei weiterer Trockenheit Ertragsverluste. Der Wald reagiert ebenfalls auf das Wassermanko — besonders die Flachwurzler unter den Bäumen leiden bei prolongierter Duerre. Das Grundwasser wird durch längere Trockenphasen erst mit Verzögerung beeinflusst, da Wasser langsam eindringt; die aktuelle Situation zeigt aber, dass die Bilanz angespannt ist. In Norddeutschland, wo die Bodenfeuchte günstiger ausfällt, sind diese Risiken deutlich gemindert. Der UFZ-Duerremonitor wird wöchentlich aktualisiert; eine Entspannung in den südlichen Regionen ist ohne nennenswerte Niederschläge nicht zu erwarten.
Den aktuellen Wetterbericht für Deutschland finden Sie hier.
Dürreberichte nach Bundesland
- Bodenfeuchte Baden-Württemberg: Schwere Dürre im Süden und Osten
- Bodenfeuchte Bayern: Schwere Dürre im Süden und Osten
- Bodenfeuchte Berlin: Orange und Rot dominieren – Gesamtboden trocken
- Bodenfeuchte Bremen: Orange und Rot dominieren im Süden
- Bodenfeuchte Hamburg: Norden grün, Südosten orange
- Bodenfeuchte Hessen: Moderate bis schwere Trockenheit im Mittelland
- Bodenfeuchte Mecklenburg-Vorpommern: Osten und Süden trocken, Norden stabil
- Bodenfeuchte Niedersachsen: Orange und Rot dominieren den Südwesten
- Bodenfeuchte Nordrhein-Westfalen: Orange und Rot dominieren — Süden kritischer
- Bodenfeuchte Rheinland-Pfalz: Rote und dunkelrote Flächenanteile überwiegen
- Bodenfeuchte Saarland: Schwere Trockenheit dominiert das Gesamtbild
- Bodenfeuchte Sachsen-Anhalt: Moderate Trockenheit im Süden und Osten
- Bodenfeuchte Sachsen: Orange und Rot dominieren – Norden deutlich trockener
- Bodenfeuchte Schleswig-Holstein: Süden und Osten trocken, Norden feucht
- Bodenfeuchte Thüringen: Moderate Trockenheit im Süden und Westen
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