Bodenfeuchte-Lage Deutschland: Süden und Osten mit schwerer bis extremer Trockenheit

Der UFZ-Duerremonitor zeigt für Deutschland zum 17. Juli 2026 ein stark differenziertes Bild: Während Norddeutschland überwiegend normal bis leicht trocken ist, weisen süd- und ostdeutsche Regionen deutliche Trockenheitsmerkmale auf. Die aktuelle Karte, die als 14-Tage-Mittel des Gesamtbodens bis 1,80 m Tiefe vorliegt, wird wöchentlich vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung aktualisiert.

Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Besonders betroffen sind Bayern und Baden-Württemberg: Große Teile Südbayerns zeigen dunkelrote Bereiche (extreme Drürre, Häufigkeit alle 30 Jahre), während der Norden Bayerns sowie südliche Teile Baden-Württembergs orange bis rote Färbung aufweisen (moderate bis schwere Drürre). Die schwäbische und fränkische Region zeigt ein kleinräumiges Mosaik aus orange und roten Zonen. Gleiches gilt für Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, wo orange und rote Klassen dominieren.

Der Osten Deutschlands ist ebenfalls merklich betroffen: Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zeigen vorwiegend orange Färbung (moderate Drürre) mit eingelagerten roten Flecken. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind weniger intensiv betroffen, weisen aber ebenfalls orange und teilweise rote Zonen auf. Die nordostdeutsche Ecke und Teile Schleswig-Holsteins hingegen zeigen gelbe bis grüne Töne – hier sind die Bodenfeuchten näher an der Norm oder leicht erhöht.

Nordwestdeutschland (Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein) präsentiert sich gemischter: Während die Küstenregionen und Nordseeländer überwiegend gelb bis orange sind, zeigen sich hier weniger intensive Trockenheitsmerkmale als im Süden und Osten. Nordrhein-Westfalen verteilt sich zwischen gelb und orange, mit einzelnen roten Zonen.

Die Wetterlage der vergangenen sieben Tage erklärt diesen Befund teilweise: Baden-Württemberg erhielt im Mittel 48,2 mm Regen – eine beachtliche Menge, die allerdings primär den Oberboden durchfeuchtete. Der Gesamtboden bis 1,80 m reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge, weshalb die extreme Trockenheit in der Tiefe noch abgebildet wird. Bayern hingegen verzeichnete nur 2,7 mm Regen in sieben Tagen – eine kritisch niedrige Bilanz bei Temperaturen von 21,4°C, die den Wasserverbrauch erhöhen. Ähnlich angespannt ist die Situation in Hessen (1,1 mm), Saarland (2,7 mm) und Nordrhein-Westfalen (0 mm in 7 Tagen). Schleswig-Holstein und Berlin erhielten mit 20,7 mm bzw. 18,3 mm deutlich mehr Niederschlag, was sich in gemäßigteren Trockenheitsklassen niederschlägt.

In den kommenden drei Tagen wird die Niederschlagssituation differenziert bleiben: Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg können mit 11,3–14,7 mm rechnen, Berlin mit 11,2 mm, während Bayern nur 0,5 mm und Hessen 0 mm erwartet. Die bereits trockenen südlichen und westlichen Bundesländer werden somit vorerst keine wesentliche Entlastung erfahren.

Bedeutung für Landwirtschaft und Wasserwirtschaft: Die schweren (rote Klasse) und extremen (dunkelrote Klasse) Drürren in Bayern und südlichen Nachbarregionen deuten auf angespannte Bedingungen für die Vegetation hin. Besonders der tiefe Bodenspeicher ist reduziert, was Kulturen mit tieferer Wurzelzirkulation beeinträchtigt. Eine kontinuierliche Beobachtung ist geboten, vor allem wenn die Niederschläge in den kommenden Wochen ausbleiben. Nord- und Norwestdeutschland zeigen sich deutlich weniger stressgefährdet.

Den aktuellen Wetterbericht für Deutschland finden Sie hier.

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