Die Woche vom 10.08. bis 16.08.2026 hielt für Hamburg gleich zwei Tötungsdelikte, mehrere Festnahmen gesuchter Personen und tödliche Verkehrsunfälle bereit. Die schwersten Vorfälle forderten Menschenleben in Lurup und Wilhelmsburg – und die Mordkommission ermittelt in gleich zwei Fällen.
Der folgenschwerste Fall spielte sich am Freitag, 14. August, in Hamburg-Lurup ab: Eine Anwohnerin fand einen 84-jährigen Mann mit tödlichen Verletzungen gegen 9.30 Uhr in einem Laubengang vor ihrer Wohnungstür in der Bornheide und alarmierte sofort die Polizei. Alarmierte Rettungskräfte der Feuerwehr konnten nur noch den Tod des Mannes feststellen. Die Mordkommission des Landeskriminalamts (LKA 41) hat die Ermittlungen übernommen und arbeitet eng mit der Staatsanwaltschaft für Kapitaldelikte zusammen. Den ersten Erkenntnissen zufolge verdächtigen die Ermittler einen 39-jährigen deutschen Nachbarn, den Senior tödlich verletzt zu haben. Die Polizei nahm den Tatverdächtigen noch am Einsatzort vorläufig fest; ein Haftrichter erließ anschließend Haftbefehl. Mehr dazu
Bereits am Montag, 11. August, vollstreckte die Polizei einen Haftbefehl im Zusammenhang mit einem versuchten Tötungsdelikt in St. Pauli: Die Hamburger Polizei hat einen 42-jährigen Serben verhaftet, der verdächtigt wird, an einem versuchten Tötungsdelikt in St. Pauli beteiligt gewesen zu sein. Die Festnahme erfolgte an seiner Wohnanschrift in Rahlstedt. Das Verbrechen hatte sich am 22. Oktober 2023 gegen 4:43 Uhr in der Gerhardstraße ereignet: Ein damals 29-jähriger Mann wurde von mehreren Angreifern brutal attackiert. Die Täter schlugen und traten auf das Opfer ein und fügten ihm dabei schwerste Verletzungen zu. Danach flüchteten die drei Angreifer in unbekannte Richtung. Zunächst hatte das Landeskriminalamt 113 die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung übernommen. Im weiteren Verlauf stellten die Ermittler jedoch fest, dass es sich um ein versuchtes Tötungsdelikt handelte. Die Mordkommission (LKA 41) übernahm daraufhin die Ermittlungen in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Hamburg. Der 42-Jährige kam nach seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Mehr dazu
Ein weiterer Todesfall ereignete sich am Dienstag, 11. August, in Hamburg-Wilhelmsburg: Ein 28-jähriger Motorradfahrer kam gegen 8.50 Uhr an der Kreuzung Hohe-Schaar-Straße, Georg-Wilhelm-Straße und Kornweide ums Leben. Ein 63-jähriger Lastwagenfahrer befuhr die Hohe-Schaar-Straße und fuhr an einer grün schaltenden Ampel an, als es zur Kollision mit dem vor ihm wartenden Motorrad kam. Der 28-Jährige erlitt lebensgefährliche Verletzungen; eintreffende Polizistinnen und Polizisten begannen sofort mit Reanimationsmaßnahmen, die letztlich ohne Erfolg blieben. Die Verkehrsdirektion Süd übernahm die Unfallaufnahme. Mehr dazu
Schwere Verletzungen gab es auch am Samstag, 8. August, auf dem Kraueler Hauptdeich in Hamburg-Kirchwerder: Ein Motorradfahrer und ein Radfahrer sind am Samstagmittag in Hamburg-Kirchwerder bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt worden. Der 65-jährige Motorradfahrer erlitt lebensgefährliche Verletzungen, der 17-jährige Radfahrer schwere Verletzungen. Beide waren gegen 12:50 Uhr in Richtung Zollenspieker Hauptdeich unterwegs, als sie zusammenstießen. Ein Rettungshubschrauber war im Einsatz; mittlerweile hat sich der Zustand des 65-Jährigen stabilisiert. Die Polizei sucht weiterhin Zeugen. Mehr dazu
In der Nacht auf Mittwoch, 12. August, wurde ein 67-Jähriger in Hamburg-Lurup Opfer eines Straßenraubes: Zwischen 04:40 und 05:50 Uhr war er zum Bahnhof Elbgaustraße unterwegs, als ihn zwei Jugendliche nach der Uhrzeit fragten und sich danach zunächst entfernten. Der Mann erwachte später am Boden liegend, hatte Verletzungen an Kopf und Gesicht und stellte fest, dass persönliche Gegenstände gestohlen worden waren. Zivilfahnderinnen und Zivilfahnder nahmen zwei 15-jährige Tatverdächtige fest; ein Haftrichter erließ Haftbefehl gegen beide. Mehr dazu
Am Samstagnachmittag, 15. August, überfielen fünf Unbekannte ein Paar im Hamburger Gewerbepark Rothenburgsort: Gegen 16 Uhr näherten sich zwei Täter dem 53-jährigen Mann und seiner 57-jährigen Begleiterin, entrissen der Frau ihren Rucksack und setzten Pfefferspray gegen den Mann ein, der seiner Begleiterin zu Hilfe kommen wollte. Der 53-Jährige erlitt dabei leichte Augenverletzungen. Zeitgleich hielt ein Mietfahrzeug an, aus dem drei weitere Beteiligte ausstiegen. Die Polizei fahndet nach den Tätern und sucht Zeugen. Mehr dazu
Am frühen Samstagmorgen gelang Zivilfahnderinnen und Zivilfahndern der Region Harburg die Festnahme eines mutmaßlichen Serientäters: Ein 41-jähriger Deutscher wurde in Hamburg-Harburg vorläufig festgenommen, nachdem die Beamten beobachtet hatten, wie er mit einem Fahrrad an ein ziviles Polizeifahrzeug herantrat und ansetzte, dieses zu beschädigen. Bei der Festnahme sicherten die Ermittler ein Multitool mit sichtbaren Lackantragungen. Der Mann steht im Verdacht, seit mindestens März 2023 zahlreiche Fahrzeuge beschädigt und damit einen hohen sechsstelligen Schaden verursacht zu haben. Mehr dazu
In Hamburg-Eppendorf ermöglichte am Mittwochnachmittag ein aufmerksamer Zeuge die Festnahme zweier mutmaßlicher Einbrecherinnen: Gegen 15:20 Uhr hörte der Zeuge verdächtige Geräusche im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses in der Curschmannstraße, sah die beiden Frauen – 17 und 31 Jahre alt – das Gebäude zügig verlassen und stellte Aufbruchsspuren an einer Wohnungstür fest. Er folgte den Frauen und verständigte parallel die Polizei. Als Beamte des Polizeikommissariats 23 die Tatverdächtigen in einem weiteren Mehrfamilienhaus stellten, ergriffen die Frauen die Flucht – wurden aber kurz darauf gefasst. Mehr dazu
Die Bundespolizei war in dieser Woche mehrfach bei Fahndungserfolgen am Hamburger Hauptbahnhof und in Hamburg-Harburg gefragt. Am Mittwoch, 12. August, nahm eine Streife auf dem Südsteg des Hauptbahnhofs einen 26-jährigen montenegrinischen Staatsangehörigen fest, der ein griffbereites Messer mit sieben Zentimeter Klingenlänge bei sich trug. Die Kontrolle brachte zudem einen Haftbefehl wegen besonders schweren Diebstahls ans Licht; da der Mann eine Geldstrafe von 850 Euro nicht begleichen konnte, trat er eine Ersatzfreiheitsstrafe an. Die Bundespolizeidirektion Hannover hat eine Allgemeinverfügung erlassen, die das Mitführen von gefährlichen Werkzeugen, Schusswaffen, Schreckschusswaffen sowie Hieb-, Stoß- und Stichwaffen in bestimmten Bereichen untersagt. Mehr dazu
Am Donnerstag, 13. August, alarmierte ein Mitarbeiter der Bahnsteigaufsicht gegen 14:31 Uhr die Bundespolizei, nachdem er auf dem Bahnsteig zu den Gleisen 7 und 8 einen Mann mit einer Machete gesehen hatte. Die Beamten stellten beim 43-jährigen deutschen Staatsangehörigen eine Machete mit rund 30 Zentimeter Klingenlänge im Rucksack sowie ein Messer mit 7,5 Zentimeter Klingenlänge in der Hosentasche sicher. Beide Waffen wurden beschlagnahmt. Bei seiner Entlassung beleidigte und bedrohte der Mann die eingesetzten Beamten. Mehr dazu
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
Mehrere Fälle mit Messern beschäftigten die Polizei diese Woche. Am Mittwoch, 12. August, führte ein 26-jähriger Montenegriner auf dem Südsteg des Hamburger Hauptbahnhofs ein griffbereites Messer mit sieben Zentimeter Klingenlänge bei sich – Mehr dazu. Am Donnerstag, 13. August, wurde am selben Bahnhof ein 43-jähriger Deutscher mit einer Machete (rund 30 cm Klingenlänge) und einem zusätzlichen Messer (7,5 cm) angetroffen; beide Waffen stellte die Bundespolizei sicher – Mehr dazu. Hinweise auf den Einsatz von Schusswaffen durch Tatverdächtige lagen in der zurückliegenden Woche nicht vor.
Auffällig ist diese Woche die Häufung von Waffenfunden rund um den Hamburger Hauptbahnhof: Binnen zwei Tagen stellte die Bundespolizei dort drei Waffen bei zwei verschiedenen Personen sicher. Zudem ermittelt die Mordkommission LKA 41 nun gleichzeitig in zwei voneinander unabhängigen Tötungsdelikten – einem vollendeten Tötungsdelikt in Lurup und einem versuchten aus St. Pauli, bei dem die Festnahme erst jetzt fast drei Jahre nach der Tat erfolgte.
Einen ungewöhnlichen Ausgang nahm eine Selbstauskunft am frühen Morgen des 9. August: Ein 27-jähriger Deutscher betrat das Bundespolizeirevier am Hamburger Hauptbahnhof und fragte die Beamten direkt, ob ein Haftbefehl gegen ihn vorliegen könnte. Die Abfrage bestätigte die Ahnung des Mannes – er war seit Mitte Februar 2026 von der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Flensburg wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr gesucht. Da er die verhängte Geldstrafe von 600 Euro nicht begleichen konnte, trat er eine Ersatzfreiheitsstrafe an. Mehr dazu
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